Inhaltsübersicht

Vorwort zum generellen Verständnis

Gönnen Sie sich ein wenig Ruhe und Besinnlichkeit. Gönnen Sie sich ein wenig Nachdenken und Sinnieren. Gönnen Sie sich ein wenig Gefühle. Hier sind Sie richtig.
Ich erlaube mir, Texte, die seit 1974 entstanden sind, vorzustellen und einen (!) Diskussionsansatz aufzuzeigen. Die Texte sind nicht nach dem Muster, „Reim dich oder ich fress dich“

Heute ist ein schöner Tag
da habe ich die große Frag
ob Freiheit mir gegeben ward
diese Frage ist schon sehr hart.

Es gibt Leser, die solche Texte wünschen oder erwarten – das ist nicht bei mir zu haben. Es ist durchaus normal, wenn Sie Texte nicht sofort verstehen, wenn Situationen oder Sachverhalte unbekannt sind. Ich sage Ihnen: durch Wiederkäuen tausendmal erlebter Situationen lernen Sie nicht! Geben Sie sich Mühe – und sollten Sie etwas nicht verstehen, dann schreiben Sie doch einen Kommentar! Ich will unbequem sein!

Wenn Sie Texte lesen und meinen, sie seinen etwas negativ, mein Mittel, um kritische Situationen nicht zerstörend zu finden, ich frage mich:

  1. was ist das Positive des Textes?
  2. was hat die beschriebene Situation mein Leben erfahrungsreicher gemacht?

Ich mache die Erfahrung, im virtuellen Leben ist das so, mancher meckert undifferenziert über diese Seite. Dieses Meckern ist mir so etwas von egal! Die Firma Gustav Käser Training International hatte Kollegen und mir einmal eingeimpft: lasse den (geistigen) Unrat an dir vorbeischwimmen und der Trainer machte mit den ausgestreckten Händen eine unvergessliche leichte Wellenbewegung mit seinen Fingern …

Hier ein etwas leichterer Zugang zu den Texten (wird wird fast täglich ergänzt):

Zyklus 1: Im Bogen des Seins

Titel Kernaussage
Deshalb schreiben Leben ist das Leben mit Mitmenschen und den Gefühlen
Lebenssinn Leben ist Entdeckung. Für mich besteht Leben nicht darin, dem zu folgen, was andere als folgenswert angeben
Lyrik Leben ist die Suche nach dem persönlichen Ideal
Einführung in Zyklus 1: Im Bogen des Seins Leben ist das Anerkennen der vielen Seiten des ICHs im Dialog mit den vielen Seiten anderer ICHs
des lebens mühe Das Lernen im Leben besteht darin, die täglichen Eindrücke widerspruchsfrei aufzunehmen
Findling Leben besteht aus Kompromissen, die manchmal unendlich schwer werden
Gestern abend Im Leben mit Mitmenschen und deren Gefühlen stellen wir oft genug den Einschätzungsirrtum fest
Skalpell Was wäre diese Gesellschaft bestehend aus vorkonfektionierten Typen; gentechnische Forschung lässt diese Entwicklung zu
Sei stark Leben ist Trennung, weil es nicht gepasst hat; Trennung sollte stark machen
freiheitlich Was ist das Leben ohne wahrgenommene Freiheit?
Als ich mich verlor Leben ist zweifeln; Zweifel stärkt das ICH
hab dein herz gegessen Lust am Leben ist Lust im Leben – was gibt es Schöneres?
wir – gefunden Aus Widersprüchen gegenüber anderen lernen wir, wer wir sind
mir Meine Lust in meinem Leben ist speziell – ich bitte um Akzeptanz
Macht Verführung, auch die bitterste, hat viele Namen – wir müssen sie nur erkennen
Des Tages Traum Für unsere industrielle Gesellschaft besteht das Grundprinzip aus Verführung
Du bist mein … deshalb Leben ist Respekt der ICHs Anderer
Der Empfindung anderes Gesicht Begegnet uns nicht oftmals purer Egoismus und müssen wir dieses Spiel mitmachen?
häng an dir Manchmal, eigentlich selten, finden wir die Kongruenz. Der schlimmste Fehler: kletten, an irgendjemanden, an irgendetwas.
Ich hatt einen Kameraden Abschied in Liebe und Zuneigung oder Respekt ist der schwerste Moment im Leben. Loslassenkönnen (orthographisch falsch) in der Erinnerung schönster Zeiten, ob an einen Menschen oder ob an eine Sache. Nun verstehe ich meine Mutter.
Konjunktiv Wir nehmen uns oft, emotionsgeleitet, Vieles vor und enttäuschen uns
ich, virtuell 1 wird uns eigentlich noch bewusst, dass wir zu einem Großteil nur noch virtuell leben?
ich, virtuell 2 während virtuell 1 das Thema, dass wir zunehmend virtuell leben, verallgemeinernd betrachtet, zeigt virtuell 2 auf, dass wir beginnen, auch menschlichste Bedürfnisse nur noch virtuell zu leben
Wieder soweit Never quit, diese amerikanische Redensart wird gefordert, weil keine Erniedrigung, Zurückweisung, Kälte verletzend genug sein kann zu resignieren
Die Schnittmenge Mit Vorsicht nähern wir uns an, an Dingen, an Menschen, an Ungreifbarem und stellen häufig fest, wir sollten Vorsicht durch Lernen ersetzen
Abschied wir sind Nummern in einem als Demokratie genannten Staatensystem und diese Nummern leben und sterben als Nummern
An Lilia In der Liebe suchen wir das Leben in seinen Werten, wir wollen das Selbstwertgefühl gestärkt sehen und uns bezüglich der Emotionen nicht betrügen (lassen)
Vermutung In fast jeder Beziehung gibt es dieses angebliche Drama – Eifersucht. Reale Eifersucht, virtuelle Eifersucht. Eifersucht wiederentdeckt den positiven Kern: Liebe.
Häutung aktiver Eifersucht In einer Partnerschaft, in der Treue, wie normal, gegenseitig beschworen wurde, führt Untreue zur Zersetzung der Partnerschaft.
Wider den Geist Wenn in einer Beziehung, welche rechtliche Form auch immer, Dinge bis auf den Höhepunkt der Auseinandersetzung gebracht wurden, geht es oft nur noch darum, mit Worten zu verletzen.
definitionsgemäß normatives Massenverhalten oder Individualität – was macht Leben aus?
erkenntnis II manchmal ist für Personen, die ihre Gedanken aufschreiben, jeder Satz ein Schrei ihrer Persönlichkeit
neue noah Beziehungen wachsen aus Kongruenzen der Persönlichkeiten; wo es nicht stimmt, sollte dem Leben eine neue Chance gegeben werden.
Der ungeschriebene Brief die Umkehrung normalerweise negativ angesehenen Persönlichkeitsverhalten führt zur Stärkung des Selbstbewustseins
Anschluß Wer sich aufgibt ist verloren, gibt das Wichtigste, was er hat, aus den Händen: das einzige Leben; daher: kämpfe! Aus dem Selbstbewusstsein schöpfe die Kraft für Lebensgestaltung.
Eifer Sucht Der Liebestaumel, jenes wunderschöne Gefühl des Fallens in ein voll gefülltes Nichts offenbart den alles ergreifenden Wirbel des schon immer gesuchten Seins.
EiferSucht Der Liebestaumel, jenes wunderschöne Gefühl des alles ergreifenden Wirbels des schon immer gesuchten Seins kann dann Risse bekommen.
schöne gier 1 Ehebruch, Untreue in der Partnerschaft, Urinstinkte des Unerklärlichen werden geweckt und beginnen unter Umständen Bestehendes zu zerstören.
Kadavergehorsam Zwei unterschiedliche Persönlichkeiten treffen aufeinander und es besteht die Gefahr, dass die Ansprüche und Anforderungen gegenüber dem Partner um die Bedeutungshoheit ringen.
Erkenntnis III wenn du dich wohl fühlst, dann genieße und freue dich eines jeden Momentes.
geschenkt in fast allen Beziehungen erleben wir nach dem ersten Wirbel die Stabilität der ICHs; erst später kehrt der Lebensalltag ein und die Gefahren beginnen größer zu werden.
Erkenntnis IV Vergleichende Vergangenheit kann zu einer Last werden
Der Dimension anderes Gesicht Der Dimension anderes Gesicht beschreibt die hektische, fast verzweifelte Suche nach dem kongruenten Partner mit immer wieder erlebten Enttäuschungen trotzdem, dass Achtungsgerechtigkeit ausgeschaltet wurde. Entkräftet sage ich: Dank für diese Liebe.
du – bewusst Das behinderte Kind wird von anfänglich als Last angenommener Verpflichtung zur eigenen Vervollständigung der inneren Werte und zur Lebensfreude.
Schuld Wenn der Versuch des zugewandten Aufbaus einer Beziehung beginnt zu scheitern, Schuld gesucht wird, die Zurückweisung ein- oder beiderseitig keine Lösungen sucht, dann steht das Ende vor der Tür.
Selbstbewußtsein I Das Selbstbewusstsein eröffnet über das Selbstwertgefühl das Leben.
nachts Es gibt Situationen im Leben, in denen es einfach schön ist nur zu genießen, nicht zu hinterfragen, die reine unschuldige Lust erleben!
gott Es gibt Situationen, in der Begehren, Begierde, Trieb irritierend schön erscheinen und zügellose Maßlosigkeit eine Lebensquelle darstellen.
Kritik der Kritik Die kreative und helfende Kritik unterscheidet sich deutlich von der persönlichkeitszerstörenden elternähnlichen Kritik, die bis zur Lebensunfähigkeit führt.
Stärke Es geht hier um die Autosuggestion des Selbstbewusstseins, die nur eines aufzeigt, die wirkliche Schwäche des ICH.
Einführung in Zyklus 2 – Begegnungen des Ich Während es im Zyklus 1 hauptsächlich darum ging, was in mir abläuft, was in jedem von uns manchmal autonom abläuft, geht es hier um die Anstöße von Außen, die oft genug als Diskongruenzen wahrgenommen werden.
hundertsiebzig jahre treu Es gibt grundsätzliche Gegensätzlichkeiten und dennoch blüht die Liebe. WARUM NUR?
meine gekannte lust Es gibt bei vielen Ehemännern die Vorstellung von einer offenen Ehe, einer Ehe, die nicht auf eine reine Zweisamkeit begrenzt ist, die vielleicht sogar polyamourös, die Liebe mehrerer Personen untereinander, ist.
Die Angst der großen Analysten wir wollen gern alles hinterfragen, für alles Begründungen finden, weil wir meinen, es würde unserem ICH helfen, es wäre eine Pflicht in unserem Leben. Unsinn!
ein Wort im Kopf Der Anstoß kam von Außen. Ichdubezogenheitsgewißheitselemente – die Bezeichnung dafür, dass das ICH Kongruenzen mit dem Außen sucht, um nicht in innerlicher Disharmonie zu leben, sondern gewiss in der Beurteilung ist.
Du – Widerspruch Wie gehen wir mit Diskongruenzen im Leben um? ‚bravsein als prinzip‘, also Widersprüche belassen oder (be)kämpfendes Lebensprinzip?
Laß mich II Viele in unserer nähesten Umgebung, viele Unbekannte wollen uns manipulieren und wir können uns dieser Manipulation kaum entziehen, auch, wenn wir uns noch so (mauernbewehrt) geschützt fühlen.
historie Das ist wirkliches Selbstbewusstsein, die Zuversicht, mentale Prozesse zur Zufriedenheit lösen zu können.
Relativität Alles ist relativ! Ein primitiver Satz, der alles infrage stellt? Was gestern noch lebenswichtig erschien, wird heute ein normales Lebensereignis.
„Sie sehen einen Menschen, der sehr traurig ist“ Ehrlichkeit ist ein zentraler humanistischer Wert – es gibt einige Äußerungsmerkmale für Unaufrichtigkeit oder unzureichender Werteebene.
Lügner Ja, jeder Mensch lügt durchschnittlich zweimal am Tag aus Eigennützigkeit (auch Überlebensvorteil), Selbstbetrug oder  Krankhaftigkeit.
Meine Ordnung Jeder Mensch ist einzigartig – durch seine Persönlichkeit insbesondere. Kaum beginnen zwei eine Beziehung, beginnt das miteinander leben Lernen. Von liebenswerten Kompromissen bis hin zu gehasster Unterdrückung umfasst das Lernen.
mein schandfleck Die Brutalität unter Kindern kann unendlich verletzen, lebenslang.
Unser Kampf Die möglichen Irrtümer der Verständigung führen letztlich zu einem Kampf um Positionen. Dieser Kampf kann als ultima ratio zum Bruch führen.
Formen zum Ich Ein Glas ist halb voll oder halb leer. Ein Ereignis ist schlecht oder gut. Wir sollten lernen, auch aus Niederlagen oder ungünstig erscheinenden Ereignissen das Gute zu suchen: „Was lerne ich daraus“? Dann wird das Leben wieder freudvoll (aber sicherlich auch lästig) sein!
Formen zum Ich Sei stolz über 50 Jahre Suche, 50 Jahre Fragen, 50 Jahre elementare Instabilitäten der Vieldimensionalität, sei stolz über 50 Jahre Unrast – das ist Leben, Hajo N., der du Freundschaft schworst, die unterschriebene Flasche habe ich noch
erkenne mich   Objektive Selbsterkenntnis durch äußeren Anstoß ist oft nur ansatzweise möglich.
Deine Freude ( Breitmaulfrosch I ) Ich weiß nicht, warum ich sie „Breitmaulfrosch“ genannt hatte. Aber: mit dem richtigen Partner verfliegt Stress, verfliegt Trübheit, verfliegen Sorgen, ist das Glas meist halb voll.
Begegnung Um eine Beziehung zu beginnen, braucht es Mut. Um Mut zu haben, braucht es Selbstbewusstsein. Um Selbstbewusstsein zu haben, braucht es Selbstliebe.
Ich bin zwei  Partnerschaft, Ehe, Beziehung (beruflich oder privat), wir gehen nicht mit der Person um, deren Figur wir sehen! Wir würden wahrscheinlich erstaunt sein, wüssten wir, welche Vielschichtigkeit, sympathisch oder nicht, uns gegenüber steht.
diametral Was heißt „diametral“? Wenn etwas einander genau entgegengesetzt ist, dann ist es diametral. Diametral gegenüber der Gesellschaft, diametral im eigenen ICH. Spannungen gewiss!

Startseite

Ist das Wort „eigentlich“ nicht eigentlich ein wunderbares Wort? Es schränkt ein, es führt zum Punkt, es ist schlichtweg ein Geheimnis, eigentlich.

Auch wir sind ein Geheimnis, eigentlich, weil wir in uns leben, ganz allein, weil nur ein Teil jeweils von uns sich outet, weil Kommunikation oft sehr reguliert abläuft und weil wir sehr oft unsere Ungeduld, unsere Zwiespalte, unseren inneren Kampf nicht zeigen wollen.

Den inneren Kampf zu zeigen, das ist Schwäche. Und Schwäche macht angreifbar.

Rechtlicher Hinweis:

Deshalb schreiben

Die Scheune des Stiefbruders von Brigitte Bardot

Deshalb Schreiben,
Gedanken im Jetzt,
Auseinandersetzung des Lebens
zwischen und mit
– ohne zu fragen,
ohne und doch mit –
Dir und für Dich,
dem Gefühl des Jetzt:
suchend, hoffend, erlösend.

Diskussion: Leben ist das Leben mit Mitmenschen und den Gefühlen

Was ist das Leben? Es ist die tägliche Herausforderung mit sich. Es ist der tägliche Dissens oder auch die Kongruenz mit der sachlichen und persönlichen Umgebung (bidirektional). Es ist die tägliche Unruhe auf der Suche nach Lebenslösungen. Es sind die täglichen sorgsam gepflegten Träume. Es ist das tägliche Bewusstsein der realen Endlichkeit alles Seins. Es ist der tägliche Versuch, Erkanntes einer inneren Wende zuzuführen und dabei Erkenntes zur inneren Harmonie zu bringen.

Wir leben in uns.

Wir leben im Dialog mit außer-uns.

Wir erleben Unruhe.

Wir erleben und pflegen Illusionen.

Wir erleben die Endlichkeit allen Seins.

Wir erleben die innere Wende.

… und wir suchen nichts mehr als Lebenszufriedenheit, was immer jemand darunter definiert.

Wer nun etwas länger hier gestöbert hat, wird sagen: „Das ist doch keine Lyrik“. Was ist Lyrik? Allgemein heißt es: „Dichtung in Versen, die einen Reim oder Rhythmus haben können„. Die Seite „Studienkreis.de“ schreibt

„Einen lyrischen Text erkennst du an folgenden Punkten:

  • der Text benutzt viele Bilder, um Gegebenheiten und Empfindungen auszudrücken
  • der Text lässt einen breiten Spielraum für Assoziationen und Interpretationen
  • der Text ist in Verse geteilt
  • der Text klingt beim Vorlesen häufig rythmisch“

NEIIIIINNNNN !!!!

Wer will mich in ein gedankliches Korsett sperren? Ich hasse Korsette !

 

Lebenssinn

Dieses Bild, diese Vision, stammt aus dem Jahre 1974!

Wir alle sind
eigentlich, …

Diskussion: Leben ist Entdeckung. Für mich besteht Leben nicht darin, dem zu folgen, was andere als folgenswert angeben

Sind wir geboren, um

  • nur dem Geld blindlings hinterher zu rennen?
  • ohne Ethik die Tage zu erleben?
  • für Hinz und Kunz oder für Prommis den Clown zu machen?
  • wie die Schafherde in Reih und Glied zu MARSCHIEREN?
  • stupide tänzelnd, leichtfüßig und hirnlos unser Leben zu fristen?
  • blöde Kaufanreize wahrnehmen, glaubend, vertrauend, sie könnten glücklich und zufrieden machen?
  • nur Harmonie in einer ohnehin fragilen und himmelsnahen Partnerschaft zu suchen?
  • jedem von irgendeinem genannten Ideal hinterherzulaufen?

RESISTANCE – diese wunderbare Werkstattgalerie in Berlin

rief anlässlich des zehnjährigen Bestehens zum Nachdenken auf! Nachdenken, und zwar unabhängiges Nachdenken, ist die Voraussetzung zum persönlich befriedigenden Weg.

Lyrik

Lyrik

gegossene Worte des Momentes
gefühlvoll
erkenntnisbehaftet
komplex bis irrational

sucht Verständnis

ordnet sich ein
gefühlvoll
erkenntnisbehaftet
komplex bis irrational

in das andere Verständnis

durchdringt
gefühlvoll
erkenntnisbehaftet
komplex bis irrational

neues Verständnis – neues Leben.

Erkenntnis:

man lese bestenfalls einen Gedanken
des Verständnisses halber

Hinweis:

Der Autor verbindet gereifte Worte des Momentes und Erlebtem

mit verständnisöffnenden Bildern
eigentlich

Diskussion: Leben ist die Suche nach dem persönlichen Ideal

Was immer wir, wann auch immer, wie auch immer, schreiben, denken, ist gefühlvoll, erkenntnisbehaftet, komplex bis irrational. Neues Verständnis – neues Leben lesen wir. Und was wir lesen uns verstehen, insbesondere Innovationen unseres ICHs, muss eingeordnet werden in die immer komplexere Welt der Erfahrungen, so nennen wir abgespeicherte mentale Kongurenzen.

Wir mögen zumeist keine innere Unruhe, weil Unruhe unsere gedanklichen Freiräume einschränkt. Und daher wollen wir alle Innovationen, teilweise hoch komplex mit wenn-dann-oder, ohne große Dissonanzen mit allen anderen Erfahrungen zuordnen. „Überlegen“ nennen wir diesen schwierigen Akt der Findung der inneren Ausgeglichenheit.

Ich komme wieder auf meine Freunde der Werkstattgalerie Berlin:

ART IS RESISTANCE

Wer die innere Ausgeglichenheit so weit treibt, dass keine Diskongruenzen, keine Widersprüche mit der Umgebung vorhanden sind, der ist auf der einen Seite ein braver Bürger, so, wie uns Machthaber gern hätten, der ist zur RESISTANCE nicht fähig. Resistance, wie immer sie sich darstellt, ist letztlich die Wahrnehmung der Verantwortung gegenüber der eigenen Persönichkeit.

Und das soll auch hier in den Texten zum Ausdruck kommen, indem wir, wie die Spirale zeigt, immer mehr dem Zentrum unserer Wahrheit, unserer Persönlichkeit nahe kommen.

(Hinweis: wenn in den kursiven Texten, ich nenne sie nicht mehr Lyrik, ich nenne sie Lebenserfahrung, zwischen Zeilen Abstände zu sehen sind, wenn Einrückungen oder Parenthesen aufgezeigt werden, dann ist das sehr bewusst geschehen. Wenn auf die Großschreibung manchmal verzichtet wird, so ist auch das ein hintergründiges Stilelement.)

Einführung in Zyklus 1 – Im Bogen des Seins

Im Bogen des Seins

Was ist das Sein?
Alleinstehend in den Ichs der Welt, ziellos?
Sein eine philosophische Heißluft?

Wir sind nicht nur ein ICH sondern tragen eine Vielzahl ICHs in uns: das der Eltern, das der Freunde, das der eigenen Erkenntnisse. Leben mit diesen ICHs, Leben in einer bewußt wahrgenommenen Umgebung heißt, einen ständigen Dialog aller ICHs in uns und darüber hinaus.

Aktives Leben ist somit bewußt wahrgenommes Leben zwischen Dipolen, dem, was von außen kommend teils unwillkürlich aufgenommen wird und dem, was in uns fest verankert scheint; Spannungen erzeugen und nach innerer Schlüssigkeit, Harmonie sucht, gleich einem Bogen, dessen Seite – ICH -, ein Ziel hat: Suche nach der Harmonie und Zufriedenheit im Sein.

Diskussion: Leben ist das Anerkennen der vielen Seiten des ICHs im Dialog mit den vielen Seiten anderer ICHs

Wie können wir uns das vorstellen, die „vielen Seiten des ICHs“?

Leben ist Handeln (Tun); Nichthandeln ist eine Sonderform des Handelns. Wir handeln immer! Eine erste Kategorisierung für das Handeln findet sich durch die Betrachtung der Handlungsebenen

  1. wir denken, handeln aus unserer Gefühlswelt (Dimension)
  2. wir denken, handeln aus unserer Sachwelt (Dimension)
  3. wir denken, handeln aus unserer Willenswelt (Dimension)
  4. wir denken, handeln aus unserer Ethikwelt (Dimension).

Sie werden erstaunt sein, dass Sie alles, was Ihnen im Leben vorkommt, mit zumindest einer dieser Handlungsebenen verknüpfen. Lassen Sie uns einen Begriff

Auto

betrachten (es ist mir sehr wichtig, dass diese Systematik des Gehirns verstanden wird); die folgenden Zuordnungen sind nur Beispiele und jeder wird inhaltlich seine eigenen Zuordnungen haben:

Das Auto hilft mir, meinen Bewegungsdrang im Alter zu erfüllen; dadurch kann ich noch viele befriedigende Dinge erleben.

Das Auto, das ich fahre, ist ein ästhetisch gestyltes Fahrzeug, das für mich Harmonie der Sinne verkörpert.

Das Auto zerstört die Umwelt, teilweise.

Das Auto ist für mich Ausdruck der freien Beweglichkeit.

Das Auto ist ein Transportmittel, ohne das unsere heutige Gesellschaft nicht das heutige Lebensniveau hätte.

Das Auto ist Statussymbol; ich fühle mich anerkannt!

Mit meinem Auto zeige ich anderen, dass ich schneller bin als die!

Mit meinem Auto habe ich ein Carsharing mit meinen Freunden aufgebaut.

Selbstlosigkeit im Leben praktiziere ich mit meinem Auto, indem ich immer Anhalter mitnehme.

Sie sehen, für eine Sache in unserem Gehirn, hier: Auto, können wir unterschiedliche Bewertungen finden, die teilweise sogar widersprüchlich sein können (Umweltschutz versus nicht darauf verzichten können). Unser Gehirn kann solche Widersprüche dadurch ertragen, dass jeder Zuordnung eine individuelle Gewichtung gegeben wird. Für jede dieser Zuordnungsebenen (Werteebenen, Handlungsebenen, …) gibt es im Gehirn besondere Regionen:

das limbische System (Link)

die Großhirnrinde (Link)

der Frontallappen oder Stirnlappen (Lobus frontalis) (Link)

(ein Bereich im limbischen System?)

Und wenn nun ein Sachbegriff in unserem Gehirn mehrere Assoziationen hat, zum Beispiel 10, und sich in unserem Gehirn Assoziationsketten aufbauen, die teilweise der Logik entsprechende Rahmenbedingungen (wenn nicht, oder, wenn …) aufweisen, dann können wir uns vorstellen, dass diese 86 Milliarden Nerven-/Gehirnzellen (Link) Höchstleistungen zu jeder Sekunde unseres Lebens autark und von außen getriggert vollbringen (Link).

Aktives Leben ist somit bewußt wahrgenommes Leben zwischen Dipolen.

des lebens mühe

des lebens mühe

gelernt
situationen

gelernt
konflikte

gelernt
zusammenhänge

und alles in ein riesiges Mobile gebracht

in uns ständige Kongruenzen
in Harmonie
suchend

erfahrungen immer wieder neu zuordnend

auch vieles dieser worte
im ständigen bogen des seins
zerschneidend
neu im Mobile harmonisierend

das ist leben
verantwortliches leben
abseits vom vegetieren

Diskussion: Das Lernen im Leben besteht darin, die täglichen Eindrücke widerspruchsfrei aufzunehmen

Unsere Erziehung prägt uns, lebenslang. Unsere Eltern zunächst, die Schule dann, der Beruf und schließlich auch das private Umfeld lehrt uns teilweise hart mit Situationen umzugehen, wir bauen Regeln auf, wenn – dann und verhalten uns danach. Wir haben teilweise scherzhaft gelernt mit Konflikten umzugehen, obwohl Eltern, Schule, Unternehmen uns immer wieder eindringlichst ermahnt haben, Konflikte durch Kompromisse zu vermeiden. Wären wir ein Stein, am Ende des Lebens wären wir ideal rund, abgeschliffen, müde geworden – wir wären ein Musterbeispiel für Sozialkompetenz, dem Wunsch aller Leitungsebenen.

Uns sollte aber bewusst sein, dass Sozialkompetenz, oft „emotionale Intelligenz“ bezeichnet, bemüht ist, charakterliche Eigenschaften, die in einer Gemeinschaft Konflikte bringen könnten, zu beseitigen. Da gibt es gar eine schöne Anleitung wie Sie trainieren können, sympathisch zu sein (Link); „13 Eigenschaften machen Sie zu einem extrem sympathischen Menschen“, heißt es in dem FOCUS- Artikel. Jedoch die Kehrseite: eine Menschenmasse, die nicht sonderliche charakterliche Eigenschaften hat, die rundum abgeschliffen ist, ist sehr einfach zu leiten, zu manipulieren.

Lassen Sie uns nochmals auf den FOCUS- Artikel kommen, damit wir erkennen können, wie hinterlistig die Denke ist. Es heißt:

  • Sympathische Menschen sind authentisch und verurteilen andere nicht.
  • Sie nutzen positive Körpersprache und lächeln ihr Gegenüber häufig an.
  • Außerdem zeigen sie wahres Interesse an den Themen, die ihr Gegenüber beschäftigt.

Was ist das Ergebnis dieses „Umerziehungsprozesses“?

  1. Zwischenmenschliche Kritik unterbleibt, Kritik wird abtrainiert
  2. Wir sollen nur noch positiv denken; das „NEIN“ in uns soll unterdrückt werden
  3. Blöde lächeln, das ist der Wunsch; Hintergrund des Lächelns: dem Gegenüber Wertschätzung und verstärktes Selbstbewusstsein zu geben – höchst gefährlich bei Machthabern

Der Satz „zeigen sie wahres Interesse an den Themen“ ist von einer zwischenmenschlichen Falschheit geprägt: der neue Mensch soll wahres Interesse für alles zeigen; was ist das, „wahres Interesse“? Sollen wir lernen, Themen, die wir ablehnen, sympathisch gegenüber zu stehen, so dass dann ein wahres Interesse ermöglicht wird?

Findling

Findling

Gestank,
verwesendes ICH: gelebt werden,
ausgehöhlt, zu pflanzen neue Inhalte
Kompromiß!
Judas hat viele Namen.

Sage einst nicht,
du hättest den Stein, der dich erdrückt,
nicht eigen bestimmt.

Diskussion: Leben besteht aus Kompromissen, die manchmal unendlich schwer werden

Hat nicht jeder von uns Lebensziele, die wir gern Lebenswünsche nennen, um die Nichterreichung des jeweiligen Lebensziels zu sehr als persönlichen Verlust erscheinen zu lassen? Ja, wir sind verdammt geschickt darin, uns die Versagensangst nicht deutlich werden zu lassen. Und wenn jemand etliche Male versucht hat, sein Lebensziel zu erreichen, dann beginnen innere Auflösungserscheinungen, die ich hier „verwesend“ genannt habe. Was wir nicht erreichen, heißt umgekehrt, dass wir Dritten, die am Erreichen eigentlich beteiligt wären, folgen (müssen); wir ordnen uns unter und müssen mit schmerzverzerrtem Gesicht feststellen: wir erreichen unsere Lebenszufriedenheit nicht, wir werden gelebt anstelle seber zu leben.

Gelebt werden ist der Niedergang der Lebensfreude, ist der Niedergang in Fröhlichkeit zu leben. Das ist sicherlich kritisch zu sagen: wir machen Kompromisse und spüren sehr genau, dass Kompromisse andererseits bedeuten, dass wir uns und unsere komplexe Lebensstruktur aufgeben müssen. Und es findet etwas Irrwitziges statt: um sich nicht total aufzugeben, beginnen wir, Kompromissen etwas Positives abzugewinnen. Und wenn wir in dem Moment eine Flasche Barcadi gesoffen haben, dann haben wir die Überzeugung: mit jedem Kompromiss betrügen wir uns selber, wir lassen den Judas auf unserem internen Theater auftreten.

In den Momenten, in denen wir nüchtern die Situation betrachten, in denen wir aus unserem Körper ausgetreten sind und uns neben uns gestellt haben, in dem Moment erkennenwir unseren Schuldanteil:

  • wir haben die Situation des Kompromisses zugelassen
  • wir haben die Beteiligten an dem Kompromiss zugelassen, teilweise selber gewählt
  • wir haben gegen den inneren Druck aufgrund eigener Schwäche nichts mehr entgegenzusetzen.

Gestern abend

 

Gestern abend

wieder samstag
wieder tellertassenmesserwurstkäsebrötchenhonig
– gewohnheitsmäßig zwei –

und
erfasse
deinen sanften blick
dein melancholisches lächeln
dein schüchternes ich

und
entdecke
dein zärtliches verlangen
eines harmonischen er-lebens

und
erkenne
Deinen
Riß.

Diskussion: Im Leben mit Mitmenschen und deren Gefühlen stellen wir oft genug den Einschätzungsirrtum fest

Wie oft erleben wir Situationen mit Mitmenschen, in denen sich eine Differenz zwischen dem Gestern und dem Jetzt zeigt. Wir leiten oft aus zu geringen Signalen charakterliche Vorstellungen über diesen Mitmenschen ab, verallgemeinern diese Vorstellungen und bauen uns ein virtuelles Persönlichkeitsbild, das aus unseren Erfahrungsebenen kommt, das aber, und wir merken es oft viel zu spät, mit der Realität nichts zutun hat, weil wir den Traum, die Irrealität suchen, um dort das bisschen Lebensglück zu haben.

„tellertassenmesserwurstkäsebrötchenhonig“ ist zwar ein köstliches Frühstück aber nur nebensächlich, so erlebt in Hildesheim nach einer zauberhaften Nacht. Der Zauber verschwand, als die realen und müden Gesichtszüge des Alltagstrotts, sichtbar wurden; das war der Riß zwischen Gestern und Heute.

Skalpell

 

Skalpell

Gefühl von heute
konservendosengerechte zehn Zentimeter
homogenisiert, pasteurisiert, ionisiert,
irritiert,
auf Mikrowelle wartend,
schnell konsumierend:
die Distanz zwischen gestern und heute
unterscheidet Welten
vom ICH.

Diskussion: Was wäre diese Gesellschaft bestehend aus vorkonfektionierten Typen; gentechnische Forschung lässt diese Entwicklung zu

So geht es mir, das heißt, was ich hier schreibe, ist niemals allgemeingültig [Anmerkung: für eine allgemeingültige Aussage müsste jemand ein Überwesen, Gott, sein, das in der Lage ist unbekannte Erfahrungs- und Wissensebenen zu erkennen und zu analysieren; so sind selbst die bedeutendsten Theorien, gleich welchen Bereichs, nur relativ allgemeingültig – besser gesagt: sie sind nur unter bestimmten Rahmenbedingungen gültig].

Wie oft ist es mir ergangen, dass ich mir nahe kommenden Mitmenschen quasi seziere, um sie in ihren Eigenschaften zu erkennen. Naiv könnte ich entschuldigend oder erklärend sagen, ich interessiere mich für Menschen und mitmenschliche Eigenschaften. Wenn ich aber an einem weinseligen Abend tiefer mich hinterfrage, dann muss ich mir eingestehen: ich analysiere, ich seziere, weil ich nicht wieder enttäuscht oder betrogen werden will. Habe ich in meinem Leben nicht gelernt, mit Niederlagen, mit Verlusten, mit Selbstbeschädigungen umzugehen? Klar, Niederlagen, Verluste, Selbstbeschädigungen sind vordergründig niemals ein Genuss, sie eröffnen jedoch eine Chance, nämlich das Erkennen von Verbesserungspotenzialen; diese können jedoch nur dann erreicht werden, wenn wir uns von dem Gefühl einer Verletzung befreien.

Sei stark

Sei stark

Gott weiß, ich lieb Dich,
als Lebensliebe
nie vergessend
inhaltgebend
trotz Stärke

vieles nicht
bekommendistanzbehaftet
Offenheit umgehend
dichachtend
nie unzufrieden

scheide
zwiespältig – ha –

ich
sei nicht böse
sei stark

lebe
in deiner Verantwortung
frag nicht – warum –

wir sehen uns

Diskussion: Leben ist Trennung, weil es nicht gepasst hat; Trennung sollte stark machen

Oft müssen wir erst einmal in die Ferne schauen, müssen uns voneinander, auch von uns selber, distanzieren, um überhaupt Sachverhalte oder Emotionen richtig bewerten zu können. Wir sind gefangen in unserer eigenen Weltbewertung und fragen uns selbstverständlich nicht nach Korrektheit dieser Bewertung; wir können ja auch nicht fragen, weil täglich hunderte Fragen sonst zu lösen wären. Also leben wir in einem Automatismus der Unkritik.

Manchmal ist Liebe schwierig. Liebe setzt Vertrauen voraus. Das Vertrauen ist das Fundament des Hauses Liebe. Vertrauen ist das Fundament jeglichen mitmenschlichen Miteinanders, nicht nur der Liebe. Vertrauen ist das Fundament des eigenen Glücksempfindens. Vertrauen ist das Fundament von Frieden, Frieden zwischen Liebenden, Frieden zwischen Kontrahenden, Frieden mit sich und der Welt.

Vertrauen ist immer auch ein Risiko: betrogen zu werden, verletzt zu werden, missbraucht zu werden. Warum jedoch ist das Risiko so negativ behaftet? Weil wir befürchten, weil wir Angst haben, keine Lösung für den Betrug, für die Verletzung, für den Missbrauch zu haben. Würden wir die Gewissheit in uns tragen, wir schaffen eine jede Herausforderung des Lebens, die Angst vor dem Risiko wäre deutlich kleiner!

Werden wir uns doch einfach einmal klar, was Herausforderung des Lebens im Grunde wirklich heißt: das Leben ist nicht anspruchslos. Das Leben ist vergleichbar mit der Besteigung eines Berges und dem Gang über Klippen und Abgründe. Würde Angst uns lähmen, es gäbe niemals eine Bergbesteigung. Nur der, der das Selbstvertrauen mitbringt, Situationen meistern zu können, der wird in der Lage sein, eine Bergbesteigung durchführen zu können, das Leben meistern zu können. Aber auch das reicht nicht, um die Besteigung eines Berges schadlos zu meistern: kreative Selbstkritik, also solche Selbstkritik, die ergebnisoffen nach Alternativen für Fragen oder Lösungen sucht, ist im Sturm des Lebens die Grundvoraussetzung für das Bestehen im eben, für das Überleben. Was uns das Bergsteigen deutlich macht, ist, dass wir kritisches Selbstvertrauen, im Unterschied zu blindem Selbstvertrauen, im Leben brauchen.

Es gibt viele Menschen, die meinen, Vertrauen sich erkaufen zu können; sie geben, um etwas Wichtiges zu erhalten: Vertrauen. Aber genau betrachtet ist dieses Geben nicht auf der Basis eines Ethikgerüstes sondern berechnende Strategie. Diese berechnende Strategie wurde vor mehr als 2000 Jahren geboren: „Do ut des“, ich gebe, damit (!) du gibst. Sozialkompetentes Miteinander benötigt keine egoistische Strategie sondern erfordert Altruismus (Selbstlosigkeit oder Uneigennützigkeit). Genau genommen sind wir auch an dieser Stelle wieder bei der inneren Waage, die Geben und Nehmen balanciert. Was könnte in einer Liebesbeziehung jemals stärker sein als das ehrliche Geben im Unterschied zu „bekommendistanzbehaftet“ in vorgeblicher Liebe, siehe obigen Text?

Oh ja, das zerstörende Gegenargument ist, warum forderst du das Geben als Erwartungshaltung und nennst das Liebe?

Und was bedeutet Fairness in der Liebe?

Ich sage: in Liebe trägt jeder ein Stück Verantwortung mit. Verantwortung für das Glück mit sich, Verantwortung für das Glück des/der Geliebten. Ich denke daran: ich habe nur dieses einzige Leben!

freiheitlich

freiheitlich

zu sein
befreit vom ist
der zwanghaftigkeit

ende
des
zwanghaften normativen aufklärerischen humanismus

ende
des
laissez-faire

ende
des
– wir wollen doch alles respektieren –

ende
der
norm von der norm

ich bin ich
und
respektiere
und
werde respektiert
deshalb

Diskussion: Was ist das Leben ohne wahrgenommene Freiheit?

Fast beschämt- distanziert wird Freiheit gefordert. Aber Freiheit wird von den politischen und ethischen Führern unserer Gesellschaft definiert; zulässig ist das, was sie, diese politischen und ethischen Führern unserer Gesellschaft vorgeben. Dabei lebt jeder unter etlichen Restriktionen, angefangen von elterlichen Vorgaben bis hin zu virtuellen Gesetzen.

Diejenigen, die diese Restriktionen spüren, die hilflos der Verantwortung eigener Zufriedenheit im Leben gegenüber stehen, fechten den inneren Kampf des Lebens gegen die Zwanghaftigkeit aus. Dabei entsteht fast automatisch ein Vergleich:

eine Waage. In die eine Schale kommt das, was ich gebe, in die andere Schale kommt das, was der Lebenspartner gibt. Und bei Schieflage gärt in uns Unzufriedenheit, die bisweilen auch zur Spaltung führen kann. Dabei liegt es am unterschiedlichen lebensphilosophischen Konzept der Partner: Entsagung vom zwanghaften normativen aufklärerischen Humanismus vs. Standhaftigkeit in Überzeugung gelebter Vorbilder. Diese Differenz auszuhalten erfordert die Festlegung auf eine andere Art Partnerschaft: gewogener Funktionsgemeinschaft anstelle liebevoller Ehe.

Was gibt es aber Schöneres, Erfüllenderes als die gegenseitige Akzeptanz „ich bin ich und respektiere und werde respektiert“.

Als ich mich verlor

Als ich mich verlor

dachte ich, nicht denken zu sollen,
dachte ich, nicht lenken zu müssen,
dachte ich, mich trennen zu müssen,
dachte ich, nicht zwanghaft sein zu sollen,
dachte ich, nicht leiden wollen zu müssen,
dachte ich, nicht mich analysieren wollen zu sollen,

Denke ich zu vieles
und zu sollen und zu müssen
zur falschen Zeit ?

( gewidmet Heio )

Diskussion: Leben ist zweifeln; Zweifel stärkt das ICH

Es gibt diese Situationen, in denen wir glücklich sind, endlich aus unseren Rollen auszubrechen, endlich den vielfach geübten Vorgehensweisen zu entfliehen, endlich sich nicht mehr um Hergebrachtes zu kümmern. Wir denken, welch eine Freude und konsequenterweise machen wir uns einen Ausstiegsplan !

Aber sechs oder 12 Monate später stellen wir entsetzt fest: nichts hat sich geändert, wir sind fortgesetzt in der Mühle der Alltäglichkeiten. Das erlernte Leben von Jahrzehnten lässt sich nicht einfach abschütteln. Ist das ein Wunder?

Meine Frau hat mich gelehrt, aus allem, aus dem Negativsten das Positive zu sehen: ja, es ist gut, dass wir eine innere Stabilität und Zuverlässigkeit haben, ja, es ist gut, dass Mitmenschen sich auf uns verlassen können.

hab dein herz gegessen

hab dein herz gegessen

mich
hingegeben
der schieren
lust
der wilden
gier
es wallte in mir
unzügelbar
sah nichts als süßes sein
ich danke dir
für alles
und dein
schokoladenherz
umpackt
in rotem Stanniol

Diskussion: Lust am Leben ist Lust im Leben – was gibt es Schöneres?

Wieder einmal (!) verlor ich mich und verliebte mich ohne nachzudenken, ohne Rücksicherung, einfach nur so. Ungezügelte Lust in ungezügelter Freiheit.

Suchen Sie solche Lebenserlebnisse, suchen Sie solche Momente, die Sie immer wieder in Ihrem Leben schmunzelnd oder lachend hervorrufen und die Ihnen in schwersten Zeiten Hoffnung geben, unabhängig davon, dass Sie die Beziehung irgendwann wieder in rotes Stanniol einpacken und in Ihren Asservatenschrank stellen.

wir – gefunden

wir – gefunden

suchte dich
fand mich

dank für alles

Diskussion: Aus Widersprüchen gegenüber anderen lernen wir, wer wir sind

Warum „fand mich“? Weil „du“ so sehr unterschiedlich warst, dass ich unbedingt meine Positionen – für dich unsichtbar – hinterfragen musste.

Der Anstoß kam von dir und dadurch wurde meine Unzulänglichkeit bewusst, dir vor allem ! Peinlich ! Aber ich beschloss, aus der Situation das Beste zu machen: lernen !

Und beim Lernen hat man immer das Problem, neue Erkenntnisse in das komplexe ICH einzuordnen, so dass sich keine inneren Widersprüche ergeben. Widersprüche beunruhigen, machen unsicher – nein, bewusst gewordene Widersprüche sind ungeeignet, darauf ein Leben aufzubauen.

mir

mir

wie ich
mir
meinen abgrund offenlege:
sinneslust
im auch-ich

liebe mich
bitte – dennoch –
genieße lust
düfte von ihm
ohne mich
begrüßt und erwünscht
völlig ergeben
der lust zur lust

liebe mich
bitte
meine Liebe ist
anders

tiefer
weiter
umfassender

und dennoch
Lebensliebe

Diskussion: Meine Lust in meinem Leben ist speziell – ich bitte um Akzeptanz

Lust am Leben, Lust an der Lust, Lust in Liebe – profan? Lust ist Kreativität des Lebens und sehr oft Gegenstand größter Missverständnisse oder sogar Zerwürfnisse. Der Text anerkennt, dass es Menschen gibt, die „völlig ergeben (sind) der lust zur lust“. Hier in dem Text wird also Lust nicht unter dem Blickwinkel betrachtet, dass Lust das Bedürfnis oder der Wunsch ist, etwas zu tun, hier geht es um die Lust in der Liebe.

Lust in der Liebe war schon immer eine höchst umstrittene Freiheit. Ethische Leithammel in der Gesellschaft würden gern Lust nach ihren Grundprinzipien eingeschränkt wissen, weil das Freiheitsgefühl der Lust als Verlangen nach sexueller Befriedigung nicht mehr steuerbar ist. Die Steuerung von Mitmenschen ist jedoch die Grundlage der gesellschaftlichen Hierarchie. Es besteht die Befürchtung der ethische Leithammel in der Gesellschaft, dass der Verlust über die Kontrolle der Lust zu einem VerLust der gesellschaftlichen Hierarchie führt. Die Institution Kirche, allgemein gesagt, Religionen, stehen der Lust überaus kritisch gegenüber (hier Stellen aus der Bibel):

Lust vernichten durch Ironie: „12. Darum lachte sie bei sich selbst und sprach: Nun ich alt bin, soll ich noch Wollust pflegen, und mein Herr auch alt ist!“. Heute wird medial oft von einem „lüsternen Greis“ gesprochen (witzig: der Begriff „lüsternes Weib“ gibt es nicht). Die heutige gesellschaftliche Praxis ist dadurch geprägt, dass – ganz vergröbert gesagt – man zwei Gruppen an Mitmenschen hat: einerseits jene, die gern „aufklärend“ (ein anderes Wort für bestimmend) sein wollen, und jene, die ihre Lust bis ins hohe Alter leben (wollen). „meine Liebe ist anders tiefer weiter umfassender und dennoch Lebensliebe“ ist der Ausdruck dafür, dass ein tiefes Verlangen vorliegt, Lust als ein Element eines glücklichmachenden Lebens; dieser Ausdruck geht jedoch noch einen Schritt weiter: meine Liebe ist anders tiefer. Es wird hier von einer individuellen Variante von Lust gesprochen und es wird gebeten, diese Variante als Teil einer geliebten Beziehung zu tragen. Die Institution Kirche hatte schon immer sehr drastische Ansprüche an das Leben: „Wie soll ich dir doch dein Herz beschneiden, spricht der Herr, weil du solche Werke tust einer großen Erzhure, damit daß du deine Bergkirchen bauetest vornean auf allen Straßen und deine Altäre machtest auf allen Gassen? Dazu warest du nicht wie eine andere Hure, die man muß mit Geld kaufen, noch wie die Ehebrecherin, die anstatt ihres Mannes andere zuläßt. Denn allen andern Huren gibt man Geld; du aber gibst allen deinen Buhlern Geld zu und schenkest ihnen, daß sie zu dir kommen allenthalben und mit dir Hurerei treiben.“ Es warnt der ethische Leithammel in der Gesellschaft, dass der Verlust über die Kontrolle der Lust zu einem VerLust der gesellschaftlichen Hierarchie führt. Wir müssen jedoch auch deutlich sagen, dass gesellschaftliches Verhalten von Generation zu Generation einerseits normativ vererbt, andererseits im Rahmen der Vererbung immer leicht verschiebt.

Lust vernichten durch Angsterzeugung: „34. Daher dieselbige Stätte heißt Lustgräber, darum dass man daselbst begrub das lüsterne Volk.“ Es wird vor dem lüsternen Volk gewarnt, es wird die Vision „Grab“ als Abschreckung zu Hilfe genommen, um Lust in den Griff zu bekommen. Offen werden Greueltaten gegenüber jenen, die der Lust pflegen, gefordert: „Und sollen Haufen Leute über dich bringen, die dich steinigen und mit ihren Schwertern zerhauen“. Lust = Teufel, Teufel = Nichtkirche.

Lust vernichten durch Folgsamkeit: „22. Auch so erzürnetet ihr den Herrn zu Thabeera und zu Massa und bei den Lustgräbern.“ Die Bibel spricht über die „Lust deiner Seele“. „Wenn du in einen Streit zeuchst wider deine Feinde, und der Herr, dein Gott, gibt dir sie in deine Hände, dass du ihre Gefangenen wegführest, und siehest unter den Gefangenen ein schön Weib und hast Lust zu ihr, dass du sie zum Weibe nehmest, so führe sie in dein Haus und laß ihr das Haar abscheren und ihre Nägel beschneiden und die Kleider ablegen, darinnen sie gefangen ist, und laß sie sitzen in deinem Hause und beweinen einen Mond lang ihren Vater und ihre Mutter; danach schlaf bei ihr und nimm sie zur Ehe und laß sie dein Weib sein.“ Nach der Bibel gibt es eine klare Dominanz in der Beziehung zwischen Mann und Frau, mit „Gefangenen“ hat diese Sichtweise nichts zu tun. Lust dient zur Zeugung von Kindern, Kinder dienen zum Weitertransport der christlichen Glaubenslehre. Mit der heutigen Wirklichkeit hat dieser Auszug aus der Bibel nichts gemein.

Der obige Text „liebe mich bitte, meine Liebe ist anders …“ ist der Ausdruck dafür, dass ein tiefes und gefühlt unübliches Verlangen vorliegt und für Akzeptanz dieses unübliches Verlangens darum gebeten wird zumindest zu akzeptieren, woraus auch immer dieses unübliche Verlangen besteht. (Es gibt inzwischen unendliche Lustvarianten) aber für alle innerhalb einer zwischenmenschlichen Beziehung ist gemeinsam, dass nur dann eine glückliche und zufriedenstellende Zukunft der Persönlichkeiten ermöglicht wird, wenn man sich in dieser jeweiligen Lustvariante zunächst geistig annähert. Diese geistige Annäherung ist ein höchst schwieriges Unterfangen, weil seit der Kindheit durch die Eltern und deren Umgebung das normative Rollenverhalten trainiert wird. Dieses Rollenverhalten ist Bestandteil unseres gesamten Wertegerüstes; Änderungen an diesem Wertegerüst ziehen nach sich, dass fast alles auf Homogenität bewusst oder unbewusst überprüft wird. Daran scheitern etliche Beziehungen, wenngleich es heißt, dass das Durchbrechen des erlernten normativen Rollenverhaltens zwar oft sehr schwierig ist und eine unendlich erscheinende Kraft kostet, dass jedoch ein neues Rollenverhalten letztlich das Wohl der Beziehung fördert.

Ein Verfahren könnte helfen, im Falle von Diskongruenz Klarheiten zu schaffen:

Stellen wir uns einmal vor …

Stellen wir uns einmal vor: Was wäre, wenn das neue Rollenverhalten (die neue Lusterfüllung) in der Beziehung gelebt würde?

Stellen wir uns einmal vor: Was wäre, wenn das neue Rollenverhalten (die neue Lusterfüllung) in der Beziehung verweigert würde (hier Emanzipationsargumente anzuführen, das wären Totschlagargumente)?

 

Macht

Macht

aus der dunkelheit des unfassbaren
wächst du

macht

hellgleißende erkenntnis beleuchtend:
öffnet euch, freunde

seid frei vom zwang

lasst liebe sprechen

vergesst euch und

gebt euch hin

Liebe
Licht und
Kraft
werden Zwang beenden – glaubt an mich

Diskussion: Verführung, auch die bitterste, hat viele Namen – wir müssen sie nur erkennen

„Glaubt an mich“, welch eine theistische Forderung! Die Verführung zu allem. Heute mehr denn je wird geworben um die größte Irritation:

  • vergesst euch
  • gebt euch hin
  • seid frei vom zwang
  • öffnet euch

das Unfassbare, was immer es konkret auch ist, wird vom großen Verführer beschworen. So wachsen Satanskulte, so wächst die Pornoindustrie, so wächst Perversion [was ist das eigentlich?]. Was gestern Lebensinhalt war, ist heute niedergerissen. Und das ist die Kehrseite der Freiheit: die Verführung zur Unfreiheit! Artikel 3 des Grundgesetzes sagt: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“

Niemand darf wegen seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden, was immer religiös oder politisch bedeutet. In jedem Falle wird ein Diskriminierungsverbot, das Verbot der Verletzung von Persönlichkeitsrechten, ausgesprochen.

Es ist fraglich, ob die zu weite Auslegung des Artikel 3 des Grundgesetzes dem Wohl der Gesellschaft dient.

Des Tages Traum

Des Tages Traum

Das Grün des Waldes ist nur Schein,
des Menschen Liebe häufig gleichermaßen.
Verlacht, verspottet ungehört verhallt
der Schrei nach dir.

“ An Hindernissen sich beweisen,
das braucht ein Mann“ * – ich lache!
Der Wert des Menschen scheint
mit seiner Falschheit zu erblühen.

 

 

* „SIR“ – Reklame 1974

Diskussion: Für unsere industrielle Gesellschaft besteht das Grundprinzip aus Verführung

Das war Werbung 1974 – und ist, mit anderen Worten, Werbung 2017. Die Anstachelung zur Leistung mit der Vorgabe: das braucht ein Mann, eine gefährliche Psychologie zum normativen Leben. Und wenn SIR (welch ein Produktname für ein Rasierwasser, das 1933 von „4711“ aufgelegt wurde) so etwas sagt, dann hat das Gewicht und ist von jedem Mann zu überdenken: der ewig Starke, der ewige Bezwinger, der Fels in der Brandung.

Wir erleben täglich in der allgegenwärtigen Werbung eine virtuelle Welt. Selbst dem Marodesten können wir noch etwas Positives abgewinnen. Und die Suche nach Liebe und Zuneigung wird oft genug so beschrieben: „Verlacht, verspottet, ungehört verhallt der Schrei nach dir“.

Auch das ist Leben: der Umgang mit Frustrationen, gern wird die Fachsprache „Frustrationstoleranz“ gequält.

Du bist mein … deshalb

Du bist mein … deshalb

aus

mißachtung
respektlosigkeit
egozentrik

Du bist mein

aus

ehe
dasein
liebe

Du bist mein

ich bin dein mann

sage einst nicht, besitzdenken schlüge selbstachtung sparkassenwerbungsartig tot

Diskussion: Leben ist Respekt der ICHs Anderer

  1. Wertebetrachtung

„Du bist mein“, wie oft hört man diesen oder ähnlichen Spruch in einer Partnerschaft. „Das gehört mir“, dieser Computer, das wäre noch verständlich, aber gegenüber einer anderen Person zu sagen „Du bist mein“, „Du gehörst mir“, das ist jenseits aller Werte. Personen sind keine Sachen!

Warum sagt jemand so etwas? Ist da der Missachtung, Respektlosigkeit, Egozentrik die Ursache? Sagt eine Person das, weil eine Ehe, allein das  Dasein oder gefühlte Liebe so denken oder empfinden lässt?

Und die angesprochene Person, die diesen Spruch hört, sollte seiner Selbstachtung gewiss sein, sollte aufbegehren, denn manchmal ist es besser einen Schlussstrich zu ziehen, aus dem Selbstwertgefühl und der Selbstachtung. Wir sind auch an

dieser Stelle wieder bei der Waage: Wer das Selbstwertgefühl nicht achtet, wer Respektlosigkeit oder Egozentrik (bewusst oder unbewusst) walten lässt, der hat ein Besitzdenken, das solche Sätze „Du bist mein“, „Du gehörst mir“ sagen lässt. Einen ethischen Wert kann man aus solchen Sätzen nicht erkennen!

Wie häufig aber entschuldigen wir, vielleicht aus Liebe, solche Sätze, solch einen Umgang. Und eine Entschuldigung heißt: „nur so gesagt“.

2. Nur so gesagt

Vieles wird „nur so gesagt“, flapsig kommt ein Satz ohne langes Nachdenken und der, der mit diesem Satz (auf)gefallen ist, sagt dann entschuldigend „das hab ich doch nur so gesagt“ und erwartet, dass der Getroffene diese Entschuldigung akzeptiert. Nichts sagt man einfach so, dafür arbeitet unser Gehirn zu komplex. Bevor uns bewusst wird einen Satz zu sagen, ist dieser Satz schon lange im Gehirn fertig (tendenziell vorformuliert), haben die Gehirnregionen limbisches System, Großhirnrinde und Frontallappen bereits ihren Kampf um die Inhaltspriorität ausgefochten. Das Gehirn reicht das Ergebnis dieses inneren Dialogs an das Sprachzentrum, dort werden uns die Inhaltsprioritäten bewusst, dann haben wir noch die Möglichkeit, diese und jene Satzverzierung zu machen. Ergebnis: die Inhaltspriorität fließt aus uns heraus, inklusive die Satzverzierungen.

Nichts wird nur so gesagt! Selbst wenn lügnerisch eine Aussage kommt, auch das zeigt die möglichen Inhaltsprioritäten: Egozentrik, Taktik, Strategie, Missachtung und so weiter; man wendet Egozentrik, Taktik, Strategie, Missachtung an, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen!

Selbst wenn man nun sagen würde, etwas wurde aus Dummheit (fehlende Klugheit) gesagt, auch das entschuldigt nicht.

3. Resümee

Es ist ein blöde erscheinender Spruch der Alten: „Drum prüfe, wer sich ewig bindet“. Lerne den Partner, die Partnerin genau kennen, be-greife sie/ihn. Werde dir klar, welche Art Persönlichkeit zu dir passt.

Ich gebe zu, mit folgenden „Strategien“ bin ich mir total unklar:

  • „gleich und gleich gesellt sich gern“ beziehungsweise
  • „Gegensätze ziehen sich an“

zu wissen, was richtig ist, ist entscheidend für die Partnerwahl. Professor Gigerenzer würde sagen: lass den Bauch entscheiden. Ob er damit meint, lass den Kampf der Gehirnregionen limbisches System, Großhirnrinde und Frontallappen ausfechten und bemühe dich nicht zu priorisieren? Eines ist sicher: der Kampf der Gehirnregionen um Priorisierung spiegelt den momentanen Bewusstseinsstatus des ICHs wider. Was wäre besser, auf dieses ICH zu hören?

 

Der Empfindung anderes Gesicht

Der Empfindung anderes Gesicht

des egoismus halber
verletzung aller sinne
verachtungszurückweisung
tränengefüllte kälte

distanz

Selbstzerstörung
in vollendet
empfundener Liebe:
Haß,
blanker Haß,
der morgen schon Liebe heißen kann,
des Egoismus halber.

Diskussion: Begegnet uns nicht oftmals purer Egoismus und müssen wir dieses Spiel mitmachen?

Selbstzerstörung in vollendet empfundener Liebe – wird uns oft, viel zu oft, nicht bewusst, diese Selbstzerstörung, wie klein oder unbedeutend diese auch immer sein mag. Warum sage ich „Selbstzerstörung“?

Der Irrtum erster Art: Selbstzerstörung. Zerstören wir uns selbst oder werden wir zerstört oder wird unser Selbst, unser ICH zerstört? Werden wir angegriffen, so liegt es auch an uns, ob dieser Angriff uns infrage stellen lässt. In einer Firmenschulung erhielten in dem Falle die Teilnehmer den Ratschlag: „Lasst den (geistigen) Unrat an euch vorbeifließen“. Etwas rustikaler heißt es: „Was kümmert es die deutsche Eiche, wenn eine Wildsau sich an ihr reibt?“ Der amerikanische Theologe Reinhold Niebuhr verfasstes folgendes Gebet (das ist auch Leitmotiv für ein Unternehmen, also Firmenkultur):

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Zu diesem ‚den geistigen) Unrat an euch vorbeifließen lassen‘ gehört Gelassenheit, nach Niebuhr. Wirklich nur Gelassenheit? Was erzeugt Gelassenheit? Selbstbewusstsein, Selbstüberzeugung, Selbstwertgefühl – sind diese Eigenschaften vorhanden und bewusst, auch in kritischer Selbstdistanz, dann kann man gelassen sein. Dann gibt es keine Zerstörung des Selbst(wertgefühls).

Der Irrtum zweiter Art: Man könnte doch auch denken, der andere zerstört mich? Ursache und Wirkung werden dabei außer Acht gelassen. Ich lasse es zu, dass mit mir so umgegangen wird, das ist die Ursache! Ich muss an mir ansetzen und nicht an dem anderen. Oft reichen Selbstbewusstsein, Selbstüberzeugung, Selbstwertgefühl in Gelassenheit nicht aus! Der aggressivere Typus wird zum Gegenangriff übergehen: das lass‘ ich nicht mit mir machen. Der friedlichere Typus wird zur Wohlfühlwelt übergehen: wir haben uns doch alle soooo lieb. Der Denkertypus wird beginnen, Inhalte, Logik und Strategie des Angriffes durch Inhalte, Logik und Strategie zu kontern. Und eine jede Äußerungsform führt zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Der Irrtum dritter Art: in vollendet empfundener Liebe – oft meinen wir, es wäre Liebe, was ist Liebe eigentlich? Liebe scheint zu einem Großteil aus Gefühlen (limbisches System) zu bestehen. Auf einer Internetseite (Link) war neben medizinischen Erklärungsversuchen zu lesen: „Somit ist die Liebe also das schönste Gefühl der Welt, gleichzeitig aber auch schrecklich, weil wir uns in einer Situation befinden, die unsere Psyche und unseren Körper fordert und manchmal auch überfordert. Alles erinnert uns an den Partner und ist er auch nur ein Weilchen weg, verzehren wir uns vor Sehnsucht. Wir sind ›süchtig‹ nach unserer ›besseren Hälfte‹.“ Nette Worte, die die Substanz Liebe nicht beschreiben. Nähme man an, Liebe wäre etwas, das außerhalb eines menschlichen Erklärungsraumes wäre, dann muss man sagen: es gibt ein Liebesgefühl. Aber, und damit begann „Irrtum dritter Art“: in vollendet empfundener (wahrgenommener) Liebe. Ist das, was wir wahrnehmen wahr? Die Wirtschaftspsychologie gaukelt uns das vorgeblich Wahre vor. Die Kunst, einen Gegenstand zu verkaufen, liegt darin, eine Wunschwelt als wahre Welt empfunden werden zu lassen: Selbstbetrug ist das Erfolgsrezept! Weil auch gerade die Psychologen den inneren Kampf zwischen limbischen System, Großhirnrinde und Neokortex (Frontallappen) kennen!

Würde uns Selbstbewusstsein, Selbstüberzeugung und Selbstwertgefühl bewusst sein, was würde

  • verletzung aller sinne
  • verachtungszurückweisung
  • tränengefüllte kälte
  • distanz

mit uns machen? NICHTS!

 

häng an dir

häng an dir

jetzt kenn ich
dichmich
einstellungsvoll
inhaltsbeladen
abwägend
nicht nur sympathisch
häng ich an dir

jetzt kenn ich
dich mich
zutiefst
tiefst
entschieden

häng ich an dir

ich Klotz

Diskussion: Manchmal, eigentlich selten, finden wir die Kongruenz. Der schlimmste Fehler: kletten, an irgendjemanden, an irgendetwas

Was ist das für ein erhebendes Gefühl, zu spüren, dass diese, genau diese Entscheidung, richtig war. Es ist oft ein Glücksgefühl, das uns das Leben in seinem Wert, in seinem Optimismus, nur noch in rosa Wolken erscheinen lässt. In dieser Situation wollen wir alles tun, um nicht nur die Anfangszeit zu erleben, wir wollen oft alles tun, dieses Glücksgefühl so lange wie möglich zu erleben.

Nein, wir formulieren nicht intern, dass wir uns X Jahre zusätzlich vorstellen, wir würden ad infinitum dieses Glück erleben wollen. Dieses Gefühl wird um so intensiver wahrgenommen, je mehr kritische Situationen und damit Niederlagen jemand erlebt hat. Aus dem Geschäftsleben kennen wir den Status-quo-Effekt, dass für Mitarbeiter unvorstellbar ist, eine andere Aufgabe anzunehmen.

Lassen wir einmal über Niederlagen sprechen: ja, es wird gern vermieden über Niederlagen zu sprechen! Es ist idiotisch, dass in unserer Gesellschaft Niederlagen höchst negativ betrachtet werden. Die Zeitung „DIE ZEIT“ schrieb einen beeindruckenden Artikel „Die Kunst des Scheiterns“ (Link) und stellt als Kernsatz fest: „Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der Menschen an ihren Erfolgen gemessen und für ihre Niederlagen verurteilt werden“. Seit frühester Kindheit wird von den Eltern immer wieder vorgebetet „mach dieses oder jenes … du willst doch Erfolg haben“. Die Wirkung: Niederlagen speichern wir als Lern- und Erfahrungsereignisse ab, ist ganz besonders schlimm. Und die Konsequenz ist: erleben wir nicht schlimm empfundene Niederlagen, dann bleiben wir gern in der jeweiligen Situation, bei dem jeweiligen Partner oder Mitmenschen. Nochmals „DIE ZEIT“ zitieren: „Damit wir an Niederlagen wachsen können, müssen wir richtig mit ihnen umgehen. Wir brauchen ein neues Bewusstsein für unsere Schwächen“.

In Beziehungen erleben wir oft kaum etwas anderes: wenn wir uns bei einem Partner wohlfühlen – warum sollte man wechseln, warum aus der Wohlfühlsituation ausscheren? Dann jedoch, wenn partiell in einer Wohlfühlsituation Bedürfnisse fehlen, dann beginnt diese Wohlfühlsituation Risse zu bekommen. Aber auch damit müssen wir im Leben auskommen:

Stellen wir uns doch einfach aus unserer Historie vor: wir haben schon etliche Situationen als Niederlage empfunden und positiv geschafft.

 

Ich hatt einen Kameraden

Nein, nicht das Soldatenlied

ich hat einen Kameraden

ich kannte dich
dichmich

geliebte Einheit

in respektierter Zweisamkeit

gestern distanz null

heute unendlich

leere bleibt

sehen wir uns?

Bitte triff mich nochmals

Diskussion: Abschied in Liebe und Zuneigung oder Respekt ist der schwerste Moment im Leben. Loslassenkönnen (orthographisch falsch) in der Erinnerung schönster Zeiten, ob an einen Menschen oder ob an eine Sache. Nun verstehe ich meine Mutter.

Egal, ob

  • jemand die Beziehung beendet oder
  • jemand verstirbt oder
  • ein besonderer Moment, wie lang auch immer vorübergeht,
  • egal, ob Abschied selbst gewählt oder fremd bestimmt wurde,

Abschied in Liebe und Zuneigung ist der schwerste Moment, weil das Zurückblicken auf erfüllte Gemeinsamkeiten das Gefühl hinterlässt, es kommt so erfüllend nie wieder, weil die Erinnerung an Ereignisse, Highlight im Leben, nie aus dem Gedächtnis verschwindet.

Zentrale Ursache für das nicht Loslassen können ist, nach meiner Erfahrung, glauben, dass in dem Ereignis, das uns so sehr belastet, etwas Einmaliges, niemals Wiederkehrendes liegt:

derartige einmaligen Lebensereignisse gibt es viele, die uns teilweise viele Jahre rückblickend belasten können. Für sensible Menschen reicht auch eine potenzielle Entwicklung aus, um dieses Gefühl „Abschied“ schmerzhaft zu erleben.

Worin liegt die Wurzel dieses nicht Loslassenkönnens? Unser Selbstbewusstsein wirft uns in einen fürchterlichen psychischen und schmerzhaften Abgrund:

  • eine solche Partnerschaft werde ich nie mehr bekommen,
  • eine solche Berufschance werde ich nie mehr bekommen,
  • eine solches Haustier werde ich nie mehr bekommen,
  • eine solche Wohnumgebung werde ich nie mehr bekommen,
  • einen solchen Urlaub werde ich nie mehr bekommen,

so denken wir, weil wir der Überzeugung sind, gemischt manchmal mit dem Gefühl, einen entscheidenden Fehler gemacht zu haben, mit meiner Persönlichkeit, mit meinen Fähigkeiten niemals mehr im Leben dieses Glück erleben zu können.

Schaut man sich Synonyme an, dann wird der hoch emotionalen Betrachtung eine neue Ebene zugefügt:

  • sich festbeißen
  • sich fixieren auf
  • sich verbeißen in
  • sich verbohren
  • sich verrennen in
  • sich versteifen auf
  • sich verrennen
  • weiter mit sich herumschleppen
  • weiter mit sich herumtragen.

Hier wird eine zweite Ebene neben dem Verlustgefühl deutlich: das sich zwanghafte Fixieren auf das, was so schön war. Ich behaupte, je mehr eine Person davon überzeugt ist, durch etwas niemals mehr im Leben dieses Glück erleben zu können, je versteifter ist diese Persönlichkeit bezüglich der Vergangenheit.

Solche Tipps wie, heule Rotz und Wasser, solche Tipps helfen nicht weiter. Eva-Maria Zurhorst: „Immer wenn wir glauben, dass wir etwas brauchen, sagen wir indirekt, dass wir schwach und unvollkommen sind. Jedes Mal wenn wir entdecken, dass wir etwas nicht mehr brauchen, wachsen unser Selbstwertgefühl und unsere Liebesfähigkeit, entsteht paradoxerweise Fülle. Das heißt, alles – von der Mutterbrust angefangen – was wir loslassen können, macht uns sicherer, wohlhabender und freier. Wachstum heißt, dass wir Stück um Stück unsere Bedürftigkeit loslassen können und nicht, dass wir ständig Neues bekommen.“ Ich stimme Frau Zurhorst zu: es ist, wie zuvor gesagt, unser Selbstbewusstsein.

Aber es kommt manchmal ein weiterer Aspekt hinzu; Gedankenwelt.de schreibt (Link): „Eine Vergangenheit voller negativer Erfahrungen kann einem sehr zu schaffen machen. Anstatt von diesen Erfahrungen zu profitieren, aus ihnen schlauer zu werden, um Fehler in Zukunft nicht erneut geschehen zu lassen und aus ihnen etwas für das Leben zu lernen, begehen viele Menschen den Fehler und schließen mit ihrer Vergangenheit nicht ab. Es wird zunehmend schwerer, nach vorn zu schauen. Einige Personen tragen diese Last sogar ihr Leben lang auf ihren Schultern und kommen in emotionaler Hinsicht nicht vom Fleck.“
„Eine Vergangenheit voller negativer Erfahrungen“ würde ich umformulieren in „Eine Vergangenheit mit negativen Erfahrungen“, weil allein eine Erfahrung ausreicht, um eine Belastung im gesamten Leben zu sein. Es geht jedenfalls bei Gedankenwelt.de um das Abschließen, das emotionale oder logische Beenden, das aus der Situation die Erkenntnis gewinnen.

Helfen folgende Fragen bei der Lösung nicht weiter?

  1. welche Situationen werden mir bewusst, in denen ich gute Lösungen zeigte?
  2. welche Alternativen werden mir bewusst, die zufrieden machten?
  3. was hilft es heute, das unabänderliche Vorgestrige aufzuarbeiten?

und

“Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden”

 

Konjunktiv

Konjunktiv

könnte,
sollte,
wollte

lieben

Erlebte des Tages Tau
und
möchte wieder in Cumuli fallen.

Diskussion: Wir nehmen uns oft, emotionsgeleitet, Vieles vor und enttäuschen uns

Zur Erklärung: ich bin sehr oft mit dem Flugzeug in der Welt gewesen. Und wenn Sie zum Fenster rausschauen und die großen Cumulus- Wolken sehen, dann könnte das irrationale Gefühl entstehen, dort hinein sich fallen zu lassen.

Konjunktiv, also die Ausdrucksform, die einen Wunsch, eine Möglichkeit ausdrückt, wird hier in Bezug auf eine neue Liebe nachdem die alte Liebe sich aufgelöst hatte (Tages Tau) als wünschenswert angesprochen. In diesen Gedanken wird ausgedrückt, dass wir alle von glücklichen Emotionen zehren, dass wir sie uns wünschen, um dann das Leben voll zu genießen. Ob Liebe, ob Freundschaft, ob Hinwendung, ob Sache – all das kann glückliche Emotionen erzeugen.

Nur, mit dem Konjunktiv allein erreichen wir nichts. Glücklich machende Ziele müssen auch umgesetzt werden. Die Politik, genauer, die SPD, hatte mit Herrn Müntefering ein Paradebeispiel an Konjunktivbetrug vollzogen:

wir wissen, in der Vorwahlzeit legt jede Partei ein Wahlprogramm mit Zielen vor. Es wird so getan, als würden das im Falle einer Wahl zu realisierende Vorhaben sein. Was aber sagt die SPD (bisher nicht zurückgenommen) dazu? „Wir werden an den Wahlversprechen gemessen – das ist unfair.“

Man lasse sich diesen Satz auf der Zunge zergehen: nicht unfair ist, nach der SPD, dass Politiker Versprechen nicht einhalten! Politiker werden durch die SPD geradezu zum Wahlbetrug aufgefordert.

ich, virtuell 1

ich, virtuell 1

als ich dich sah
mit deinen buchstaben
auf flimmerndem bildschirm
und du
wuchsest
zur scheinbaren realitaet
und ich
entwickelte
gefuehlte emotionalitaet
und wir
flogen davon
einig zunaechst
liebevoll
fast zaertlich

spaeter, in der Analyse wurde gesagt

irgendwann sitzt du nur noch vorm PC
und träumst dein leben

Diskussion: wird uns eigentlich noch bewusst, dass wir zu einem Großteil nur noch virtuell leben?

Ein scheinbarer Widerspruch „gefuehlte emotionalitaet“ – ist Emotionalität nicht immer gefühlt? Erweitert gefragt: welchen Wert hat Emotionalität, die aus der virtuellen Welt, der Welt der Vorstellung, des Irrealen, stammt? Gut, man könnte auch kritisch anmerken, jede Emotionalität ist virtuell. Also müssen wir uns erst einmal darüber verständigen, was Virtualität ist. Wikipedia sagt dazu am 26.6.2017 (Link): „Virtualität ist die Eigenschaft einer Sache, nicht in der Form zu existieren, in der sie zu existieren scheint, aber in ihrem Wesen oder ihrer Wirkung einer in dieser Form existierenden Sache zu gleichen.“ Dieser Definition stimme ich nicht zu und wünschte folgende Erklärung: „Virtualität ist die Eigenschaft einer Sache, nicht in der Form zu existieren, in der sie zu existieren vermutet wird, jedoch in der Realität nicht existiert“. In dem Sinne muss also Emotionalität nicht aus dem Realen stammen, so dass es eine virtuelle Emotionalität (Einbildung) und eine reale Emotionalität gibt. Wenn hier also von der „gefuehlten emotionalitaet“ gesprochen wird, ist es die eingebildete Emotionalität.

In dieser eingebildeten Emotionalität leben wir immer öfters: hier am Computer erleben wir die eingebildete Emotionalität, im Kino erleben wir die eingebildete Emotionalität, im Fernsehen erleben wir die eingebildete Emotionalität, die oft mit der realen Welt wenig zu tun hat. Worum wir uns jedoch bemühen sollten ist, dass wir den Blick, den Geist, für die reale Welt nicht verlieren.

„irgendwann sitzt du nur noch vorm PC und träumst dein leben“

ich, virtuell 2

ich, virtuell 2

als ich dich sah
mit deinen buchstaben
auf flimmerndem bildschirm

was nutzt dir denn die schönste Phantasie,
wenn du sie nicht LEBEN kannst ?

nichts !

Diskussion: während virtuell 1 das Thema, dass wir zunehmend virtuell leben, verallgemeinernd betrachtet, zeigt virtuell 2 auf, dass wir beginnen, auch menschlichste Bedürfnisse nur noch virtuell zu leben

Anzeigen werden geschaltet, von elektronischen Zeitungen, Kontakte werden geknüpft, in entsprechenden Foren, der Austausch erster Gedanken findet statt über PNs, Chats und E-Mails. Vorgestanzte Fragen von gestern werden mittels Copy & Paste auf die neue Virtualität übertragen. Aus einem 45 jährigen Mann wird („irrtümlich“, „Schreibfehler“) ein 40 Jähriger. Manche gehen sogar so weit, dass sie Selbstbilder aus dem Internet suchen.

Spezielle Partnerschafts- Findungsseiten haben virtuelle Frauen eingestellt, die keine andere Aufgabe haben, männliche Kunden anzuschreiben, sich mit denen virtuell maximal anreizend zu „unterhalten“. Alles gelogen!

Es gibt Internetseiten, die die einzige Aufgabe haben, eine möglichst schnelle Befriedigung zu erreichen. Filme, Bilder, Themen aller Art, das Abartigste ist im virtuellen Internetraum Realität.

Selbst die Politik geht zunehmend auf solche gesellschaftlichen Tendenzen ein: mit Bürgern „unterhält“ man sich über das Internet. Virtuelle Bedürfnisbefriedigung und politische Bürger“nähe“ ist lebendige Realität.

Und auch diese Internetseite erfüllt – Selbstkritik – die Bedürfnisse nach vertiefter Information und Kritik. Ich kann mir vorstellen, dass der eine oder andere Leser nun denkt, diese Internetseite hat ein ewig Gestriger geschrieben. Diese Internetseite schreibt jemand, der Unternehmer war und täglich mit hunderten Mitarbeitern zu tun hatte, also nicht in virtuellen Räumen lebte. Es sei zugegeben, das Internet eröffnet das Undenkbare zum Denkbaren, gibt jedem eine Chance die persönlichen Neigungen auszuleben, virtuell. Will heißen, das Positive und Negative liegen auch hier dicht beieinander.

Wir sollten uns vergegenwärtigen, dass das wirkliche Leben real, das heißt hautnah, ist. Wie häufig bei Innovationen: ist die Nutzung des Internets in diesen Zeiten natürlich extensiv und schwingt zurück, wenn uns bewusst wird, dass die Virtualität (virtus, lateinisch Tugend, Tapferkeit, Tüchtigkeit, Kraft, Männlichkeit – beinhaltet im Kern „vir“, der Mann) das Leben nicht löst?

Hoch lebe „Soylent Green“ !

Wieder soweit

Wieder soweit

Wenn Schmerz beginnt,
Gedichte näher rücken,
starres Lächeln,
kühle Augen,
verschränkte Arme,
verkniffene Lippen
Fragen sinnlos machen,
beginnt die Flucht
vor
Erniedrigung,
Zurückweisung,
Kälte
im Sehnen nach Wärme.

Hetze, Hirsch,
denn der Fangschuß steht schon im Visier;
das Ziel ist zu weit,
um endgültig aufzugeben.

Diskussion: Never quit, diese amerikanische Redensart wird gefordert, weil keine Erniedrigung, Zurückweisung, Kälte verletzend genug sein kann zu resignieren

Es ist einfach aufzugeben. Aufgeben ist jedoch kein natürlicher Baustein im Leben, es sei denn, man würde das selbstbestimmte Ausmendeln (so nenne ich das natürliche genetische Beenden) bejahen. Tief schockiert schrieb ich diese Zeilen, nachdem mit eine Freundin mitteilte, dass ihr unheilbarer Freund in Hessen seinem Leben mit der Einnahme spezieller Tabletten ein Ende bereitet hatte. Das Drama (für uns) wurde überhöht dadurch, dass er seine (geschiedene) Mutter in seinen Plan einweihte und die beschloss, zusammen mit ihrem Sohn diesen Weg zu gehen. Beide nahmen diese Tabletten ein, beide gönnten sich diesen Fangschuss.

Leider viel zu oft geht es uns so, dass wir meinen einer Situation nicht Herr werden zu können. Wir versuchen es, einmal, zweimal … und es macht sich das Gefühl breit: wir schaffen es nicht.

Geben wir uns diesem Gefühl nicht hin!

Wir schaffen es! (Nein, das ist kein Merkel- Zitat)

Die Schnittmenge

Die Schnittmenge

beruehrungsnahe distanz
– schnittmenge –
erfassend
ergreifend
definiert interesse
definiert identifikation
definiert liebe
start zum leben

beruehrungsnahe distanz
– schnittmenge –
erfassend
ergreifend
definiert einflussnahme
definiert abgrenzung
definiert kontrolle
start zum ende

beruehrungsnahe distanz
– schnittmenge –
erfassend
ergreifend
definiert diskussion
definiert analyse
definiert diskongruenz

Start zum Lernen

jene schablone war wieder zu eng

Diskussion: Mit Vorsicht nähern wir uns an, an Dingen, an Menschen, an Ungreifbarem und stellen häufig fest, wir sollten Vorsicht durch Lernen ersetzen

Was macht uns Menschen häufig so unendlich vorsichtig? Was lässt uns abwägen, diesen oder jenen Gedanken, nicht einmal konkreten Weg, zu vollführen? Ich behaupte: je steiniger der Lebensweg war, je mehr Vorsicht lassen wir walten, je weniger suchen wir eine Schnittmenge, den Kompromiss. Kompromisse zu begehen heißt, ein stückwegs bereits nachzugeben, neues Terrain zu begehen und mit dem neuen Terrain beginnen neue Risiken, neue Steine auf dem Lebensweg, die man doch eigentlich vermeiden wollte.

Was uns erfasst, was uns ergreift, was unser Interesse weckt und sogar teilweise Identifikation erzeugt, das ist für manche Mitbürger bereits gefährlich zu bezeichnen. Es hat etwas damit zu tun, was bereits beschrieben wurde: Die Zeitung “DIE ZEIT” schrieb einen beeindruckenden Artikel “Die Kunst des Scheiterns” (Link) und stellt als Kernsatz fest: “Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der Menschen an ihren Erfolgen gemessen und für ihre Niederlagen verurteilt werden”.

Ich war Leitende Führungskraft in einem Unternehmen, in dem es hieß: einmal darfst du einen Fehler machen, einmal! Was heißt das? Du bekommst Angst, schiere Angst, einen unbekannten Schritt zu tun, weil jeder unbekannte Schritt ein Risiko darstellt; andererseits möchtest du auch zeigen, dass du der Aufgabe als Mitarbeiter gerecht wirst; das schaffst du nicht dadurch, dass du wie ein Schaf in einer Schafherde hinter den anderen her trottest. Du denkst dir Innovationen aus … und die könnten wieder die berühmten Steine auf dem (Erfolgs)weg sein.

Im Leben, sei es im Berufs- oder Privatleben, kommen wir immer wieder in ein Dilemma:

Man sollte

  • niemals aufgeben (never quit)
  • immer kreativ, innovativ, witzig – mit einem Wort „einmalig“ sein
  • nicht mehr als einen Fehler machen.

Aber kreativ, innovativ, witzig – mit einem Wort „einmalig“ sein und niemals aufgeben (never quit) beinhalten die Gefahr des Scheiterns, des Fehlermachens. Wie sollte man das bewältigen ohne (wieder) zu scheitern? Der Tipp, das Firmenmotiv, der Wahlspruch des Zentrums Innere Führung der Bundeswehr, „Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden“ hilft nicht sehr viel weiter! Wer ist Gott? Sagt er etwas? Hilft er in einer konkreten Situation? Wie wende ich mich an das Irrationale, Übersinnliche? Der Tipp hilft nicht weiter!

Und am Ende stellst du fest, verdammt, ich bin wieder gescheitert, weil ich diese oder jene Kleinigkeit nicht beachtet hatte oder weil ich diese oder jene Kleinigkeit nicht beeinflussen konnte (jene schablone war wieder zu eng).

Was DIE ZEIT schreibt “Damit wir an Niederlagen wachsen können, müssen wir richtig mit ihnen umgehen. Wir brauchen ein neues Bewusstsein für unsere Schwächen” ist nur die Hälfte der Wahrheit; die andere Hälfte ist die, dass unsere Eltern uns niemals beigebracht haben, dass Niederlagen etwas ganz Natürliches sind. Erst wenn wir das verinnerlicht haben, können wir, wie DIE ZEIT schreibt, mit Niederlagen richtig umgehen.

Niederlagen sind positiv, weil sie uns eine Chance zum Lernen geben!

Abschied

Abschied

leben ist tod
emotionslos

110965m3302
tritt ab

170469k1201
tritt auf

versuchsweise

Diskussion: wir sind Nummern in einem als Demokratie genannten Staatensystem und diese Nummern leben und sterben als Nummern

Dass Niederlagen zum Leben gehören ist mehrfach hier besprochen worden; Niederlagen, Verluste, Fehler sind Chancen, weil wir daraus lernen können. Was ist „lernen“? Lernen ist der Wunsch sich zu verbessern. Wer würde lebenslanges Lernen infrage stellen?

Etwas anderes ist das Event Tod. Auch der Tod gehört zum Leben. Ganz normal. Ganz emotionslos. Wir werden geboren um zu sterben. Ganz normal. Ganz emotionslos. Für Hinterbliebene ist das oft ein grausamer Event, weil ein Lebensinhalt verloren geht. Geht er wirklich verloren?

Mein australischer Freund, Lutz, ein Jugendfreund, wir haben als 14 jährige Kinder über Kant, Hegel, Nietzsche, Feuerbach im Rahmen unserer Konfirmation (und auch danach) diskutiert, ist an Lungenkrebs gestorben. Ist er wirklich verloren? Sein Körper ist nicht mehr unter uns, aber sein Geist ist in mir und ich bilde mir ein, noch heute diskutieren wir!

Übrigens: einige Physiker erklären Unsterblichkeit wie folgt. Von jedem Gehirn gehen Schwingungen aus; diese Schwingungen breiten sich überall aus, die durchdringen die Erdatmosphäre und „durchfliegen“ die Unendlichkeit des Weltraums.

In diesem Text wird die Substituierbarkeit von Beziehungen angesprochen: Oft erleben wir, dass Personen in unserem Umfeld plötzlich aus irgend einem Grunde nicht mehr da sind. Oft suchen wir nach neuen Beziehungen, um Verluste nicht zu schmerzhaft werden zu lassen, um den inneren Drang nach Beziehungen zu erfüllen. Oft stellen wir dann bei neuen Beziehungen fest: „tritt auf versuchsweise“ – auch das ist total natürlich!

An Lilia

An Lilia

20 Minuten
der gnadenlosen
Analyse
einfuehlsam erfragt
oeffneten meinen
Widerspruch,
Kampf
zugleich Sehnsucht:

wieviel Traeumen ertraegt Leben
wieviel Gefuehl toetet Selbstwert
wieviel Intellekt verhindert Selbstbetrug
wieviel Ratio eroeffnet Chancen fuer Emotio

Klare Fragen versus dumpfer Trauer,
Chance zu
mir und uns

Diskussion: In der Liebe suchen wir das Leben in seinen Werten, wir wollen das Selbstwertgefühl gestärkt sehen und uns bezüglich der Emotionen nicht betrügen (lassen)

Manche Menschen beginnen zu analysieren, den Partner psychisch zu sezieren, bevor sie den Emotionen „freie Fahrt“ geben. Liebe wird damit in der ersten Phase (korrekterweise ist es zu dem Zeitpunkt noch keine Liebe, bestenfalls Sympathie) verkopft: Erfahrungen unserer Vergangenheit werden hervorgeholt und auf den Partner / die Partnerin angewandt.

Das machen wir zunächst einfühlsam, wollen wir doch nicht Sympathie zerstören. Oft, wie bei dem fiktiven Namen Lilia, werden Widersprüche deutlich und es beginnt der Kampf im Abgleich der Widersprüche: kann ich das noch akzeptieren (Thema Kompromisse), während zugleich Sehnsucht nach diesem höchst attraktiven Partner die faire Beurteilung verhindern:

Lilia, du bist eine Träumerin; dein Leben besteht aus einer riesigen seifenblasengleichen Vision, mit der ich, der ich ein nüchterner Realist bin, klarkommen müsste. Und schon wird mir klar, dass nicht ich allein der Maßstab für die Bewertung sein darf, das Leben sollte auch befragt werden: wie viel Wert ist ein Leben, das nur aus Traum besteht? Und für mich kommt nun die Frage: werde ich mit diesem steten Traum leben können, ahnend, dass das Leben andere Antworten und Sichtweisen hat.

Der wahrgenommene Selbstwert ist ein subsummiertes Gefühl, das jedoch aus realen Ereignissen zu einer Ahnung und dann zu einer Überzeugung kommt. Ausgangspunkt ist in jedem Falle die Realität. Sicherlich ist auch vorstellbar, dass der Selbstwert im imaginären Raum entstehen kann, im Traum zum Beispiel; nur fällt dieses aufgeblasene Selbstwertgefühl meist dann zusammen, wenn Situationen in der Realität zu bestehen sind. Würde man mit Lilia gemeinsam die Traumwelt zum Leben erheben, wie viel Traumwelt erschlägt das Selbstwertgefühl in der Realität?

Und wie vertragen sich Intellekt und Traumwelt? Stehen nicht beide zunehmend auf Kriegsfuß? Ist es vorstellbar, dass der Intellekt durch die Traumwelt so massiv betrogen werden kann, dass der Intellekt die Imagination nicht mehr von der Realität trennen kann? Wäre es so, dann würde der Intellekt im Imaginären nicht mehr das Selbstwertgefühl der Realität erfassen können.

Zusätzlich ist die Frage, kann die zumindest partielle Loslösung von der Traumwelt durch Hinwendung zur Realität die Chance vergrößern, der Sympathie und dann der Liebe einen Weg zu bauen? Diese Frage zeigt eigentlich schon die verzweifelte Suche nach einer Lösung auf dem Wege der Liebe: gibt es eine Chance zu meinem Selbstwertgefühl  und letztlich zu uns?

An dieser Geschichte können Sie Namen und Geschlecht austauschen und für Ihre Situation anwenden.

Vermutung

Vermutung

Geißelnde Schlange selbstsichernden ICHs,
zischelst vor mir, die giftspeienden Zähne gezückt:
Dolch aller Dolche
zerschneidet stückchenweise Vertrauen
bis Zermürbung
mich auffrißt:
atom.
Und nur noch das Gefühl
Eifersucht.

Diskussion: In fast jeder Beziehung gibt es dieses angebliche Drama – Eifersucht. Reale Eifersucht, virtuelle Eifersucht. Eifersucht wiederentdeckt den positiven Kern: Liebe.

Fast täglich liest man in den Zeitungen, dass wieder jemand aus Eifersucht umgebracht wurde. Eifersucht ein fast alltägliches Drama. In Foren, in denen  sich die Forenteilnehmer mit gegenseitiger Beratung helfen wollen, findet sich oft die Verzweiflung von Männern oder Frauen über außereheliche Kontakte des Partners / der Partnerin mit vollster Überzeugung: „Das geht ja gar nicht!“ Detailliert wird der Schmerz geäußert – Eifersucht, die psychische Belastung dieser Neuzeit. Geißelnde Schlange, Gift speiende Zähne, Dolch aller Dolche zerschneidet stückchenweise Vertrauen – GRAUSAM! „Sie ist ein sinnvolles Alarmsignal, wenn eine Liebesbeziehung bedroht ist“, wird geschrieben.

„Doch die Fähigkeit, Eifersucht zu spüren, so der Berliner Therapeut Wolfgang Krüger, ist grundsätzlich etwas Positives“, heißt es in einem Artikel der WELT (Link). Krüger hebt hervor, dass er das Positive des Eifersuchtgefühls in der Aussage und Feststellung sieht: „Ich möchte meinen Partner nicht teilen“ – wir sind nicht allzu weit entfernt von „Du bist mein“ (Link).

Sollte ein Partner in der Ehe fremdgehen, so kann dieses Fremdgehen aufgrund einer Vereinbarung zwischen den Partnern stattfinden, es kann aber auch aufgrund des Wunsches einer Person der Partnerschaft geschehen.

Für den Fall, dass die Partner in einer Beziehung sich nicht über das Thema „offene Ehe“ vereinbart haben, in dem Falle ist eine außerpartnerschaftliche Beziehung dazu geeignet, sämtliche Alarmglocken läuten zu lassen, es sei denn, dieses Fremdgehen hätte außerhalb der Kontrolle des freien Willens (Trunkenheit, KO- Tropfen …) stattgefunden.

Über den zweiten Fall, der Übereinkunft der Partner, schreibt Krüger: „In der Studentenbewegung der 70er-Jahre gab es ja den Wunsch, die Kleinfamilie nach außen zu öffnen und die Sexualität freizugeben. Dabei hat die Eifersucht einfach nur gestört. Sie galt als soziales Konstrukt, das man abstreifen kann.“ Ja, richtig, es war quasi der „Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren“. Ende der 60er Jahre begann der studentische Versucht der Umbewertung der Ethik. Die offene Beziehung war tatsächlich der tiefste Ausdruck dafür, dass die als antiquiert bezeichnete Partnerschaftsbindung in einer gesamtgesellschaftlichen Veränderung aufgelöst werden sollte: „Treue ist die Weltanschauung der Gehemmten“. Dass aber tief genug hinterfragt, Eifersucht nicht einfach durch neue Ideologie abgeschafft wurde, weiß jeder, der in der Zeit lebte.

Worin liegt das Positive der Eifersucht in einer beiderseits akzeptierten offenen Beziehung? (Anmerkung: Eifersucht ist ein zusammengesetztes Substantiv, bestehend aus Eifer und Sucht; Wikipedia sieht die Zusammensetzung anders: von indoeuropäisch ai = Feuer; althochdeutsch eiver = das Herbe, Bittere, Erbitterung und althochdeutsch suht = Krankheit, Seuche; die Erbitterung erfasst ein inneres Feuer, das sich seuchenartig entwickelt.)

  1. Dem, der die Eifersucht spürt, der die Schmerzen wahrnimmt, der wird sich bewusst, dass er liebt; anders gesagt, Eifersucht enthält die Bedeutung der Verstärkung oder des Wiederfindens des Liebesgefühls. Man sollte sich in der Entwicklung einer Beziehung nicht täuschen: der mit sehr vielen Ereignissen und Zwischenfällen gespickte Lebensalltag überdeckt das Liebesgefühl; es wird dem Gefühl ’normal‘, dass der Partner da ist. Extrem gesagt: der Partner wird zu einem persönlichen Inventargut – der Tod einer Beziehung! Für ein Paar, das eine offene Ehe beschlossen hat, wird genau dieses Gefühl, der Partner wird zum Inventargut, nicht entstehen.
  2. Derjenige, der außerhalb der Beziehung eine zweite Beziehung aufbaut, der wird sich der Vielfalt des Lebens bewusst. Das wiederum erzeugt ein positives Lebensgefühl, was sich auf die Paarbeziehung auswirkt.

Es hat den Anschein in diesen Zeilen, als würde nichts besser sein als die offene Beziehung; inzwischen hat sich ja auch der Ausdruck Polyamorie, ein Mensch liebt mehrere Mitmenschen, etabliert. Wie viel Tier steckt eigentlich in uns, dass wir eine solche Situation gar nicht aushalten oder sogar verdammen würden? In einem Psychologie- Lexikon findet sich: „Herdeninstinkt, manchen Tierarten eigene Tendenz, in Herden zusammenzuleben, wird auch auf die Tendenz des Menschen übertragen, sich in Gruppen zusammenzufinden“ und zu diesem Herdentrieb gehört auch das Bewusstsein, dass eine Herde einen Herdenanführer hat, in dem das Besitzdenken und der Beschützerinstinkt verankert ist. Es stellt sich für mich die Frage: sind wir in einer Weltepoche, in der dieses Besitzdenken verloren geht und der Beschützerinstinkt zu einem Merkmal der Sozialkompetenz rückentwickelt wird?

Häutung aktiver Eifersucht

Häutung aktiver Eifersucht

zweifel

zerteilend
zerdrückend
zerfetzend

zersetzend
zermürbend
zermarternd

zerfallen
zu

eigenem.

Diskussion: In einer Partnerschaft, in der Treue, wie normal, gegenseitig beschworen wurde, führt Untreue zur Zersetzung der Partnerschaft.

Wie bereits beschrieben (Link): „Fast täglich liest man in den Zeitungen, dass wieder jemand aus Eifersucht umgebracht wurde. Eifersucht ein fast alltägliches Drama. In Foren, in denen  sich die Forenteilnehmer mit gegenseitiger Beratung helfen wollen, findet sich oft die Verzweiflung von Männern oder Frauen über außereheliche Kontakte des Partners / der Partnerin mit vollster Überzeugung: “Das geht ja gar nicht!” Detailliert wird der Schmerz geäußert – Eifersucht, die psychische Belastung dieser Neuzeit. Geißelnde Schlange, Gift speiende Zähne, Dolch aller Dolche zerschneidet stückchenweise Vertrauen – GRAUSAM! “Sie ist ein sinnvolles Alarmsignal, wenn eine Liebesbeziehung bedroht ist”, wird geschrieben.“

Damit eine jede Partnerschaft, nicht nur durch Untreue, zerteilend, zerdrückend, zerfetzend, zersetzend, zermürbend, zermarternd ist, ist es die Verantwortung der Partner, eine Partnerschaft am Leben und in hoher Attraktivität zu erhalten. Wichtiger Ausgangspunkt der Gestaltung der Attraktivität ist, dass jeder Partner uneigennützig die Attraktivität entsprechend der Persönlichkeit des Partners entwickelt.

Wer Uneigennützigkeit zeigt, wird Uneigennützigkeit erhalten!

Wider den Geist

Wider den Geist

sprich
Schlag
sprich
Schlag

Schlagende Sprache Geschlagener

Diskussion: Wenn in einer Beziehung, welche rechtliche Form auch immer, Dinge bis auf den Höhepunkt der Auseinandersetzung gebracht wurden, geht es oft nur noch darum, mit Worten zu verletzen.

„Sprachliche Verletzungen kommen überall da vor, wo Gefühle oder unklare Machtverhältnisse im Spiel sind“, sagte Krämer, Philosophin mit Schwerpunkt Sprache und Medien an der Freien Universität (FU) Berlin in einem dpa-Gespräch. Sie seien ein alltägliches Problem vieler Beziehungenheißt es bei n-tv (Link).

Jeder von uns hat diese Situation schon einmal erlebt: es ging um ein Sachthema, es wurde gestritten, es wurde unendlich hart über Positionen und Meinungen gerungen, zunächst ruhig-sachlich, doch bei fehlender Annäherung immer verbissener. „Warum will er/sie das nicht verstehen?“ Und in dieser Situation geht es nicht mehr um das Rechthaben, um Wahrheit, es geht um die persönliche Akzeptanz, es geht um Macht und Überleben. Und als vorletztes Mittel des höchsten zwischenmenschlichen Kontaktes, die soziale Anerkennung, wird bei den Menschen, die der Sprache mächtig sind, die Sprache als Waffe zur Verteidigung eingesetzt. Man vereidigt den Verlust des Selbst. In uns ruft es in dem Falle immer wieder

Schlag
sprich
Schlag

Es wurde jegliches innere Korrektiv ausgeschaltet. Das ICH ist in höchster Gefahr. Aus einer Sachdiskussion wurde ein Kampf um das höchste, das wir haben, unsere Persönlichkeit. Die Diskussionsebene hat den verletzenden Kampf begonnen:

  • Idiot
  • so was Blödes habe ich noch nie gehabt
  • du bist schlimmer als …
  • deine Wortwahl ist das Allerletzte
  • unterste Schublade

Wer nun sagt, das kommt in meiner Beziehung / Ehe nicht vor, der betrügt sich und andere, der verhindert, dass in der Beziehung / Ehe sich etwas zum Besseren entwickeln könnte, der sorgt indirekt dafür, dass sich Verletzungen im Kopf festsetzen und in ähnlichen Situationen in die Erinnerung kommen, um dann um so tiefer getroffen zu werden: „Schon wieder behauptest du, dass …“. Genau diese Frage hat den Kern, dass oft in einem Konflikt um die Wertschätzung gerungen wird:

Wir haben das Bedürfnis nach Anerkennung, nicht nur in Grund- oder Sicherheitsbedürfnissen, sondern insbesondere in den Beziehungen in den ICH- Bedürfnissen. Wir ringen ständig um Anerkennung und Wertschätzung als Persönlichkeit – gerade in einer Partnerschaft. Und genau aus diesem Grunde sind partnerschaftliche Konflikte höchst problematisch.

Wie ist denn der Ausweg aus einer solchen Situation?

Schlagende Sprache Geschlagener, das führt zur erneuten Eskalation. Der Tipp der Sprachexpertin Sybille Krämer, jeder müsse die Wirkung von Sprache erkennen und verletzende Worte vermeiden, ist recht unsinnig, weil in den Eskalationsstufen die rationale Selbstkontrolle ausgeschaltet ist. Sybille Krämer verkennt den hohen Wert des Überlebenskampfes der Persönlichkeit: in der Situation ist jedes Mittel (zum Überleben) recht.

In meiner Ehe haben meine Frau und ich bereits sehr früh in der Beziehung die Verabredung gehabt: bei BEGINNENDEN Konflikten ist in der Wohnung eine Ecke definiert worden, die dazu da ist, Konflikte frühzeitig zu LÖSEN. Und es wurde gleichzeitig eine zweite Verabredung beschlossen: jeder hat das Recht, zu jedem Zeitpunkt ein Treffen in dieser Ecke zu fordern; diese Forderung durfte von dem Anderen nicht ausgeschlagen werden. Die ersten zehn, fünfzehn Jahre sind so die Anfangskonflikte der Beziehung gelöst worden. Es hat sich gezeigt, je frühzeitiger eine Persönlichkeit eine heraufziehende Gefahr für die Persönlichkeit mitbekam, je einfacher wurden Konfliktlösungen, weil

  1. der Zeitpunkt der Verletzungen noch nicht erreicht wurde und
  2. der Geist die Sozialkompetenz der Gespräche steuerte.

Jeder Ausweg hat seine Speziallösung – in unserer Gesellschaftsordnung

Leider muss auch das genannt werden: „Unangreifbares Argumentieren in Wort und Schrift“, ein Lehrgang 1982 durch einen Pater der Benediktiner trainiert. Und dieser Pater teilte den mit fast offenem Mund lauschenden Führungskräften mit, wechseln Sie die Diskussionsebene, wenn Sie nicht weiterkommen. Das ist zwar unfair, aber das Ziel sei ja zu gewinnen.

An der Stelle kann man nur feststellen und sagen: eine Beziehung, in der auf psychologischen Tricks die Auseinandersetzung stattfindet, die ist es nicht mehr wert zu leben. Ziehen Sie die Reißleine!

definitionsgemäß

das war noch eine alte Komposition mit der PC Software „Designer“

definitionsgemäß

atomuhren, schwingungsbeladen
speien eine neue jahreszahl
fünfundfünzig millionen schreien
lassen gläser klirren
schlürfen sekt
und
beginnen versunken über die ergebnisse der neuen jahreszahl nachzudenken
während sie einen toast
breitmundig und zähnefletschend
und sicherlich voller herzlichkeit und gelegentlicher rührung
aussprechen – jedem dasselbe und mit demselben lächeln –
und
böllern raketen in die luft,
weil sie nicht so hoch fliegen können wie sie wollten
weil sie nicht so laut zischen können wie sie wollten
weil sie nicht so schnell erreichen können wie sie wollten
aber die neue jahreszahl
bringt’s.

Fünfzig Millionen Gläser scheppern aneinander,
wenige nur fühlen,
daß die Atomuhr
Jahr für Jahr,
Tag für Tag

jede Sekunde eine Einmaligkeit darstellt.

Diskussion: normatives Massenverhalten oder Individualität – was macht Leben aus?

Verordnetes Massenverhalten – worauf wird der Bürger zentriert? Zu Festen wird, wie seit Jahrtausenden, man denke nur an Stone Hedge, immer wieder dieselbe Zeremonie geprobt. Millionenfach. In diesem Text ist es das Silvester- Ritual. Solche Rituale werden zu gedanken- und wertlosen Ereignissen – ‚aber es war doch lustig‘, ruft nun Tante Erna dazwischen, während sie gerade die dritte Tasse vom guten Kaffee lauf vernehmbar schlürft – und wir werden trainiert, dass solche Rituale folgsam immer gleich ablaufen. Wir werden zu obrigkeitshörigen Bürgern trainiert (das war der Gedanke damals zu diesem Text).

Es mag sein, dass die Trainings zur Obrigkeitshörigkeit heute etwas anders, viel mehr tiefenpsychologisch, sind, aber was ich damals empfunden hatte, findet täglich statt: die Einengung des Bewusstseins.

Merke: wenige nur fühlen, das die Atomuhr jede Sekunde eine Einmaligkeit darstellt.

erkenntnis II

erkenntnis II

schrei(b)

Diskussion: manchmal ist für Personen, die ihre Gedanken aufschreiben, jeder Satz ein Schrei ihrer Persönlichkeit

Es kommt ganz darauf an, wie nahe ein Text zu den Untiefen der Persönlichkeit steht, Schreiben ist eine Äußerungsform und jede Äußerungsform will dem Nächsten etwas vermitteln. Manchmal sind es unscheinbar erscheinende Nebensächlichkeiten, die aber in dem Moment eine gravierende Bedeutung haben. Und diese Bedeutung, die manchmal lebensschwer sein kann, wollen wir mitteilen – jeder auf seine Weise – hier durch das Schreiben.

Aus der Distanz eines älteren Mannes gesagt, Nebensächlichkeiten, die aber in dem Moment eine gravierende Bedeutung haben, sind und bleiben Nebensächlichkeiten. Erst im Alter können wir Gravitäten beginnen besser einzuschätzen:

“Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden”

Würde die Menschheit diese Fähigkeit, Wichtiges von Unwichtigem differenzieren zu können, von Kindheit an trainiert haben, wie viel Leid wäre der Menschheit erspart geblieben? Andererseits ist die Frage, für ein Kind ist es eine Gabe, zunächst einmal alles als wichtig anzusehen, weil, würde man schon frühzeitig differenzieren, man das Unwichtig Erscheinende gar nicht abspeichert. Das ist auch die Gefahr dieses Satzes von Niebuhr, dass Dritte einem vorgeben, was wichtig zu sein hat.

neue noah

neue noah

warum bekämpfst du
warum verletzt du
warum richtest du
warum zerstörst du

mich

während
aus kellergewölben
angsterfüllt hallt
suche neue noah!

hast du immer noch nicht verstanden?

Diskussion: Beziehungen wachsen aus Kongruenzen der Persönlichkeiten; wo es nicht stimmt, sollte dem Leben eine neue Chance gegeben werden.

Im Jahre 2009 titelt „DIE WELT“ (Link): „Je gleicher die Partner, desto glücklicher das Paar“. Die Diskussion, suchen wir Kongruenzen oder zieht uns Gegensätzliches an, hat ihre Wurzeln in der 68er- Bewegung, in der alles Gleichdenken verTeufelt wurde (den Teufel hatte ich sogar in der Traube in Darmstadt kennen gelernt; hahaha – im ersten Semester bin ich auf dem Campus rumgelaufen, damals schrieben die Zeitungen so viel über die Studentenrevolution und die wollte ich doch gern sehen und sah sie nicht). Es ging damals darum, eine Gegenposition zum Alltäglichen aufzubauen; das Andere, das Andersdenken, Diskongruenzen waren entscheidend und verhalfen zum Ansehen (wer sucht, gestern, heute, morgen,  nicht die gesteigerte Achtung anderer Mitmenschen).

Wenn wir nun nach dem ersten Kennenlernen, nach den ersten Erfahrungen, ’so tickt der / die‘ feststellen, dass wir in uns wichtigen Lebenseinstellungen sehr unterschiedliche Auffassungen haben, dann beginnt die wirkliche „Beziehungsarbeit“, das Schmieden an Inhalten der Beziehung, das Ringen um Annäherung, beiderseits. Und auch hier kommt mein Waage- Symbol zum Tragen: wer immer nur nimmt, der sollte sich nicht wundern, dass die Beziehung Schaden erleidet.

Das hat uns die Lebenserfahrung gelehrt: wenn aus dem Ringen um Annäherung Kampf wird, dann wird das ein Kampf gegen die Persönlichkeit. Es ist eine Täuschung zu sagen, es ginge um Logik, rationales Abwägen und so weiter, es geht darum, welche Persönlichkeit über welche Persönlichkeit gewinnt.

warum bekämpfst du
warum verletzt du
warum richtest du
warum zerstörst du

mich

Wenn einem klar wird, dass es, hart gesagt, ein Vernichtungsfeldzug gegen Eigenschaften der Persönlichkeit wird, in welchem Lebensalter auch immer, dann ist der Ruf nach

neue noah

gemeint ist die Arche Noah, jenes biblische Überlebensgefährt, nicht mehr weit. Zerstörung der Persönlichkeit oder Überlebensgefährt, das ist genau genommen dann die Frage. Und der Text macht einen letzten angsterfüllten Versuch

während
aus kellergewölben
angsterfüllt hallt
suche neue noah!

Warum „angsterfüllt“? Weil in essentiellen Dingen Kongruenzen nicht einfach zu finden sind, sie sind wie die Lebensdiamanten. Und der Ruf suche neue noah! ist der allerletzte Aufschrei der Persönlichkeit: bevor du mich zerstörst, rette ich mich und damit meine Persönlichkeit.

hast du immer noch nicht verstanden?

Das ist eigentlich das Abschiedswort an Mia, Emma, Sofia / Sophia, Hannah / Hanna, Emilia, Anna, Marie, Mila, Lina, Lea / Leah, Lena, Leonie, Amelie, Luisa / Louisa, Johanna, Emily / Emilie, Clara / Klara, Sophie / Sofie, Charlotte, Lilly / Lilli, Lara, Laura, Leni, Nele / Neele, Ella, Maja / Maya, Mathilda / Matilda, Ida, Frieda / Frida, Lia / Liah / Lya, Greta, Sarah / Sara, Lotta, Pia, Julia, Melina, Paula, Alina, Marlene, Elisa, Lisa, Mira, Victoria / Viktoria, Anni / Annie / Anny, Nora, Mara / Marah, Isabell / Isabel / Isabelle, Helena, Isabella, Maria, Josephine/ Josefine, Zoe / Zoé, Jana, Theresa / Teresa, Eva, Finja / Finnja, Antonia, Elena, Fiona, Luna, Merle, Luise / Louise, Emely / Emelie, Pauline, Romy, Lucy / Lucie, Magdalena, Jasmin / Yasmin, Martha / Marta, Paulina, Carla / Karla, Milena, Amy, Annika, Stella, Katharina, Alessia, Juna / Yuna, Maila / Mayla, Mina, Elli / Elly, Elina, Chiara / Kiara, Annabell / Annabelle, Carlotta / Karlotta, Ronja, Jule, Rosalie, Tilda, Nina, Franziska, Thea, Zoey, Elif, Linda, Amalia, Melissa, Elisabeth, Olivia, Miriam, Luana, Lotte, Valentina, Vanessa, Selina, Anastasia, Hailey / Haylie, Alexandra, Amelia, Mariella, Marla, Tessa, Jette, Malia, Aaliyah / Aliya, Helene, Joleen, Ela, Leila / Leyla, Alisa, Marleen / Marlen, Aylin / Eileen / Aileen / Ayleen, Emmi / Emmy, Ylvi / Ylvie, Jolina / Joelina, Sina / Sinah, Lucia, Alicia, Amira, Lenja / Lenya, Carolin / Caroline / Karoline, Aurelia, Lene, Kira / Kyra, Leticia / Letizia, Elsa, Amina, Diana, Lana, Lynn / Linn, Milla, Rebecca, Freya, Julie, Liana, Mona, Carolina / Karolina, Celina, Veronika, Alissa / Alyssa, Vivien / Vivienne, Svea, Ava, Talia / Thalia, Elise, Fabienne, Livia, Annelie, Enna, Liv, Aurora, Lorena, Malina, Rieke, Miray, Samira, Alma, Rosa, Zeynep, Larissa, Daria, Maira / Meyra, Edda, Liliana / Lilliana, Melia, Tabea, Alena, Evelyn / Evelin / Eveline, Jara / Yara, Laila / Layla, Marlena, Nisa, Kim, Xenia, Alice, Heidi, Henriette, Liya, Milana, Joline / Joeline, Kate, Defne, Medina, Michelle, Noemi, Linea / Linnea, Tamara, Celine, Lou, Nela, Annalena, Bella, Cataleya, Natalie / Nathalie, Dana, Florentine, Giulia, Meryem, Alia, Madita, Nelly / Nelli, Angelina, Azra, Carina / Karina, Leona, Tamina, Alexa, Ariana, Felicitas, Fenja, Hira, Jonna, Elin, Valeria, Flora, Alea, Christina, Selma, Holly, Nala / Nahla, Leana, Leandra, Esila, Hedi / Hedy, Malou, Marina, Ayla, Eliana, Estelle, Hermine, Jessika / Jessica, Valerie, Amilia, Mathea / Matea, Dilara, Helen, Josie / Josy, Anne, Enie, Ina, Janne, Kaja / Kaya / Caja, Mariam / Maryam, Leia / Leya, Levke, Nike, Nika, Maike / Meike, Ruby, Elea, Käthe, Melek, Naila / Nayla, Abby, Annemarie, Enya, Kimberly / Kimberley, Malin, Eleni, Lilia, Liz, Melinda, Nicole, Palina, Viola, Aleyna, Felina, Joana / Joanna, Mailin / Maylin, Melody, Asya, Anouk, Eliza, Fine / Fiene, Jolene, Malea, Selin, Ellen, Lenia, Marieke / Marike, Mary, Fatima, Josefin / Josephin, Melisa, Soraya, Alva, Felicia, Leonora, Lieselotte, Madlen / Madleen, Adriana, Arya, Lydia, Sonja, Marit, Nila, Smilla, Zehra, Ada, Aria, Mathilde, Melanie, Tuana, Eleonora, Esma, Hilda, Madeleine, Samantha, Tara, Arina, Helin, Janna, Juliana, Liara, Naomi, Adele, Adelina, Eda, Jolie, Lilith, Sunny, Alisha, Cara, Cleo, Friederike, Henrieke / Henrike, Iva, Liesbeth / Lisbeth, Enni / Enny, Esther, Hedda, Jella, Malena, Charlotta, Felia, Jasmina, Lilian / Lillian, Romina, Alara, Alexia, Evelina, Eylül, Franka, Jenna, Lola, Mika, Rahel, Jolien, Philippa, Wilma, Ylva, Amanda, Dalia, Erva, Janina, Josephina / Josefina, Juliane, Luzi / Luzie, Sarina, Zara, Ecrin, Enisa, Grace, Jill / Jil, Lisann / Lysann, Naemi, Tiana, Cheyenne / Chayenne, Eslem, Jamie, Jennifer, Maxi, Cassandra / Kassandra, Inga, Lavin, Anisa, Ayse, Patricia, Saskia, Alexis, Anja, Ceyda, Elaine, Elis, Jona / Jonah, Marisa, Serafina / Seraphina, Shirin, Stina, Verena, Violetta, Zümra, Alessa, Delia, Eleanor, Eliz, Hanne, Joyce, Michaela, Sila, Summer, Ashley, Femke, Ilayda, Judith, Minna, Nia, Nova, Stefanie / Stephanie, Yaren, Alica, Amara, Beyza, Davina, Ivy, Lieke, Neyla, Ophelia, Penelope, Skadi, Talea, Toni / Tony, Almira, Amaya, Annabella, Arin, Bianca / Bianka, Elissa, Fritzi, Katja, Kiana, Liyana, Meliha, Miley, Philine, Runa, Saphira, Vera, Amine, Asmin, Caitlin / Caitlyn, Cecilia, Claire, Clarissa, Daniela, Dilay, Gesa, Leonore, Maren, Maxima, Selena, Sena, Svenja, Tina, Christin / Kristin, Enissa, Erna, Isa, Kayla, Lilou, Maileen / Mayleen, Nadia, Rafaela / Raphaela, Salome, Amber, Ann, Celia, Charlie / Charly, Feline, Gioia, Giuliana, Gloria, Ines, Joy, Kati / Katy, Lejla, Line, Malak, Margarete / Margarethe, Megan, Melis, Philina, Phoebe, Scarlett, Abigail, Aimee, Alba, Beatrice, Betty, Charleen.

 

 

Der ungeschriebene Brief

Der ungeschriebene Brief

Worte wollt‘ ich sagen,
hörbare,
empfindbare,
empfangene;
aus spröd gewordenen Lippen,
erinnerungsbehaftet,
schmunzelt hoffnungsfroh
ein ungehörtes Wort:
morgen,
das lieber heute hieß.

Worte wollt‘ ich sagen,
filigrane,
empfindsame,
ausgewogene;
ein klanggewohntes Ohr,
erinnerungsbehaftet,
vernimmt

Worte wollt‘ ich sagen,
und fand
‚ Softies, Euer Gefühl tut gut,
Eure Ziellosigkeit schmerzt ‚.

Worte wollt‘ ich sagen,

Diskussion: die Umkehrung des normalerweise negativ angesehenen Persönlichkeitsverhaltens führt zur Stärkung des Selbstbewusstseins

Wie sehr bemüht sich jemand im Privatleben, möglichst vorsichtig mit anderen umzugehen, um den Angesprochenen / die Angesprochene nicht zu verletzen. Es ist dabei eine reine Imagination, dieses Gefühl zu verletzen:

  • ist das, was ich sage oder schreibe verletzlich formuliert?
  • kann das, was ich sage oder schreibe auf die andere Persönlichkeit verletzlich wirken?

Wie wunderbar, wenn jemand so denkt – nicht wahr? Und voller Achtung schleichen wir wie die berühmte Katze um den heißen Brei und kommen nicht zum Punkt: die klare Aussage, was nun passt oder nicht passt, was man will oder was man nicht will. Ich fand folgende Headline (Link): „Verletzlichkeit macht auch hochsensible und hochsensitive Menschen stark  … In einer Welt, die von leistungsorientierten Maßstäben beherrscht wird, erscheint Verletzlichkeit jedoch oft als Schwäche“;  Es ist wie fast jede Negativäußerung auf dieser Seite, die das Leben schreibt:

Verletzlichkeit ist eine Chance

wenn der sich verletzt Fühlende seiner Verletzung auf den Grund geht: warum fühle ich mich verletzt? Im Unterschied zu der in dem Artikel genannten Brené Brown plädiere ich nicht dazu, Schutzmechanismen aufzugeben, sondern über die Erklärung der Verletzung Argumente des verstärkten Selbstbewusstseins zu finden. In einem speziellen Fall: ‚ich fühle mich verletzt, weil ich sensibel bin‘, so jemand aus der persönlichen Umgebung. Und er gewann an Stärke und Selbstbewusstsein, weil er für sich erkannte, dass diese Sensibilität der Schlüssel zu seiner Sozialkompetenz (emotionale Intelligenz) war.

Verstehen Sie? Es geht immer darum, emotionale oder logische Begründungen für ein normalerweise negativ angesehenes Persönlichkeitsverhalten zu finden und es für sich so aufzuarbeiten, dass der-/diejenige dann stolz und freudig sagt: JA! JA! JA!

Anschluß

Anschluß

Suche
suchtgleich
Sein im Ich
oder
Ich im Sein
zusammengehaftend

frage

willst du oder Du

enthaupte mich
im Anschluß
zum Schluß

bin
ich im Ich.

Diskussion: Wer sich aufgibt ist verloren, gibt das Wichtigste, was er hat, aus den Händen: das einzige Leben; daher: kämpfe! Aus dem Selbstbewusstsein schöpfe die Kraft für Lebensgestaltung.

Wer bin ich – fragen viele Menschen auf der Suche nach sich, nach den eigenen Stärken, leider viel zu spät. Die Suche wird „suchtgleich“, hektisch, verzweifelt – keine Grundvoraussetzung sich wirklich zu finden. Lassen Sie uns ganz grob auf die Reise mit drei Fragen gehen:

  1. Handle ich im Leben, um der Erste zu sein?
  2. Handle ich im Leben, weil meine Gefühle so sind zu helfen?
  3. Handle ich im Leben, weil meine Analytik in der jeweiligen Situation mir sagt, was zu tun ist?

Wer bin ich?

Ich gebe zu, die Formulierung „Ich im Sein zusammengehaftend frage“ wird verständlicher, wenn man Interpunktion hinzu fügt: Ich, im Sein, zusammengehaftend, frage … was soll dieses „zusammengehaftend“? Das Partizip „haftend“ kann man ja verstehen, „gehaftend“ weist darauf hin, dass durch eine äußere Einwirkung etwas gehaftet (geheftet) wird. Damit „zusammengehaftend“ ist das durch eine äußere Einwirkung das Zusammengefügte, das Zusammengeheftete beschreibt (Hinweis: wer schreibt, muss sich nicht um den Duden kümmern). Somit bedeutet der Text „Ich im Sein zusammengehaftend frage“, dass das Sein von außen zusammengefügt wurde.

Wenn aber etwas von außen zusammengefügt wird, dann kann es nicht homogen sein und die Konsequenz ist eindeutig: „willst du oder Du enthaupte mich im Anschluß zum Schluß“.

Welchen Schluß ziehe ich daraus?

Werde dir über die vielen ICHs (Seiten) in dir klar. Und aus dem Selbstbewusstsein schöpfe die Kraft für Lebensgestaltung.

 

Eifer Sucht

Eifer Sucht

Du

Mut

Herausforderung aller Sinne

Sinnlichkeit

lustüberbordend

siehst mich in der Tiefe der

erkannten Liebe

am Abgrund der

erkannten Liebe

in Gewissheit der

erkannten Liebe

es gibt kein schöneres Gefühl: Liebe

Mach’s wieder

Diskussion: Der Liebestaumel, jenes wunderschöne Gefühl des Fallens in ein voll gefülltes Nichts offenbart den alles ergreifenden Wirbel des schon immer gesuchten Seins.

Wer einmal dieses Gefühl erlebte, der wird es in seinem Leben nie vergessen: dieses herrliche Gefühl aller Gefühle, das es schafft, das Denken, das Kritisieren, das Vorsicht Walten auszuschalten und das einen in höchste Höhen versetzt und nur noch Glücksempfinden signalisiert

Wir sind Teil einer Welt, die nichts kennt als Frieden und Wohlbefinden. Das ist die Zeit, in der jeder seiner Persönlichkeit entsprechenden Vorlieben pflegt: das Tagebuchschreiben, das Malen, das Musizieren jeweils aus tiefstem Lustgefühl. Wir sind im wahrsten Sinne „blind vor Liebe“, in den Momenten des Liebestaumels.

Dann wird uns nicht mehr bewusst, wie viel Mut es bedurfte, sich zu öffnen, sich verletzbar und gleichzeitig attraktiv zu machen: sieh her, das bin ich, das kriegst du. Und indem wir die Persönlichkeit betrachten, ganz nach dem individuellen Muster der eigenen Persönlichkeit,

  • der eine seziererisch analytisch
  • der andere emotional
  • wieder der andere bestimmend

lassen wir uns diesem Gefühl des Liebestaumels, wie irrational auch immer, dennoch hingeben. Ja, und Sex gehört zweifellos zu diesem Liebestaumel. „Sex und das Schenken von gegenseitiger Aufmerksamkeit ist für viele Bereiche der Liebe wie Vertrauen, Bindung, Geborgenheit und Sicherheit von großer Bedeutung“, schreibt Miriam Junge Diplom Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin, Verhaltenstherapeutin und Geschäftsführerin von Junge & Kollegen Berlin (Link). Und damit, mit der Wiederholung dessen, was miteinander Freude bereitet, beginnt die nächste Phase: wir wachsen aus dem Liebestaumel heraus und „siehst mich in der Tiefe der erkannten Liebe am Abgrund der erkannten Liebe in Gewissheit der erkannten Liebe“, die bewusst gewordene Liebe, in der „Mach’s wieder“ signalisiert, hier fand sich Kongruenz.

EiferSucht

EiferSucht

es reißt in mir
es frißt mich auf
spüre Zerfall

werde zeitlos
beginne zu hassen

werde autoterrorist

Diskussion: Der Liebestaumel, jenes wunderschöne Gefühl des alles ergreifenden Wirbels des schon immer gesuchten Seins kann dann Risse bekommen.

EiferSucht wird dann entstehen, wenn dieses wunderschöne Gefühl der Geborgenheit des kongruenten Gebens und Nehmens, wenn das alles entschuldigende Glücksgefühl des Verliebtseins durch eine andere Person in Gefahr gerät. Der maximal irrationalste Gedanke ist: was ist, wenn der andere Liebespartner die andere Person in Teilen mehr mag? Was steckt hinter dem „mehr mag“? Der andere Liebespartner hat nun die Möglichkeit des Vergleichs. Und dieser Vergleich zehrt an dem Selbstbewusstsein. Sehr elementare Gefühlsebenen sehen sich in Gefahr

Die emotionale Sicherheit, die interpersonelle Stabilität gerät in Gefahr. Die Persönlichkeitsebene „soziale Bedürfnisse“ beginnt sich mit dem ICH zu zersetzen. Jedes Gefühl ist dann zersetzend: spüre Zerfall (der Liebe). Und das können die nächsten Stufen sein: werde zeitlos (verliere jegliche Objektivität), beginne zu hassen (die Emotionalität schlägt das kritische Denken und Analysieren tot), werde autoterrorist (zermatere mich psychisch, wenn ich mir gar selber Schäden zufüge).

Der Psychotherapeut Dr. Rolf Merkle erkennt, dass die Ursachen der Eifersuchtsgefühle in der Kindheit zu suchen sind (Link). Wer hat nicht den bestrafenden Liebesverlust der Eltern erlebt, wenn man als Kind etwas Unbotmäßiges, wie bedeutungsvoll auch immer, gemacht hat [es erhebt sich jedoch die Frage: haben Erwachsene aus ‚Laissez-faire‘- Familien keine Eifersuchtsgefühle? Entstehen Eifersuchtsgefühle auch aus analytischen Denkvorgängen, die in einer Risikoabwägung ‚Verlust der Liebe‘ münden? Andererseits kann man den als Bestrafung empfundenen Zuwendungsverlust auch in ganz normalen Lebenssituationen erfahren]. Das sind jedoch hier akademische Fragen, woher das Eifersuchtsgefühl stammt.

Viel wichtiger ist, welchen Ausweg gibt es?

  • Hier wurde der Aspekt beschrieben, dass beständige Liebe wünscht (erfordert?), dass die Partner ihrer gegenseitigen Attraktivität gewiss sind: „Wichtiger Ausgangspunkt der Gestaltung der Attraktivität ist, dass jeder Partner uneigennützig die Attraktivität entsprechend der Persönlichkeit des Partners entwickelt.“ Uneigennütziges Verhalten ist entscheidend.
  • Hier wurde der Aspekt beschrieben, „Eifersucht enthält die Bedeutung der Verstärkung oder des Wiederfindens des Liebesgefühls“; die Umkehrung des negativen Gefühls Eifersucht in positive Bestandteile – ein sicherlich nicht einfacher Wandel.
  • In Diskussionen über Eifersucht liest man immer wieder über erfolgreiche Paare: redet, redet, redet – und wenn alles nichts hilft, der Ehe- und Paarberater könnte weiterhelfen.

 

schöne gier 1

schöne gier 1

„man kann untreu
sein und
keinen ehebruch begehen“

„man kann treu
sein und
ehebruch begehen“

komm,
mut,
mach’s

Diskussion: Ehebruch, Untreue in der Partnerschaft, Urinstinkte des Unerklärlichen werden geweckt und beginnen unter Umständen Bestehendes zu zerstören.

In welcher Paarbeziehung gibt es das nicht: Ehebruch, Untreue, wenn neu belebte und seit langem tot geglaubte Gefühle wieder erscheinen? Total nüchtern liest es sich bei Wikipedia: „Ehebruch ist nach rechtlicher Definition ‚der zumindest bedingt vorsätzliche Vollzug des Beischlafs eines Ehegatten mit einer dritten Person anderen Geschlechts'“.

Hier wurde gesagt: „Der Psychotherapeut Dr. Rolf Merkle erkennt, dass die Ursachen der Eifersuchtsgefühle in der Kindheit zu suchen sind (Link). Wer hat nicht den bestrafenden Liebesverlust der Eltern erlebt, wenn man als Kind etwas Unbotmäßiges, wie bedeutungsvoll auch immer, gemacht hat“. Wie kommt es, dass jemand zum Ehebruch, zur Untreue aufruft: „komm, mut, mach’s“?

Es wurde in dem Link aufgezeigt, dass Ängste beim Vergleich bestehen: könnte es sein, dass er / sie besser ist als ich? Diese Frage entsteht sehr quälend dann, wenn Probleme im Selbstwertgefühl bestehen. Anders gesagt: wer sagt, „ich bin gut“, der dürfte verminderte Eifersuchtsgefühle haben, der dürfte, insbesondere jemand, der der täglichen Herausforderung des Verglichenwerdens gewöhnt ist, eher aufrufen: „komm, mut, mach’s“.

Gesellschaftliche Ethik der heutigen Zeit, insbesondere die Institution Kirche, bannen Ehebruch und Untreue – das ist des Teufels. Verbissene Gesellschaftswissenschaftler heben bedeutungsschwanger fingerzeigend hervor, dass Ehe zwischen Mann und Frau der Grundstein der Gesellschaft ist. Und die Bibel, das allgemeine Verhaltenswerk des Christentums macht klar: „Und zum Weibe sprach er: Ich will dir viel Schmerzen schaffen, wenn du schwanger wirst; du sollst mit Schmerzen Kinder gebären; und dein Wille soll deinem Mann unterworfen sein, und er soll dein Herr sein.“ KKK – darauf wurde und wird die Frau vielfach reduziert. Wer sich nun beim Lesen dieses Absatzes empört, dem sage ich: ihr könnt nicht das verurteilen, was euch gerade passt, während ihr das, was euch nicht passt, dann moralisierend zum Prinzip erhebt, wenn ihr eine substanzielle Quelle zitieren wollt.

„man kann untreu sein und keinen ehebruch begehen“, das ist letztlich eine Art Vereinbarung zwischen den (potenziellen) Eheleuten und geht an die Frage, das ist Untreue wirklich? Wo beginnt Untreue? Wie nahe liegt die Forderung nach Treue an Besitzdenken?

Hier hieß es: „In einem Psychologie- Lexikon findet sich: “Herdeninstinkt, manchen Tierarten eigene Tendenz, in Herden zusammenzuleben, wird auch auf die Tendenz des Menschen übertragen, sich in Gruppen zusammenzufinden” und zu diesem Herdentrieb gehört auch das Bewusstsein, dass eine Herde einen Herdenanführer hat, in dem das Besitzdenken und der Beschützerinstinkt verankert ist. Es stellt sich für mich die Frage: sind wir in einer Weltepoche, in der dieses Besitzdenken verloren geht und der Beschützerinstinkt zu einem Merkmal der Sozialkompetenz rückentwickelt wird?“ Herdeninstinkt, Beschützerinstinkt – sind das Rudimente unserer Gene?

Für (Ehe)paare, die Untreue an der psychischen und nicht an der physischen Liebe, an der sexuellen Gier (warum soll das verboten sein?), festmachen, kann eine Untreue die Beziehung erfrischen – es besteht jedoch auch die Gefahr der Zerstörung der Beziehung.

Kadavergehorsam

Kadavergehorsam

Sittsam
furchtsam
gleichsam

dem Wir (Parenthese)

ich erhebe – nur leicht – Anspruch
– muß Margarine fressen –

entgegen

kränkelnd
zaudernd

warum erhebt sich gehorsam
zum moralisch-indiskutablen prinzip?

Diskussion: Zwei unterschiedliche Persönlichkeiten treffen aufeinander und es besteht die Gefahr, dass die Ansprüche und Anforderungen gegenüber dem Partner um die Bedeutungshoheit ringen.

Meinungsverschiedenheiten treten in allen Beziehungen auf; wer sich darüber wundert, der lebt in einer seltsam toten Beziehung. Wenn es bei Meinungsverschiedenheiten jedoch um Grundpositionen des Seins geht, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich diese zu einem Machtkampf entwickeln. Man/frau verteidigt, was Jahrzehnte lang Grundprinzip des Lebens war. Oft wird zunächst versucht, mit rationalen Argumenten zu überzeugen. Gelingt das nicht, wird bewusst oder unbewusst die nächste Stufe gezündet: emotional erscheinende Argumente, an deren Ende oft ein „Liebst du mich nicht mehr?“ steht. Diese Frage soll den Anderen in die Ecke treiben; wenn jetzt jedoch ein „Natürlich liebe ich dich aber …“ folgt, dann ist auch die emotionale Diskussionsebene beendet.

Dann beginnt der wirkliche Zoff: Verärgerung. Aus Freund wird Gegner, aus Gegner wird Feind, manchmal blitzartig. Schnell werden bewertende Maßstäbe angesetzt: abscheulich, boshaft, bösartig, böse, elend, frech, gehässig, hinterhältig, nichtswürdig, niedrig, schändlich, scheinheilig, scheußlich, schlecht, gemein. Genau betrachtet geht es in der Phase darum, der Persönlichkeit des Gegenüber zu schaden; und genau hier sind wir wieder bei der Maslow’schen Bedürfnispyramide:

Es geht darum, die Bedürfnisebene „Soziale Bedürfnisse“ und „ICH Bedürfnisse“ und dann sogar „Selbstverwirklichungsbedürfnisse“ anzugreifen, also alle immateriellen Bedürfnisse stehen zum Ziel bereit. Ob man/frau will oder nicht, es wird verletzt.

warum erhebt sich gehorsam zum moralisch-indiskutablen prinzip

um des Sieges willen! Was indiskutabel ist wird angesprochen, darum wird gekämpft. Und mit zunehmender Zeit entsteht Frustration, wenn auch diese Angriffe nicht zum Erfolg führen. Wie schnell ist man bei dem Satz: „genau an dieser Stelle passen wir nicht zusammen“. Wenn die Streitenden nicht erkennen, dass in diesem Satz eine große Hoffnung versteckt ist: ‚wir passen doch zu gefühlten 95%‘, der bereitet indirekt eine viel dramatischere Entwicklung vor:

Wut, Hass.

Eine weitere Eskalationsstufe ist unaufhaltsam: Betroffenheit, Verletzung ruft nach Verletzung.

ich erhebe (doch nur) nur leicht Anspruch – muß Margarine fressen –

der letzte Schrei nach Ausgleich: ‚ich komme dir doch weitestgehend entgegen‘. Aufgebracht, außer sich, böse, erbittert, erbost, erzürnt, fuchtig, ärgerlich, grimmig, indigniert, rabiat, schockiert, ungehalten, unwillig, unwirsch – ohne Kontrolle des Selbst schlägt es zu! Der Wurf eines Aschenbechers, selbst der Wurf eines Kissens ist Ausdruck für die Verzweiflung in der Wut, bei der auch schlimmste körperliche Übergriffe möglich werden – ganz im Gegensatz zu den Jahrzehnte langen und tief verwurzelten Grundprinzipien des eigenen Lebens.

Aber gibt es denn keine Möglichkeit, aus der Eskalationsspirale auszubrechen?

Zunächst ist zu sagen: frühzeitig hätten an etlichen Situationen die Alarmglocken läuten müssen: Ist ein Konflikt die Beziehung wert? Eine rationale Blockade. Liebe ich ihn / sie so wenig, dass ich mich ihm / ihr gegenüber so verhalte? Eine emotionale Blockade.

Meine Erfahrung sagt mir, ich komme in Konfliktsituationen mit folgender Frage am besten zurecht: Was ist das Positive dieser Auseinandersetzung? Was kann ich daraus lernen? Diese Fragen begonnen verschwinden meist Eskalationsstufen.

Erkenntnis III

Erkenntnis III

Wenn

die Gedanken mich zärtlich umkreisen,
ertasten jede Nuance des ICH,
der Klang Deiner Stimme mich gänzlich erfüllt,
sanft lockend die Antwort nach Zärtlichkeit ruft,

dann

laßt mich leben

Diskussion: wenn du dich wohl fühlst, dann genieße und freue dich eines jeden Momentes.

Die unbeschreiblich geile tiefe Stimme, leicht rauh, säuselnd durch die Luft fliegend, mich mitnehmend in totaler Kongruenz – welch ein Moment der Erfüllung, in dem auch noch die fordernde Zärtlichkeit rief! Du kannst noch so alt werden, niemals vergisst du diese einzige Nacht!

Das sind Momente im Leben, die unvergleichlich sind, die niemals aus dem Gedächtnis verschwinden – und – das ist die Gefahr, Maßstab für Begegnungen mit anderen werden.

Schalte frühzeitig den Kopf ein und werde dir bewusst: jeder Mensch hat andere Schwerpunkte und Fähigkeiten und wahrscheinlich, hätte man bei IHR, Göttin, tiefer nachgeforscht, dann wären auch hier Fragen aufgetaucht. Werde dir bewusst: das Ideal wirst du niemals im realen Leben finden, leider, oder vielleicht gottseidank, weil gerade diese Fragen das Leben dauerhaft attraktiv machen.

geschenkt

geschenkt

verdammt, ich habe mich verschenkt
in Seidenpapier gehüllt
Gebrauchsgegenstand geworden
angemackt
und dennoch stets bemüht

ich – geflüstert –
wurde entsorgt

warum hast Du mich betrogen?

Diskussion: in fast allen Beziehungen erleben wir nach dem ersten Wirbel die Stabilität der ICHs; erst später kehrt der Lebensalltag ein und die Gefahren beginnen größer zu werden.

Verdammt (diese scharfe Selbstverurteilung), ich habe mich verschenkt (diese böse Selbsterkenntnis), ich hatte mich für dich attraktiv gemacht, wollte eigentlich Hochglanzpapier nehmen, fand aber kostbares Seidenpapier, unaufdringlicher und in der Zurückhaltung wertvoller, weil besser die eigene Persönlichkeit beschreibend: der eigentliche Wert liegt in der Tiefe des Unsichtbaren – entdecke und schöpfe.

Welch ein Fehler, das Unsichtbare zum Joker zu erheben. Wir gingen zu einer Fete und, du wusstest, dass ich Tanzen nicht mag, du tanztest mit den Gastgebern und tanztest und tanztest

Du flüstertest mir in Ohr, ‚ich bleibe‚. Welch ein Schock! Ich wurde entsorgt, gnadenlos!

Was lernte ich daraus? Attraktivität in einer Partnerschaft ist nicht etwas, das einfach so vom Himmel fällt; Attraktivität in einer Partnerschaft muss täglich errungen werden mit immer wieder kleinen unerwarteten Nuancen, die die Persönlichkeit des Partners umfassen. Dann hat diese Partnerschaft eine größere Chance.

Erkenntnis IV

Erkenntnis IV

ernsthaft gefochten
gefühle gewoben
virtuell getestet

alles trug

deshalb.

Ich hör Deinen Schrei:
nein
nein
nicht

das Zahnrad blockiert
rostet
Staub

Diskussion: Vergleichende Vergangenheit kann zu einer Last werden

So stellte ich es mir vor: ich komme immer näher an mein Ideal, bis ich einst dann das Lebensglück als vollkommen empfinde.

Der Nachteil, das wird aus der Entfernung klar: der ständige stumme Vergleich mit dem Gestern – unfair, weil ihr unbekannt.

Als du, wer auch immer, dann NEIN schriest, da wusste ich: unser gemeinsames Zahnrad passt nicht und jede geringste zeitliche Entfernung ließ dieses Zahnrad mehr rosten, bis es zu Staub zerfiel.

Diese Lebenskonzeption war dumm, war zum Scheitern verurteilt, weil ich keine Kompromisse machen wollte.

Der Dimension anderes Gesicht

Der Dimension anderes Gesicht

Spielregeln verletzend,
nicht ausscheidend,
achtungserfahren – theoretisch:
dank für Vertrauen

Metaspielregel befolgend,
Positionen besetzend,
dominierend – theoretisch:
dank für Fairness

Urwissen erfahrend,
Raumexistenz bejahrend,
vorsichtsbehaftet – praktisch:
Fluchttür noch geöffnet,
sprungbereit ungewisser Richtung,
Abwehr basisstrukturhalber,
bedingte Nähe zulassend,
verlusterfahren,
( sag’ nicht, Du suchst mich nicht )
das Subrad immer schneller drehend,
Gedankenkomplexen gehorchend,
Metaspielregel erweitern wollend,
hybrisdominiert,
wieder abwehrbereit
den Raum durchhetzend,
Tür nie aus dem Blick.
Noch bleibst du-ich.
Entkräftet sage ich:
Dank für diese Liebe

Unsere virtuellen Orchesterkollegen spielen nur für uns,
die Labilität der Balkenwaage wird unterbunden,
Fundamente gemeinsam errichtet,
wir wertedurchwoben,
gemeinsam

und gerade deswegen fortwährend suchend.

Diskussion: Der Dimension anderes Gesicht beschreibt die hektische, fast verzweifelte Suche nach dem kongruenten Partner mit immer wieder erlebten Enttäuschungen trotzdem, dass Achtungsgerechtigkeit ausgeschaltet wurde. Entkräftet sage ich: Dank für diese Liebe.

Wir haben Spielregeln des Miteinanders. Das sind die Regeln, die wir persönlich formulieren: „ich würde mir wünschen, dass …“. Daneben gibt es jedoch auch darüber stehende Spielregeln des Miteinanders, zum Beispiel Menschenrechte oder entsprechende Gesetze, hier genannt als Metaspielregeln. In vielen Situationen des Zusammenlebens werden solche Regeln bewusst gemacht, neue individuelle erstellt und vereinbart. Eine solche Vereinbarung ist zudem Ausdruck der Achtung der Persönlichkeit des Partners. Ziel solcher Vereinbarungen ist, eine Beziehung „kalkulierbarer“, sicherer zu machen.

Warum werden solche Spielregeln eigentlich erstellt? Weil wir der Überzeugung sind, dass das Befolgen von Verabredungen ein Grundbestandteil ethischen Miteinanders ist und somit das Leben sicher leiten können. Vanberg schreibt (Link): „Natürlich wird ein Mensch nicht mit dem Instinkt geboren, seine Versprechen zu halten; dieses Verhalten wird erlernt und anerzogen, und durch die Verinnerlichung erhält es einen Wert.“

Oft genug jedoch stellen wir fest, dass solche Vereinbarungen gebrochen werden. Wie praktisch ist es: wir haben aus unserer Erfahrung gelernt, wir brauchen eine Fluchttür, diese Fluchttür ist noch geöffnet und wir sind sprungbereit zu ungewisser Richtung oder Zukunft, weil wir nicht wieder eine Verletzung unserer Persönlichkeit erfahren wollen. Diese Erfahrung, Verletzung unserer Persönlichkeit zu erhalten, bewirkt, dass nur bedingte Nähe zugelassen wird, dass wir uns abschirmen gegen Verletzungen, dass der Vertrauensvorschuss, den man jemandem offenbart, im Laufe des Lebens immer kleiner wird. Das Folgende „Gedankenkomplexen gehorchend, Metaspielregel erweitern wollend, hybrisdominiert, wieder abwehrbereit den Raum durchhetzend, Tür nie aus dem Blick“ ist in einer grausamen Hektik ausgestoßen, die Verletzungen sehe ich schon, ich bin abwehrbereit, indem bekannte Gedankenkomplexe sich wieder in den Vordergrund stellen. Eigentlich hätte man schon zu dem Zeitpunkt sich verabschieden können.

Was können wir in dem Falle Positives daraus gewinnen?

Es wäre schädlich, würden wir die Selbstbestätigung gewinnen, ‚ich wusste doch, die Schlechtigkeit der Menschen bewirkt, dass Vereinbarungen nicht eingehalten werden‘; eine solche Erkenntnis vertieft die Gräben zu anderen und führt letztlich zur Isolation.

Der positive Aspekt ist, dass ich mit meiner Persönlichkeit wieder die Chance hatte, dass ich wieder als so attraktiv angesehen wurde, dass Nähe hätte entstehen können.

Der positive Aspekt ist auch, dass ich mit meiner klaren Art zu Vereinbarungen auf der Basis von inneren Werten stolz auf mich sein kann. Ich muss nur eine solche Person finden, wertedurchwoben und gerade deswegen fortwährend suchend, die ähnlich denkt.

Wir schaffen es! (Nein, das ist kein Merkel- Zitat)

du – bewusst

du – bewusst

gelebt in Lourdes
erfahren durch Lourdes

du

geliebte aller geliebten

                                                            Tochter

                                                            dieser Welt

voller ICH
voller lebendiger Freude
voller Emotionen
voller Klugheit

im wachsenden ICH.

Welche Gnade dieser Welt
dass es dich gibt

Diskussion: Das behinderte Kind wird von anfänglich als Last angenommener Verpflichtung zur eigenen Vervollständigung der inneren Werte und zur Lebensfreude.

Eine Anne schreibt in einem Leser- Forum unendlich ergreifend (Link): „Immer hatte ich das Gefühl, dass mit diesem Baby etwas nicht stimmt. Zu ihr konnte ich nur ganz schwer einen Kontakt in den Bauch aufbauen. Lukas habe ich immer vorgesungen oder mit ihm gesprochen, er hat dann immer reagiert. An Leonie kam ich einfach nicht ran. Und dann waren da immer wieder diese Gedanken. Ich konnte diese Gefühle nie konkretisieren und mein Mann meinte immer nur: „mach dir nicht so viele Gedanken!“ Unsere Leonie wurde mit Down Syndrom geboren.“

Als Elternteil bricht zunächst die Welt zusammen: ‚Gott, warum hast du uns bestraft?‘ Tränen, Wut und Gerechtigkeitszweifel zeigen den Schmerz der vermeintlichen Entwicklung über alles hinaus. ‚Dieses Kind wird mich immer brauchen‘, diese Befürchtung, die zur Gewissheit wird, lähmt, um dann in die Überlegung zu kommen, wie helfe ich zur Selbsthilfe.

Wallfahrtsort Lourdes (2000)
Relief im Wallfahrtsort Lourdes (2000)

Es braucht Zeit und kühle Geduld. Dann spürt man die Liebe zu genau diesem Kind. Dann wird eine Hilfe, eine Verpflichtung nicht mehr zur Aufgabe, dann wird das Zusammenleben zur Normalität UND das eigene Leben erhält einen neuen Sinn und Wert. Das, was wirklich wichtig ist, das relativiert sich. Und du spürst, dass durch dieses Kind dein ethisches Gerüst komplexer und wertvoller geworden ist. Dein Kind gab dir eine Lebenserfüllung. Die Bedürfnisebenen

bekommen hinsichtlich der immateriellen Bedürfnisse eine ungeahnte Tiefe. Du erkennst, dass unsere oberste Instanz, das höchste Imaginäre, Gott, nahe ist.

Und genau dieses Kind, nun bald erwachsen, verdammt klug, gibt dir deine Liebe zurück, wird unabhängiger und zeigt dir durch die relative Unabhängigkeit seine Liebe zu dir. Und du sagst: ich hatte einen Traum: dich. Mein Traum wurde wahr: du. Deinen Rolli nehme ich nicht wahr, deine wertvolle Persönlichkeit ist mein Glück. Deine Zukunft meine Verpflichtung.

Schuld

Schuld

meine

deine

zuweisung rückweisung

contra lösung

wir Kinder.

deshalb

ende

Diskussion: Wenn der Versuch des zugewandten Aufbaus einer Beziehung beginnt zu scheitern, Schuld gesucht wird, die Zurückweisung ein- oder beiderseitig keine Lösungen sucht, dann steht das Ende vor der Tür.

Hier wird der Aspekt Schuld und Schuldzumessung angesprochen. In fast jeder zweiten Ehe wird zumindest einmal die Trennung erwogen. Trennung in einer Paarbeziehung kennt folgende vier Phasen (Link):

A Aus Sicht des Betroffenen

  1. „Nicht-Wahrhaben-Wollen“
  2. Gefühlschaos-Phase
  3. Neuorientierungsphase
  4. „Auf zu neuen Ufern“-Phase

B Aus Sicht des Trennungswilligen (hier neu)

  1. Zweifel an Äußerungsformen des Partners
  2. Diskussion über Partnerschaftsprobleme
  3. Trennungsgefühle werden Sicherheit
  4. Alternativen

Besonders kritisch ist es, wenn die Auseinanderstrebenden nicht miteinander reden, warum auch immer. Introvertiertheit ist nicht der einzige Grund, mit miteinander zu reden. Viele Mitmenschen können nicht über ihre Gefühle reden, weil, über die Gefühle zu reden, sie öffnet und sie angreifbar macht. Andere wiederum haben so viele Probleme, dass sie nicht einmal „sortieren“, priorisieren können. Wieder andere bevorzugen das Reden aus der Distanz, zum Beispiel aus Selbstschutz, mittels E-Mails oder Whatsapp.

Wer in Beziehungsproblemen nicht redet, der läutet das Ende einer Beziehung ein.

Selbstbewußtsein I

Selbstbewußtsein I

selbst – bewußt
sehe mich
höre mich
ertaste mich
er lebe mich

Diskussion: Das Selbstbewusstsein eröffnet über das Selbstwertgefühl das Leben.

Selbstbewusstsein ist ein zusammengesetztes Wort:

Selbst + Bewusstsein. Was bedeutet „Bewusstsein“? Bewusstsein ist im weitesten Sinne das Erleben mentaler (gedanklicher) Zustände und Prozesse (Wikipedia) mit sich und mit der Umwelt. Das rationale Selbstbewusstsein bedeutet demnach, dass sich eine Persönlichkeit eigener gedanklicher Zustände und Prozesse mit sich und mit der Umwelt bewusst ist. Ich definiere eine vertiefte Unterscheidung: das intuitive Selbstbewusstsein, das nicht voraussetzt, dass demjenigen gedankliche Zustände und Prozesse mit sich und mit der Umwelt bewusst sind.

Wem also intuitiv oder gedanklich bewusst eigene gedanklicher Zustände und Prozesse bekannt sind, den kann man als selbstbewusst bezeichnen. Das

„sehe mich, höre mich, ertaste mich, er lebe mich“

ist Ausdruck der sezierenden Suche nach eigenen gedanklichen Zuständen und Prozessen und ihre Bewertung in unserem Mobile (Link).

Das Selbstbewusstsein fußt auf dem Selbstwertgefühl, welches nicht nur auf faktischem Bewusstsein besteht, sondern aus einer Verknüpfung zwischen einem Zustand oder einem Prozess in Verbindung mit der gefühlsmäßigen Bewertung dieses Zustandes oder Prozesses. Ein Beispiel soll das verdeutlichen: Jemand, der bestens Klavierpartituren spielen kann, dem bewusst ist, dass er technisch dazu in der Lage ist, wird dieses Klavierspielen mit einem Gefühlsattribut belegen: „ich bin gut“ zum Beispiel. Indem man  also einen Sachverhalt mit einem Gefühlsattribut belegt, entsteht ein neues Element an Selbstwertgefühl.

Selbstachtung fußt auf dem Selbstwertgefühl. Anders gesagt: wer sich mit seinen positiven gedanklichen Zuständen und Prozesse nicht beschäftigt hat, der wird kaum ein Selbstwertgefühl aufbauen können.

Wer über das Selbstwertgefühl eine Selbstachtung aufgebaut hat, wer über Selbstachtung zum Selbstbewusstsein gekommen ist, wird nicht ohne Grund einen gewissen Stolz empfinden, „ich bin gut“. Und dieser Stolz im Zusammenwirken mit Selbstwertgefühl, Selbstachtung und Selbstbewusstsein ist die Basis für Durchsetzungskraft, Selbstbehauptung, Selbstbeherrschung und Selbstsicherheit. Soziale und auch sachbezogene Interaktion gehen leichter von der Hand. Erfolg erzeugt Erfolg.

nachts

nachts

erlebte mich
selten
genug

für Dich – vielleicht –
lacht auch so der neue Tag
sorglos begonnen
fragelos erträumt
wärmt Sonne Dein ICH
wiegt orgasmenhaft
zur Ruhe

während mein Kissen
morgens
mein
zerknautschtes ICH findet
und einen aufgeblasenen Präser.

Diskussion: Es gibt Situationen im Leben, in denen es einfach schön ist nur zu genießen, nicht zu hinterfragen, die reine unschuldige Lust erleben!

erlebte mich selten genug für Dich – „Dich“ groß geschrieben, aus Achtung, Wertschätzung, momentaner Bedeutung. Wenige Tage danach rückblickend herrscht fast sinnliche Freude über diese Nacht, in der nicht nur ein zerknautschtes lustgequältes Kissen gefunden wurde.

der neue Tag sorglos begonnen fragelos erträumt – hier wird das Glück des Tages offenbar: kein Hinterfragen, einfach lustvolles Genießen, genau das, was schon immer erträumt war; der Tag beginnt nicht mit Sorgen des Alltäglichen sondern mit reinem schönsten Gefühl, was schon immer erträumt war. Dieses schönste Gefühl gipfelt in wärmt Sonne Dein ICH, auch du fühlst dich voller Glück, wiegt orgasmenhaft, schon wieder!, zur Ruhe aus der Erfüllung.

Ist das nicht Bezeichnend: das Kissen findet … das Kissen! Die Beteiligten finden nichts, das Kissen findet … Das ist Ausdruck der vollständigen Zufriedenheit im vollständigen orgasmenhaften Glück.

Ich wünsche jedem Leser zumindest einmal im Leben dieses göttliche Gefühl!

gott

gott

bin

ich

grad

wieder

so schön

geil

ich

könnte

alles

machen

Was mach ich nun damit ?

Diskussion: Es gibt Situationen, in der Begehren, Begierde, Trieb irritierend schön erscheinen und zügellose Maßlosigkeit eine Lebensquelle darstellen.

Maßlosigkeit ist nach katholischer Lehre die fünfte der sieben Todsünden – wie schön, dass ich sie erleben darf – Gott, ich danke dir! Die Perversion der Perversion: die katholische Lehre definiert Todsünden für das ungedämpfte ICH, für die reine Freude, für die Lebensquelle des Menschseins: „gott bin ich grad wieder so schön geil“.

[In der ernsthaften Literatur spricht man nur hinter vorgehaltener Hand und mit puterroten Wangen das Wort „geil“ aus. Stellen Sie sich einmal vor, Sie würden ihrem Vater oder Ihrer Mutter gegenüber sagen Sie wären „geil“ – UNDENKBAR! Selbst unter gewissen Eheleuten ist „geil“ ein „böses“ Wort! Unter Freunden ist dieses Wort zumeist ein Unwort, weil es dem, der dieses Wort verwendet, niederste – die Skandalpresse würde ‚billigste‘ titeln – Instinkte zuschreibt. Das hat die Institution Kirche mit dem, was wir gesellschaftliche Moral nennen, mit etwas gemacht, das existiert: Lustempfinden:

„10. Da sprach er: Ich will wieder zu dir kommen, so ich lebe, siehe, so soll Sara, dein Weib, einen Sohn haben. Das hörete Sara hinter ihm, hinter der Tür der Hütte.

11. Und sie waren beide, Abraham und Sara, alt und wohl betagt, also dass es Sara nicht mehr ging nach der Weiber Weise.

12. Darum lachte sie bei sich selbst und sprach: Nun ich alt bin, soll ich noch Wollust pflegen, und mein Herr auch alt ist!“

„soll ich noch Wollust pflegen“ – fast jedes Wort der Institution Kirche ist grausam: Lustempfinden (Wollust) ist nicht, was sich einfach ergibt, zum Beispiel aus einer Situation, für die Institution Kirche wird von „soll“ gesprochen, als wäre dahinter die führende Hand, die alles leitet, als wäre dahinter eine Art Zwang. „Wollust pflegen“ ist die Perversion der Perversion: etwas zu pflegen beschreibt einen bewussten und vom Willen gesteuerten Vorgang. Zugegeben, man pflegt nur das, was für einen wertvoll ist, das wäre in diesem Satzteil das Positive. Aber dieses wird dadurch zerstört, dass Wollust nur jungen Menschen vorbehalten zu sein scheint.]

Welch eine Ironie: „ich könnte alles machen Was mach ich nun damit?“, wird doch hier genau die Lust nach Zügellosigkeit beschrieben, die aber, mangels der Umstände, nicht erlebt werden kann.

Wohl dem/der, der aus freien Stücken sagen kann „gott bin ich grad wieder so schön geil“ und das in jedem Moment des Lebens.

Kritik der Kritik

Kritik der Kritik

Kritisch beäugt
elterngleich
die Augen aquarienhaft vergrößert
fehlerheischend
Scheiterungsbestätigung gewiß

gewachsen

lebend mit Kritik
Selbstkritik als Prinzip
ungläubig vor mir
leistungsgewogen
Scheiterungsbestätigung gewiß

erlebend

Stillstand erwartend
gegenkritikbereit
lebensunfähig
wertnegierend
Scheiterungsbestätigung gewiß

endend

einsichtig?

Diskussion: Die kreative und helfende Kritik unterscheidet sich deutlich von der persönlichkeitszerstörenden elternähnlichen Kritik, die bis zur Lebensunfähigkeit führt.

Scheiterungsbestätigung – welch ein urdeutsches Beamtenwort! Man sieht gleichsam die merkwürdige billige Anzugjacke mit den Ellenbogen- Stoßflicken vor sich stehen. Man sieht gleichsam den erhobenen pädagogischen Zeigefinger, achtungheischend und leicht voller Erregung zitternd und die Individualität unterdrückend vor sich stehen. Man hört monologisierend „gib zu, dass du unrecht hattest“, und mit dieser Diktion wird das Ohrläppchen warnend lang gezogen. Es gibt keinen Ausweg, weil eines gewiss ist: die Scheiterungsbestätigung ist gewiss „gib zu, dass du unrecht hattest“. Und wenn diese Scheiterungsbestätigung dann im Gehirn sich nur noch festsetzt „unrecht“, dann wird aus der Kritik Zerstörung,

von wem auch immer.

Jede neue Erfahrung, in welcher Situation auch immer,

  • Kindheit
  • Beziehung
  • Beruf

beinhaltet diesen Erfahrungsprozess, „gewachsen“, der uns lebenslang begleitet. Unser Tun wird „fehlerheischend“ (aus Sicht des Kritikanden) beäugt und es ist sicher, dass wir Fehler machen. Ich hatte in meinem Beruf einen Vorgesetzten, der aus Angst, einen Fehler zu begehen, der beste Sachbearbeiter aller Funktionen seines Bereiches war. Wie entsetzlich! Doktor Allwissend nannte ich ihn, nur für mich, dieses vernehmbar gesagt wäre der berufliche Selbstmord. Diesem Doktor Allwissend ist nur nie klar geworden, dass sein „Scheiterungsbestätigung gewiss“ mit der Zeit einen lächerlichen Anstrich erhielt: der Kleinwuchs wurde in diesem Verhalten anderen Menschen gegenüber kompensiert. Eine Situation ist in meinem Kopf unauslöschlich: jeder kennt die zum Sieg hoch gehaltene Faust. Und dieser Doktor Allwissend schoss auf mich zu und fragte: „wollen Sie mir drohen?“

Das sind also genau die Typen, die schleimerisches Unterwürfigkeitsverhalten verlangen – viel zu spät hatte ich mich gefragt: wie kommt es, dass genau solche destruktiven Typen in diesem Unternehmen, einen Fehler darfst du machen – ein zweiter ist dein Tod,  gefördert werden. Wir erleben also dann den Tod, wie immer man diesen Zustand auch benennt.

Ein anderer Typus, den ich auch in meinem Beruf kennengelernt hatte, den ich für mich Professor Vernichtung genannt habe, meinte einmal zu einer von mir entwickelten Vorgehensweise, „zeigen Sie mir auf, dass dieses Vorgehen wirksam ist“. Wie soll man ohne eine Realisierung ein Ergebnis quantifizieren, das war seine Forderung? Auch das ist „Scheiterungsbestätigung gewiss“!

Der amerikanische Motivationstrainer Dr. Hendrie Weisinger, Autor, macht es sich zu einfach: „Mit negativen Wertungen positiv umgehen“. Er kehrt kreative Kritik um: nicht der zerstörerisch Kritisierende hat das Problem, der blöde Kritisierte hat das Problem, das darin besteht, nicht devot genug die zerstörerische Kritik angenommen zu haben. Auch das ist „Scheiterungsbestätigung gewiss“! Ich wette, eine solche Type wird aus dem „Scheiterungsbestätigung“ sogar noch einen psychischen Defekt konstruieren, wobei psychische Defekte verhindern erfolgreich zu werden!

Wenn wir nun das erkannt haben, dann wird folgendes logisch eintreten: wir erwarten Stillstand, wir werden bereit auf Gegenkritik, wir werden lebensunfähig und wir beginnen, Lebenswerte zu negieren. Und das System erhält, was kommen sollte: schleimerisches Unterwürfigkeitsverhalten.

Haben wir jedoch das Prinzip erkannt, dann kann man durch Geschick gefälschtes schleimerisches Unterwürfigkeitsverhalten zeigen, Sieg des Kritikanden vorgaukeln und hinter seinem altersgebeugten Rücken die Fäden ziehen. Dann wirst du unter Umständen das kleine Schweinchen, das du niemals werden wolltest und erinnerst dich an eine Weiterbildung durch einen Jesuitenpater: „Unangreifbares Argumentieren in Wort und Schrift“; dieser Jesuitenpater hatte eine wirklich beachtenswerte intellektuelle Leistung aufgezeigt: Argumentationsketten, bestehend aus Argument (A) und Contra- Argument (CA), hier in der einfachen Form, dass für jedes Argument (A) nur ein Contra- Argument (CA) angeführt wird

A1

___CA1

_____A2

_______CA2

__________A3

_____________CA3

finde auf jedes Argument und Contra- Argument ein Gegenargument.

„Unangreifbares Argumentieren in Wort und Schrift“ wird somit in der ersten Phase zum Schachspiel. Andeutungsweise nur die zweite Phase: kommt man mit dieser Verkettung der Argumente nicht weiter, dann muss man die Argumente- Ebene verlassen, also, weg vom Rationalen zum Irrationalen, zum Beispiel zu Werten. Sagte doch einmal einer der professoralen Vorgesetzten „Sie verkaufen sogar Ihre Mutter, um Erfolg zu haben“. Verstehen Sie, das ist von diesem promovierten Mann Perfidie sondersgleichen. Dann hilft eigentlich nur eines, der Gedanke:  „Was kümmert es die stolze Eiche, wenn sich eine Wildsau an ihr reibt?“

Stärke

Stärke

Seht den Stärksten aller Zeiten:

ich bin stark!
ich bin unendlich stark!

wer wagt es!

Hey, Du!

( hoffentlich wagt’s keiner )

Diskussion: Es geht hier um die Autosuggestion des Selbstbewusstseins, die nur eines aufzeigt, die wirkliche Schwäche des ICH.

Ich wage das Unverschämteste alles Unverschämten: ich kritisiere den Experten Dr. Rolf Merkle, der meint (Link) „Selbstbewusst sein bedeutet, wir sind uns unserer Stärken und Schwächen bewusst – wohlgemerkt auch der Schwächen“.

Wer von den selbstbewussten Typen beschäftigt sich mit eigenen Schwächen?

Seht den Stärksten aller Zeiten:

ich bin stark!
ich bin unendlich stark!

(Eine fast albern klingende Autosuggestion)

Eigene Schwächen hindern am Erfolg, weil Schwächen in unserer heutigen Gesellschaft gleichgesetzt werden mit Misserfolg. Und wenn wir uns nun mit den gesellschaftlich geächteten eigenen Schwächen auseinander gesetzt haben und diese gesellschaftliche Ächtung auch noch kritiklos übernehmen, dann ist es um uns geschehen (übrigens: die Inakzeptanz der Anerkennung der gesellschaftlichen Ächtung heißt gern Arroganz). Indem ich meine Schwächen als negativ verurteile, potenziere ich meine Schwäche sogar zu einer Einschränkung oder gar zu einem Verlust des Selbstbewusstseins. 

Aber doch, es gibt einen Typus Persönlichkeit, die sich mit ihren Schwächen beschäftigt: jener Typus, der eine Schwäche- Selbstanalyse betreibt, um seine Angreifbarkeit wasserdicht zu machen! Mit anderen Worten; Schwäche- Selbstanalyse als strategisches Konzept zum Erfolg. Eine Schwäche- Selbstanalyse als strategisches Konzept ohne innere Korrektur zeigt in Wirklichkeit Kritik- Unfähigkeit. Dr. Doris Wolf, Diplom-Psychologin, schreibt (Link): „Kritik ist für uns gleichbedeutend mit Ablehnung und Zurückweisung. Die Angst vor Ablehnung macht unfrei und lähmt.“ Wer erfolgsorientiert ist, der wird alles unternehmen, Prozesse, die ihn am Erfolg hindern können, zu dämpfen oder gar totzuschlagen.

Ob dieses

( hoffentlich wagt’s keiner )

das Eingeständnis dessen ist, was gerade geschrieben wurde: Wer erfolgsorientiert ist, der wird alles unternehmen, Prozesse, die ihn am Erfolg hindern können, zu dämpfen oder gar totzuschlagen.

 

Einführung in Zyklus 2 – Begegnungen des Ich

2. Begegnungen des Ich

Wer, was ist das ich?
Abgekapselt, mit Schutzlack versehen, mauernbewehrt?
Leben, was ist Leben oder besser: was ist leben?

Meine Suche nach meiner inneren Harmonie beinhaltet die Auseinandersetzung mit mir in meiner Umgebung, in meiner Welt.
In der kritischen Reflexion können wir unsere Differenz zwischen Selbstbild und Fremdbild feststellen, wenn wir den Mut aufbringen. In der kreativen Reflexion mit uns können wir an Begegnungen lernen und Konflikte als Chancen zur höheren Erkenntnis begreifen.
Das Zusammenspiel der Menschen in unserer Umgebung wahrzunehmen und Menschen im Umgang mit uns und umgekehrt bedeutet eine permanente Begegnung, eine permanente Auseinandersetzung mit unserm ich. Die Wahrnehmungen zu verstehen und widerspruchsfrei einzuordnen in unser Weltbild oder auch bewusst abzulehnen heißt, die Einladung zum eigenen leben anzunehmen, zu gestalten, so wie wir es wollen.

Diskussion: Während es im Zyklus 1 hauptsächlich darum ging, was in mir abläuft, was in jedem von uns manchmal autonom abläuft, geht es hier um die Anstöße von Außen, die oft genug als Diskongruenzen wahrgenommen werden.

Was fällt uns auf, was nehmen wir bewusst wahr? Grundsätzlich: wir nehmen alles wahr, bewusst oder unbewusst, als extrinsische Wahrnehmung, wenn zum Beispiel (in Abwandlung der Definition von Wikipedia) durch die Wahrnehmung eine wertmäßige Belohnung (monetär oder die Persönlichkeit gezielt bestätigend) erfolgt, die in einem erwarteten äußeren Nutzen des Handelns liegen, von intrinsischen Wahrnehmungen, wenn zum Beispiel (in Abwandlung der Definition von Wikipedia) durch die Wahrnehmungen bewusste oder unbewusste Freude entsteht, die in positiven Erlebnissen während des Handelns bestehen [abgeleitet aus Anreiz]. Und was wir aufnehmen, das ordnen wir in unsere Erfahrungswelt, unser unvorstellbar großes inneres Mobile ein:

Dieses ist die vereinfachte Darstellung für das, was in uns abläuft: ein jeder Begriff hat unendlich erscheinende Verknüpfungen auf unserem Mobile mit vier (?) Werteebenen:

  1. wir denken, handeln aus unserer Gefühlswelt (Dimension)
  2. wir denken, handeln aus unserer Sachwelt (Dimension)
  3. wir denken, handeln aus unserer Willenswelt (Dimension)
  4. wir denken, handeln aus unserer Ethikwelt (Dimension).

Zwei Beispiel aus dem obigen Mobile:

  1. Auto – schöne Landschaft: wir fühlen uns in einem schönen (geilen) Auto wohl, wir fühlen uns in einer schönen Landschaft wohl (Gefühlswelt …) – und dennoch ist das Auto (ist die Technik) dabei, diese schöne Landschaft zu zerstören; was in diesem Mobile als ausgeglichen erscheint, waagerechter Balken, an dem Auto – schöne Landschaft hängen, kann einseitig erschwert wirken; das heißt, wir räumen dem Auto oder der schönen Landschaft ein höheres Gewicht (eine höhere Bedeutung) ein. Wenn uns nun von außen Argumente kommen, die dieses (mühsame) Gleichgewicht zerstören, dann gerät dieses Mobile in Bewegung (das Mobile ist grundsätzlich ein labiles Gebilde, wenn wir das Außen aufmerksam und kritisch betrachten). Dass ein Begriff wie Auto auch ganz andere Assoziationen haben kann, kann sich jeder vorstellen; das macht dieses Mobile in uns nur noch viel komplexer.
  2. Ein attraktives Weib – eine Familie mit Kind: wir fühlen uns mit/in einem schönen (geilen) Weib wohl, das vielleicht unsere soziale Stellung sogar verbessert, also „multifunktional“ ist, wir fühlen uns in einer harmonischen Familie wohl, in der wir Liebe und Freude und seelische Erfüllung erleben. Und uns ist bewusst, dass beides gleichzeitig zu haben unter Umständen sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich ist. Und wer an den Liebhaber / die Liebhaberin denkt, der sieht vor seinem geistigen Auge auf diesem Mobile Streit. Aber gleichzeitig wissen wir, dass eine Familie mit Kind und andererseits ein wunderschönes Anwesen mit einem traumhaften (teuren) Haus sich ausschließen. Um an der Stelle bei der inneren Ausgeglichenheit zu bleiben: es kann sein, dass in manchen Lebensmomenten das „Gewicht“ Familie viel schwerwiegender ist als das „Gewicht“ traumhaftes (teures) Haus; dann jeweils gerät unser inneres Mobile ins Ungleichgewicht, es wird instabil, bis wir wieder eine temporär stabile Positionierung gefunden haben.

„In der kreativen Reflexion mit uns können wir an Begegnungen lernen und Konflikte als Chancen zur höheren Erkenntnis begreifen“ setzt jedoch voraus, dass wir der Vielschichtigkeit (Multidimensionalität) des Mobiles bewusst sind und bereit, stabilisierende Korrekturen (Wertzuweisungen) vorzunehmen. Genau darum geht es im Zyklus 2. Fast hätte ich den Titel geändert: Begegnungen des Ich im ICH.

P.S.: das Finden einer temporär stabilen Positionierung ist Ausdruck dessen, dass in manchen Foren Ratsuchende um Hilfe bitten, weil sie meinen, diese Positionierung nicht erreichen zu können, weil sie den Eindruck haben, zu wenige Argumente für das Eine oder Andere zu haben

oder

(das kommt auch sehr häufig vor, wenn man die Forenbeiträge liest) ein Ratsuchender will eigentlich nur eine Bestätigung dessen, was schon lange als Entscheidungs- oder Positionierungsprozess erledigt war.

 

hundertsiebzig jahre treu

hundertsiebzig jahre treu

immer anders geliebt
unverstanden
imaginär

unangreibar sehe ich dem ende entgegen

warum hast du mich nie erkannt?

warum war ich zu unfähig?

warum war ich zu emotional?

warum liebe ich dich immer noch – auf meine art?

Diskussion: Es gibt grundsätzliche Gegensätzlichkeiten und dennoch blüht die Liebe. WARUM NUR?

Meiner damaligen Freundin und mir sagte einmal vor mehr als 50 Jahren eine Weise alte Dame: ‚wenn du beginnst nach den Ursachen deiner Liebe dich zu befragen, dann ist das Ende der Liebe nahe‘

  • Sehnsucht und Streben nach Einswerdung
  • Vollendung

schreibt diese Seite (Link). „Die Liebe ist die Kraft aller schöpferischen Kräfte in der Natur“, hier wird Liebe metaphysisch beschrieben. Auch der Versuch der ZEIT scheitert jämmerlich in dem Satz: „Wenn hier eine offene Einstellung zum Partner als Voraussetzung für eine Liebesbeziehung genannt wird, kann diese wohl nur funktionieren, wenn eine generell interessierte Haltung gegenüber der Welt existiert.“ Im Beschreiben von dem, worin sich Liebe zu zeigen scheint, da sind wir alle unendlich gut.

Wir müssen schlichtweg respektieren, dass wir das, was wir nicht verstehen, als Faktum akzeptieren, jeden falls so lange, bis wir es verstehen. Wir müssen schlichtweg sagen: Liebe kommt aus dem limbischen System und unser Gehirn erlaubt uns keinen Zugriff über logische Bestätigung darauf.

Ob also Liebe Sehnsucht und Streben nach Einswerdung ist, ich weiß es nicht und es ist nur ein Lebenskonzept unserer hiesigen Werteordnung, die in Südamerika oder auf Afrika oder oder ganz anders sein kann.

meine gekannte lust

Polyamorie

meine gekannte lust

warum betrogst du mich nicht?

der Liebe halber
die vom Betrug

sich vermehrt

weil

Tiefen durch Verlust sich vertiefen.

warum betrogst du mich nicht
und
betrogst mich um
unstillbare Lust der Erkenntnistiefe
nach deiner Liebe?

Du konntest nicht? Weil?

Das schrieb eine Frau:Die Frauen spüren das auch, und viele träumen davon, mal von einem Fremden gefickt zu werden, sie geben es oft nur nicht zu, weil ihre Erziehung sie abhält. Niemals wäre mir bei meiner Erziehung eingefallen, einen anderen Mann zu begehren. Der Augenblick der Fremdheit, der zu überwinden gilt, der Augenblick des Mutes, der gereift ist, die Freude der Lust, das sind Elemente, die mich erfasst haben! Ich las, wenn erst einmal eine Hürde übersprungen ist, wenn das ICH ja gesagt hat, dann bist du bereits befreit! Es hatte recht: wenn Du deine Sperre der Erziehung einmal überwunden hast, wirst Du es nicht mehr missen mögen, dieses Gefühl, auch von einem anderen Mann die begehrenswerten Gefühle zu spüren. Ich habe mein frauliches Selbstbewusstsein gefunden. Durch Offenheit in unserer Ehe haben wir unsere tiefen Neigungen zueinander wirklich gefunden – Nähe durch Loslassen!“

Diskussion: Es gibt bei vielen Ehemännern die Vorstellung von einer offenen Ehe, einer Ehe, die nicht auf eine reine Zweisamkeit begrenzt ist, die vielleicht sogar polyamourös, die Liebe mehrerer Personen untereinander, ist.

Eine Frau schreibt in einem Forum: „Nicht jede Frau ist begeistert wenn der Mann sie teilen möchte.“ Eine andere assistiert: „Eine Frau kann dabei aber auch Zweifel bekommen, ob ihr Mann sie wirklich liebt. Auch wenn sie genau weiß, dass es etwas rein sexuelles ist! “

Was ist das, Liebe (wieder diese Frage)? Was ist das Sexualität, Lustempfinden, Gier, Geilheit? Der Deutschlandfunk schreibt (Link): „Nie war unsere Gesellschaft freizügiger als heute – ein offener Umgang mit Sexualität ist alltäglich. Findet also eine fortschreitende Enthemmung statt? Oder wächst mit der Freizügigkeit auch die Scham?“

  • „Feuchtgebiete“
  • „Generation Porno“
  • Schamgrenzenüberschreitung
  • Wandel der Gefühlskultur
  • Verfall der Sitten
  • Angst vor der ungewollten Schwangerschaft
  • Strafen für Abtreibungen und Kuppelei
  • florierender Erotikmarkt
  • Schmuddelzeitschriften
  • „Schamvernichtungskampagne“

das sind dann die Themenbereiche der moralisierenden Mainstreampresse.

Geilheit wird bildungsbürgerartig distanziert als „Intimitätsbedürfnisse“ bezeichnet. Welche Ehefrau hatte ihrem Ehemann nicht davon berichtet, dass die Eltern gegenüber der Tochter Verbote aussprachen, wenn diese nach deren Geschmack zu freizügig herumliefen oder gar offensichtlich wurde, dass „Intimitätsbedürfnisse“ vorhanden waren; welche Eltern haben ihre Tochter als 15 Jährige mit „Intimitätsbedürfnissen“ wahrgenommen?

Jungs hingegen haben Freiräume gehabt: die sollen sich die Hörner abstoßen (hat man das falsche Substantiv verwendet?). So kommt es, dass es in Foren heißt: „Meine Ablehnung kam sicher wegen meiner Erziehung und ich war ein Mauerblümchen aber jetzt möchte ich es nicht mehr missen. Mein Mann hat mich dazu gebracht und heute habe ich einen schönen fixen Hausfreund und Liebhaber der mich sexuell zu unbekannten Höhepunkten fickt.“ Diese Frau nennt ihre „Intimitätsbedürfnisse“ beim Namen, total wenig bildungsbürgerartig distanziert. Abseits einer jeglichen kirchlichen Moral. Aber natürlich! Das genau unterscheidet uns Menschen von anderen Lebewesen, dass wir uns erlauben, nicht allein die „Intimitätsbedürfnisse“ als Fortpflanzungsfunktion zu sehen! Unser Menschsein wird durch eine zusätzliche Bewusstseinsebene erweitert: Lust und Lustgefühle, die sein dürfen.

Wie ist denn diese Zeile zu verstehen

weil Tiefen durch Verlust sich vertiefen

Hier wird von den Tiefen der Liebe gesprochen. Und wenn ein Paar sich entscheidet, eine offenere Ehe zu führen, dann ist diese Art auch gleichzeitig der Verlust des „Alleinbesitzes“ des Partners (welch fürchterlicher Gedanke, der hier auch schon diskutiert wurde). Welcher Mann fühlt bei dieser Art Ehe nicht die wirkliche und vollkommene Tiefe der Liebesbeziehung?

Bei allen „seriösen“ Veröffentlichungen wird eine offenere Ehe immer als Verrat an der Liebe angesehen, ganz im Sinne der kirchlichen Moral. Dass aber Liebe und körperliche Lustempfindungen nur wenig miteinander zu tun haben, das wird nicht erwähnt. Kernfrage: welche Partnerin gönnt sich nicht ab und zu die Selbstbefriedigung, also die Erfüllung der körperlichen Lustempfindungen ohne den Partner? Was haben diese Lustempfindungen mit Liebe zum Partner zu tun?

 

Die Angst der großen Analysten

Die Angst der großen Analysten

warum sprichst du von Problemen
mit mir
in mir
erkennst mich nicht,
nicht einmal mich, deinen Mann,
und
warum suchst du nicht einfach dich?

Hast du auch Angst?

Diskussion: wir wollen gern alles hinterfragen, für alles Begründungen finden, weil wir meinen, es würde unserem ICH helfen, es wäre eine Pflicht in unserem Leben. Unsinn!

Professor Gigerenzer, seit 1997 Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung sowie des 2009 gegründeten Harding-Zentrums für Risikokompetenz, Berlin, und seit 2015 Gründer und Gesellschafter von Simply Rational – Das Institut für Entscheidung, ist ein genialer Kopf, der versucht der Welt zu erklären (aus rechtlichen Gründen darf ich den Film nicht in diesem Text zeigen, obwohl es hunderttausende Internetseiten machen):

Film aus rechtlichen Gründen bitte unter youtube ansehen

Bauchentscheidungen anstelle ständige und ausschließliche Kopfentscheidungen – das ist seine Botschaft. Und Hintergrund dieser Botschaft ist, dass er Bauchentscheidungen (so ansetzbar) für treffsicherer hält.

Unabhängig davon: bei allem Analysieren ergibt sich die Frage bei wem beginnt das Analysieren? Und wenn ich die letzte Zeile betrachte

Hast du auch Angst?

dann spricht daraus eine generelle Befürchtung vor Analysen. Aus Angst? Aus der Entdeckung des Wertlosen? Aus Verlustängsten? Aus Minderwertigkeitsgefühlen?

Welch Parallele zu

Stärke (Link)

ein Wort im Kopf

ein Wort im Kopf

einmal gewachsen
gräbt separierend
zerschneidet Offenheit
fixiert sich selbst
raubt Leben
findet synonymisierend Superlative
durchläuft Schleifen
findet zentrierte Wortfelder

lösungslos: das war’s

Betrug

am Leben,
an mir

Die Gedankenteile agglomerieren erneut
gebären
neue Schleifen
neue Erkenntnisse
neue Lösungsmöglichkeiten
neue Ichdubezogenheitsgewißheitselemente

und Schuld ist:
warum

Diskussion: Der Anstoß kam von Außen. Ichdubezogenheitsgewißheitselemente – die Bezeichnung dafür, dass das ICH Kongruenzen mit dem Außen sucht, um nicht in innerlicher Disharmonie zu leben, sondern gewiss in der Beurteilung ist.

Sei es eine Sachlage, sei es eine Person – was immer uns zum Nachdenken (auch hier sei gesagt: bewusst oder unbewusst) bringt, löst in unserem Mobile (Link) eine Einordnung aus: wie positioniere ich mich dazu hinsichtlich meiner Werteebenen:

  • wir denken, handeln aus unserer Gefühlswelt (Dimension)
  • wir denken, handeln aus unserer Sachwelt (Dimension)
  • wir denken, handeln aus unserer Willenswelt (Dimension)
  • wir denken, handeln aus unserer Ethikwelt (Dimension).

Ich bin davon überzeugt, dass ein überaus komplexer Abklärungsprozess in unserem Gehirn abläuft, weil kein Wort oder Ereignis wert- und beurteilungsneutral abgespeichert ist (Anmerkung: Wörterbücher sind überwiegend wert- und beurteilungsneutrale Auflistungen). Dieser Abklärungsprozess ist Merkmal unserer Einzigartigkeit unserer Persönlichkeit bezüglich Färbung eines jeden Wortes oder Ereignisses und Gewichtung desselben:

separierend
zerschneidet Offenheit
fixiert sich selbst
raubt Leben
findet synonymisierend Superlative
durchläuft Schleifen
findet zentrierte Wortfelder (Link)

Dieser Abklärungsprozess separiert zunächst jedes Wort oder Ereignis, um eine neutrale Beurteilung hinsichtlich Färbung eines jeden Wortes oder Ereignisses und Gewichtung zu ermöglichen. Durch die Fixierung auf das allein im Raum stehende Wort oder Ereignis wird eine gewaltige mentale Leistung vollzogen, der Abklärungsprozess verhindert teilweise weitere gedankliche Prozesse. Würde ich als Techniker eine Maschine für eine solche Leistung konstruieren, ich würde diese Abklärungsprozesse dann erledigen lassen, wenn das Gehirn ohnehin vermindert ausgelastet wäre, also Nachts. Der Schlaf ist hervorragend geeignet, Abklärungsprozesse zu „erledigen“; das aber setzt voraus, dass wir eine Art temporären Speicher für Ungelöstes haben und wenn unser Gehirnzentrum feststellt, es ist noch Bearbeitungskapazität vorhanden, dann wird in diesem temporären Speicher nach Ungelöstem geschaut. Es ist durchaus möglich, dass höchst komplexe Abklärungsprozesse so lange in dem temporären Speicher verbleiben, wie sie nicht widerspruchsfrei zugeordnet sind.

und Schuld ist:
warum

Das genau macht uns Menschen aus: wir wollen (ob wir es bewusst wollen oder nicht) diese Abklärungsprozesse als Erklärung ‚warum‘. Wunderlich beschreibt diesen Abklärungsprozess wie folgt (Link, Quelle 3): „So ist das Feld [Anmerkung: der gedankliche Prozess der Analyse eines Wortes oder Ereignisses unter unterschiedlichsten Beurteilungsmerkmalen] weniger als ein zweidimensionales Gebilde im Sinne eines Mosaiks zu verstehen, sondern eher als ‚Kraftfeld‘. Seine Eigenschaften sind Geordnetheit, Wechselbestimmtheit (der einzelnen Inhalte), Vollständigkeit (es gibt keine leeren Stellen) und Wohlgeschiedenheit (von anderen Feldern).“

Du – Widerspruch

Du – Widerspruch

fernesuchende anerkennung
wünscht nähe
flieht nähe
bravsein als prinzip
jedoch
gehasste Enge
individualitätsbegraben
war ich teil deiner Kindheit?

besitzhabenwollende zerstörung
will haben
fordert macht
eigentum als prinzip
jedoch
gehasster Neid
individualitätssüchtig
war ich teil deiner Kindheit?

opponierende harmonie
sucht ruhe
entdeckt anerkennung
opportunismus als prinzip
jedoch
gehasstes ICH
individualitätsschreiend
war ich teil deiner Kindheit?

auch ich lerne

Diskussion: Wie gehen wir mit Diskongruenzen im Leben um? ‚bravsein als prinzip‘, also Widersprüche belassen oder (be)kämpfendes Lebensprinzip?

Wir sind hier wieder bei dem äußerst komplexen Vorgang (Link), dass wir eine innere Harmonie suchen. Die Lösung dieses Prozesses sucht

  • Anerkennung
  • Akzeptanz der eigenen Individualität
  • Freiheit des differenzierenden Geistes

und ist bereit

  • die Strategie des Opportunismus anzuwenden
  • die Strategie der eigenen Unterdrückung zu nutzen
  • die Strategie der Negierung der Individualität umzusetzen

des lieben Friedens halber.

Dass aus solchen „glattgebügelten“ Prozessen ein gehasstes ICH wird, ist dann vorstellbar, wenn uns die eigenen Widersprüche täglich begegnen.

Hier ist nicht die Strategie problemlos anwendbar:

“Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden”

Laß mich II

Laß mich II

ich sein
immer verborgen
weitestgehend
mauernbewehrt
abwehrbereit
tarnungsvoll:
deine
nähe ängstigt
euer aller

Diskussion: Viele in unserer nähesten Umgebung, viele Unbekannte wollen uns manipulieren und wir können uns dieser Manipulation kaum entziehen, auch, wenn wir uns noch so (mauernbewehrt) geschützt fühlen. 

„10 psychologische Tricks im Umgang mit Menschen“, führt diese Internetseite an (Link), als wäre es etwas Stolzes Mitmenschen zu verführen, gezielt zu manipulieren. Hier (Link) wird diese Verführung sehr deutlich benannt: „Psychologische Manipulation: Gehirnwäsche“. Der Ruf

Laß mich II

ist genau aus dem Erkennen des in dieser Gesellschaft üblichen Prozess ausgerufen: der Stärkere betreibt die Umpolung unseres Gehirns. „Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es an der hochgradigen Beeinflussbarkeit des Menschen längst keinen Zweifel mehr. Psychologen und Wahrnehmungsforscher konnten in unwiderlegbaren Dichte und Schlüssigkeit zeigen, wie leicht und unbemerkt unsere vermeintlich autonomen Urteile von außen beeinflussbar sind. Wir werden täglich, wir werden dauernd und auf vielen Ebenen manipuliert“ veröffentlicht BR 2 (Link). Und daher heißt es hier zum Schluss:

deine nähe ängstigt euer aller (manipulation)

Und genau im persönlichen Umfeld wird es besonders kritisch: unsere Emotionen sagen: Zuneigung oder gar Liebe und unsere Logik sagt: auch du manipulierst!

historie

historie

meine 53 jahre liegen in den schubläden meines verstehens
meiner erfahrungen
sortiert
wichtigkeiten zentriert
des überlebens halber:
stelle mich nicht infrage
sagte ich früher

würde ich 53 jahre neu sortieren müssen
widersprüche
widerspruchlos begründen
eingefallene gerüste erbaut
des überlebens halber:
stelle mich nicht infrage
sage ich heute

respektiere das ICH meiner 53 jahre
meine logik
geordnet
labilitäten n-dimensional ausgeglichen
des überlebens halber:
ich gehe
sage ich morgen

Diskussion: Das ist wirkliches Selbstbewusstsein, die Zuversicht, mentale Prozesse zur Zufriedenheit lösen zu können.

Ich schrieb (Link): „Meine Suche nach meiner inneren Harmonie beinhaltet die Auseinandersetzung mit mir in meiner Umgebung, in meiner Welt. Die Wahrnehmungen zu verstehen und widerspruchsfrei einzuordnen in unser Weltbild oder auch bewusst abzulehnen heißt, die Einladung zum eigenen leben anzunehmen …“ In dem Bild sehen wir ausschnittsweise von den vielen zehntausenden Schubläden in uns nur ein paar. Und in jeder Schublade befinden sich die Begriffe, mit denen wir im Leben jemals umgegangen sind und ihre Bedeutungszusammenhänge und ihre Gewichtungen für unsere (einmalige) Persönlichkeit. Was wir hier von der Vorderseite so geordnet sehen, hat auch eine Rückseite: hunderttausende Verkabelungen der einzelnen Schubläden untereinander.

Das Haus meines leider an Lungenkrebs verstorbenen Freundes in Australien

Wenn ich über die n- Dimensionalität in unserem Gehirn nachdenke, so fällt zunächst einmal die räumliche Vorstellung (Breite, Höhe, Tiefe) ein. In meinem Studium im Fachgebiet Strömungslehre gab es die n-Dimensionalität, nicht nur die 3 Dimensionalität, räumliches Koordinatensystem genannt, wie in dem Bild. In meiner damaligen Naivität hatte ich versucht, mir diese n-Dimensionalität vorzustellen und sah dann hatte ich folgende dumme Vorstellung:

Wenn man an das Koordinatensystem (siehe auch das Bild des Hauses) am „Ende“ einer jeden Achse des Koordinatensystems ein weiteres Koordinatensystem, eine weitere Räumlichkeit „hängt“, im einfachsten Falle siehe A, im erweiterten Falle siehe C, dann erhalten wir ein n-dimensionales System, das dadurch gekennzeichnet ist, dass jede weitere Dimension außer der normalen räumlichen Vorstellung eine weitere Dimension im irrationalen Raum (Euler nannte diesen Raum „i“) ist (ich weiß, das ist schwierig nachzuvollziehen).

Wenn wir also über Begrifflichkeiten in unserem Gehirn nachdenken und denen einen Werteraum

 

  • Gefühlswelt (Dimension)
  • Sachwelt (Dimension)
  • Willenswelt (Dimension)
  • Ethikwelt (Dimension)

mit denen einem jeden Begriff charakteristischen „Gewicht“ (Bedeutung) zuordnen und wissen, dass jeder Begriff eine sehr große Anzahl von Verknüpfungen zu anderen Begriffen hat und jeder dieser anderen Begriffe auch einen ureigenen Werteraum

  • Gefühlswelt (Dimension)
  • Sachwelt (Dimension)
  • Willenswelt (Dimension)
  • Ethikwelt (Dimension)

hat, dann könnte wir eine erste Vorstellung über das haben, was in unserem Gehirn abläuft: das Finden einer höchst komplexen Stabilität (relative Widerspruchsfreiheit) der Summe aller Verknüpfungen.

respektiere das ICH meiner 53 jahre

Zum Zeitpunkt, als ich die obigen Zeilen der „Lyrik“ schrieb, hatte ich 53 Jahre an dieser höchst komplexen Stabilität (relative Widerspruchsfreiheit) der Summe aller Verknüpfungen „gebastelt“.

stelle mich nicht infrage
sagte ich früher

würde ich 53 jahre neu sortieren müssen
widersprüche
widerspruchlos begründen
eingefallene gerüste erbaut
des überlebens halber

Und das ist die eigentliche Kunst des bewussten Lebens: sich in seiner Gedankenwelt auf den Ebenen des sachlichen Denkens, des Fühlens, des Entscheidens und der Werte nicht infrage zu stellen, „des Überlebens halber“, auch wenn manchmal Verknüpfungen völlig erstellt und neu bewertet werden müssen (wir sagen uns dann: das habe ich nicht berücksichtigt).

Ich weiß, dieses System konsequent durchdacht bedeutet, dem medizinischen Wahnsinn eine Stufe näher gekommen zu sein und daher habe ich den öfters zitierten Spruch ganz leicht abgewandelt:

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich momentan nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Dieses „momentan“ meint, die Verknüpfungen und Bewertungen (Gewichtungen) muss ich nicht innerhalb von wenigen Stunden oder Tagen machen, ich kann sie warten lassen und dieses Warten soll mich nicht beunruhigen oder Zweifel an mir auslösen – ich werde es irgendwann schaffen, es sei denn, das ist meine Lebenserfahrungen aus einem Projekt über „Künstliche Intelligenz“, wir kommen an eine Baustelle, die zu bestehen ein Wissen erfordert, das außerhalb unserer Wissensmöglichkeiten liegt. Und auch hier gilt dieser Lebensspruch: „Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen …“.

Die wichtigste Lebensregel nach 53 Jahren: ich habe Geduld mit mir!

 

Relativität

Relativität

jahrzehnte haben sich eingebrannt
in meinem gerüst

filigran
manches mit fäden verbunden
gefährlich zart
mikadohafte labilität

weiß, das leben erzeugte dieses ICH
weiß, alles mystisch komplex
zu komplex
für mich und euch
laß es, jahrzehnte bewehrt

warum verlangst du
den untersten stab
Mir
zu nehmen?

willst
du
mein Leben?

Diskussion: Alles ist relativ! Ein primitiver Satz, der alles infrage stellt? Was gestern noch lebenswichtig erschien, wird heute ein normales Lebensereignis.

jahrzehnte haben sich eingebrannt
in meinem gerüst

filigran

Jahrzehnte haben wir unsere Erfahrungen erarbeitet, haben ihnen UNSERE bestimmte

mein inneres Mobile

Bedeutung zugeordnet, haben sie verallgemeinert, haben sie wieder neu ein- und zugeordnet und dann (temporär) den Prozess des Lernens abgeschlossen, um ihn bei der nächsten Erfordernis wieder und wieder zu überprüfen.

Ja, dieser Prozess ist aufwendig. Ja, dieser Prozess ist, so lange mein Geist wach bleibt, niemals abgeschlossen; ich habe aber den Eindruck, dass mit dem Alter gewisse Strukturen sich verfestigen, sich deshalb verfestigen, weil sie diese Prüfschleife schon unzählige Male durchlaufen und bestätigt gefunden haben, als wäre in unserem Gehirn ein Zähler, der wie folgt regelt: hat sich etwas (willkürliche Zahl) 200 Mal bestätigt, dann gilt das als (relativ) unumstößlich. So kommt es, dass insbesondere jüngere Menschen über die Älteren sagen: die sind geistig verknöchert. Warum schreibe ich „(relativ) unumstößlich“? Wenn ein Ereignis, das normalerweise zur Überprüfung triggert, bei einem gefestigten Bild/Sachverhalt so gewichtig ist, dass es das bereits verankerte Bild/den verankerten Sachverhalt an Bedeutungsschwere übertrifft, dann und nur dann findet ausnahmsweise eine nochmalige Überprüfung statt.

filigran
manches mit fäden verbunden
gefährlich zart
mikadohafte labilität

Was hier als „Fäden“ genannt wird, um den Bezug zum Mobile herzustellen, sind in Wirklichkeit die neuronale Verbindungen:

Quelle: Wikipedia

Und dass ein solches Gebilde eine „mikadoartige“ Labilität aufweist, sowohl konstruktiv als auch inhaltlich, das dürfte beim Anblick des winzigen Ausschnittes aus dem real in uns existierenden Mobiles klar sein.

weiß, das leben erzeugte dieses ICH
weiß, alles mystisch komplex
zu komplex
für mich und euch
laß es, jahrzehnte bewehrt

Und dieses ICH- Mobile wuchs in Jahrzehnten welch ein Bezug zu

historie (Link)

und

Einführung in Zyklus 2 – Begegnungen des Ich

und weil diese Komplexität so unvorstellbar multidimensional ist, nenne ich sie übertragend „mystisch“ und bitte Dritte, mir diese Jahrzehnte bewehrte (gefestigte) Struktur wertschätzend und achtungsvoll zu erhalten.

Laß mich II (Link)

Manipuliere mich nicht, schrieb ich hier.

warum verlangst du
den untersten stab
Mir
zu nehmen?

Anders gesagt: warum verlangst du den untersten stab, das kleinste Element meines Mobiles, Mir (groß geschrieben, um die Achtung oder auch Selbstachtung auszudrücken) zu nehmen?

An der Stelle kommen wir zu dem wirklich hochkomplexen (unerklärbaren?) Vorgang der Partnerschaftsfindung: wir brauchen die gegenseitige Achtung des Mobiles unseres Gegenüber – zwischenmenschlicher Respekt genannt. Aber dieser zwischenmenschliche Respekt stammt aus der Werteraum Ethik, so zum Beispiel

Gibt es in uns vier Beurteilungsebenen (Werteräume) Denken, Fühlen, Handeln, Ethik, dann erfüllen diese uns zu 100 Prozent (22%+30%+20%+28%=100%). Jeder Mensch hat, verwendenden wir nun beliebig genaue Zahlen, seine individuelle Gewichtung der einzelnen Werteräume; hier ist der Werteraum „Gefühle“, (Fühlen) leicht vor dem Werteraum „Ethik“. Und – um auf das Thema Partnerschaft zurückzukommen – wenn der Satz auch für Partnerschaften gilt „Gleich und Gleich gesellt sich gern“, dann sollten die Werteraum- Prioritäten in Etwa gleich sein. Sind sie unterschiedlich, beginnt das Unverständnis, beginnen Kämpfe (auch absehbare Niederlagen sind Kämpfe).

warum verlangst du
den untersten stab
Mir
zu nehmen?

bekommt nun eine vielleicht deutlichere Gewichtung; der Partner will zumindest diese jahrzehntelange Gewichtung oder sogar diese Werteraum- Prioritäten umkehren – das genau funktioniert nicht ohne teilweise Zerstörung und Neuaufbau der Persönlichkeit; daher auch die abschließende Erkenntnis

willst
du
mein Leben?

P.S. (das könnte zu tief gehen): Professor Gigerenzer, seit 1997 Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung könnte mit seiner Forderung nach mehr Mut zu Bauchentscheidungen nur teilweise recht haben (fordern kann man, ob eine Forderung realistisch ist, das ist die andere Frage):

Diese Persönlichkeit ist überaus empfänglich für Entscheiden; das ist ein Macher, deutlich weniger empfänglich für Gefühle. Von einer solchen Persönlichkeit Bauchentscheidungen zu fordern ist überaus hart; Scheitern ist wahrscheinlicher als das Gelingen.

Daraus lässt sich als Arbeitsthese ableiten: Eine Persönlichkeit mit einem hohen Anteil an Gefühls- Werteraum ist in der Lage Bauentscheidungen zu fällen. Im ähnlicher Weise lässt es sich auch für andere Werteräume ableiten.

P.S. 2 (nach einer Nacht des Nachdenkens): eine wichtige Frage ist, wie kommen wir als Persönlichkeit zu einer Priorisierung der vier (?) Werteebenen

  • wir denken, handeln aus unserer Gefühlswelt (Dimension)
  • wir denken, handeln aus unserer Sachwelt (Dimension)
  • wir denken, handeln aus unserer Willenswelt (Dimension)
  • wir denken, handeln aus unserer Ethikwelt (Dimension)

dargestellt in den obigen Tortendiagrammen, die unser ICH charakterisieren und uns zu Einzigartigen und Differenzierbaren ausmachen? Das ist eine Arbeitsthese, die bewiesen werden muss, um gültig zu sein:

Ein normalerweise unbeeinflussbares Grundelement des Lebens heißt: Tu alles um zu überleben!

Lebensstrategisch müsste mit der Erziehung das Lernen zum (Über)Leben eine jede Erfahrung so gespeichert werden, dass „registriert“ wird, auf welcher Werteebene wir Erfahrung nach Erfahrung erfolgreich waren

  • handeln aus unserer Gefühlswelt
  • handeln aus unserer Sachwelt
  • handeln aus unserer Willenswelt
  • handeln aus unserer Ethikwelt.

Dieses Handeln aus der jeweiligen Werteebene (wahrscheinlich ist der Begriff Werteraum besser geeignet) wird von unserem Gehirn wahrgenommen, gespeichert und in irgendeiner Weise gezählt; durch dieses „Zählen“ ist das Ergebnis des Erziehungsprozesses, dass sich Priorisierungen ergeben, Beispiel:

wenn ich aus der Gefühlswelt handelnd erfolgreich war, dann priorisiere ich für die Zukunft das Handeln aus unserer Gefühlswelt

oder im Extremfalle

wenn ich situativ aus der Gefühls-, Sach-, Willens- oder Ethikwelt handelnd erfolgreich war, dann priorisiere ich für die Zukunft das situative Handeln aus allen Werteebenen.

Indem solche, ich nenne sie, Fundamentalsätze, die eine Lebensstrategie zum Überleben darstellen, gefunden wurden, hat unsere oberste Schaltzentrale im Gehirn eine generelle Handlungsanweisung im Leben verankert:

  • wir handeln prioritär aus unserer Gefühlswelt
  • wir handeln prioritär aus unserer Sachwelt
  • wir handeln prioritär aus unserer Willenswelt
  • wir handeln prioritär aus unserer Ethikwelt.

„Sie sehen einen Menschen, der sehr traurig ist“

„Sie sehen einen Menschen, der sehr traurig ist“ *)

Vater tot
aus Deckung erklärt

der äußeren Wahrnehmung halber
Irritation vermeiden wollend
Gerechtigkeit lechzend

oder

erbpartizipierend

wer sagt so etwas?

*) Sohn von Helmut Kohl, Walter Kohl, am 17. Juni 2017 zum Tode seines Vaters

Diskussion: Ehrlichkeit ist ein zentraler humanistischer Wert – es gibt einige Äußerungsmerkmale für Unaufrichtigkeit oder unzureichender Werteebene.

Man muss einen Menschen nicht lieben, um seine Persönlichkeit zu schätzen. Helmut Kohl war, wie jeder in der Position eines Bundeskanzlers, ein Machtmensch

und dennoch, sein Abgang war, wer den äußerlichen Zerfall betrachtete, für ihn wahrscheinlich eine Gnade. Man kann es nur mutmaßen: in dem äußerlich zerbrochenen Körper steckte ein noch wacher Geist, der sich nicht mehr so ausdrücken konnte, wie er gewollt hätte. Mein Respekt für jeden dieser Erde, der geht!

Auch aus dem Tod meines Freundes in Australien kann ich die Niederträchtigkeit im Umfeld erkennen: es ging um Geld, hässliches Geld!

Auch das kann ich nur interpretieren: „Sie sehen einen Menschen, der sehr traurig ist“ – was ist das für eine Erklärung? Distanzierter und emotionsloser geht es nicht. Muss man jemanden fragen: ‚hey, ist mein Gesichtsausdruck traurig genug, dass du meine vorgebliche Trauer erkennst?‘

Lügner

Lügner

deiner Gedankengebäude
einbildungsbehaftet alles begründend
zwanghaft wollend
oh, großer Lehrmeister,
Dank für deine Erkenntnis.

Nichts weißt du,
oberflächenberührungsgeübt,
Zerrbild beschreibend
mein nichtich
geh,
dich brauch ich nicht!

Diskussion: Ja, jeder Mensch lügt durchschnittlich zweimal am Tag aus Eigennützigkeit (auch Überlebensvorteil), Selbstbetrug oder  Krankhaftigkeit.

Schauen wir uns einmal die Seite „Synonyme“ (Link) an, dann wird dort das Wortfeld für lügen angeführt: „Anflunkern, anlügen, anschummeln, anschwindeln, belügen, beschwindeln, die Unwahrheit sagen, erfinden, flunkern, täuschen, unaufrichtig sein, verfälschen, vorlügen, vorschwindeln, vortäuschen, lügen“. Jedes dieser Synonyme hat eine bestimmte „Färbung“; das Anflunkern scheint weniger gravierend zu sein als das als hart empfundene Wort „lügen“. Und genau hier beginnt der Selbst- und Fremdbetrug: da das Lügen gesellschaftlich verpönt ist, tröstet man sich mit dem viel freundlicheren Wort „flunkern“, obwohl man sehr genau weiß, dass beide Worte den Inhalt UNWAHRHEIT haben.

In dem Text

Lügner

geht es um den Selbstbetrug, um den Betrug „deiner Gedankengebäude“, der soweit in der Einbildung des Denkens oder der Empfindungen geht, dass alles begründet wird (das ist ja ein großes Thema hier, dass ich behaupte, wir alle wollen für alles Wissen, Empfinden und Vorgehen ein sich nicht widersprechendes Mobile haben, das, wenn es nicht auf natürliche Weise entsteht, zwanghaft gewollt wird).

„Lügen ist moralisch verwerflich, aber für das soziale Miteinander unerlässlich“, sagt ein SPON- Artikel (Link). „Schlimmer wiegen Lügen bei den Menschen, die über unser Wohl und Wehe entscheiden. Der eine fürchtete um seinen guten Ruf (Bill Clinton), der andere um seine politische Glaubwürdigkeit (Richard Nixon)“, beschreibt rp die andere Seite des Lügens (Link). Ich bin davon überzeugt, dass aus Eigennutz keine Personengruppe mehr und bewusster lügt als Politiker in unserem System!

Betrachten Sie einmal den Satz von Herrn Müntefering/SPD (Link) „Wir werden an den Wahlversprechen gemessen – das ist unfair“. Die Nichteinhaltung von Versprechen zu rechtfertigen, das ist die Perversion einer jeden Wertewelt – und das von einem Mann, der Vorbild sein sollte. Anders gesagt: Herr Müntefering rechtfertigt Lügen! Warum wundern wir uns, warum sanktionieren wir in der Gesellschaft das Lügen? Ist es nur der Obrigkeit gestattet zu lügen? Daher auch die (naive) Konsequenz:

geh,
dich brauch ich nicht!

Meine Ordnung

Meine Ordnung

ist
meine
nur meine

du verdammter Veränderer
deine Ordnung
sei
mein zwanghaftes Prinzip?

Warum hast du nie gelernt mich zu akzeptieren?

Diskussion: Jeder Mensch ist einzigartig – durch seine Persönlichkeit insbesondere. Kaum beginnen zwei eine Beziehung, beginnt das miteinander leben Lernen. Von liebenswerten Kompromissen bis hin zu gehasster Unterdrückung umfasst das Lernen.

Die Geigen im Himmel haben aufgehört zu spielen, in etlichen Lebenssituationen kennt man den/die Gegenüber. Und an einigen (hoffentlich wenigen) Stellen fragt man/frau sich: will ich mir das antun? Kann ich das aushalten? Welche Eigenschaft würde ich mir für meine Persönlichkeit angenehmer vorstellen?

Und genau dann beginnt der, nennen wir es einmal, Lernprozess, beginnend mit gesäuseltem „was hältst du davon, wenn …“ über „ich hielte es für besser …“ bis hin zu „kannst du nicht endlich …„.

Begleitend werden sämtliche nonverbalen Register gezogen, beginnend mit der liebevollen Berührung über leichtes Kneifen mit einem grinsenden Gesicht bis hin zu Türenschlagen oder Sachen durch die Gegend werfen.

Und wenn in dieser Situation auch noch Moraltheologen ihre Weisungen absondern, dann wird es langsam zu einer Belastung: „2363 Durch die Vereinigung der Gatten verwirklicht sich der doppelte Zweck der Ehe: das Wohl der Gatten selbst und die Weitergabe des Lebens. Man kann diese beiden Bedeutungen oder Werte der Ehe nicht voneinander trennen, ohne das geistliche Leben des Ehepaares zu beeinträchtigen und die Güter der Ehe und die Zukunft der Familie aufs Spiel zu setzen. Die eheliche Liebe zwischen Mann und Frau steht somit unter der doppelten Forderung der Treue und der Fruchtbarkeit.

Eine Rechtsbetrachtung zeigt auf: „Das Gesetz geht davon aus, dass eine Ehe auf Lebenszeit geschlossen wird und dass die Ehegatten einander zur ehelichen Lebensgemeinschaft verpflichtet sind. Unter der ehelichen Lebensgemeinschaft versteht man die gesamten persönlichen und vermögensrechtlichen Verhältnisse der Ehegatten zueinander. Der Gesetzgeber ist sogar der Meinung, dass mit diesem Begriff eine Partnerschaft gleichen Rechts und gleicher Pflichten mit besonderen Anforderungen auf gegenseitige Rücksichtnahme und Selbstdisziplin, auf Mitsprache und Mitentscheidung »verbunden sei«. Diese hohen Anforderungen und Vorstellungen des Gesetzgebers an die eheliche Lebensgemeinschaft sind aber wohl noch nicht bis zu allen Ehepartnern vorgedrungen. Gerade an den gleichen Rechten und Pflichten innerhalb der Ehe dürfte es häufig mangeln, nachdem noch viele Ehemänner die Rechte einseitig auf ihre Seite und die Pflichten auf die Seite der Ehefrau verteilen.“

Sowohl die Rechtsbetrachtung als auch die vatikanische Sichtweise zu Partnerschaften/Ehen gehen an der Wirklichkeit vorbei. Insbesondere der Satz „Gerade an den gleichen Rechten und Pflichten innerhalb der Ehe dürfte es häufig mangeln, nachdem noch viele Ehemänner die Rechte einseitig auf ihre Seite und die Pflichten auf die Seite der Ehefrau verteilen“ ist ganz im Sinne der feministischen Ehre, der Mann das böse Wesen, die Frau die ewig Leidtragende. Ist das die Wirklichkeit in einer Gesellschaft, in der in Teilen ein Matriarchat herrscht? Die jetzigen Argumente (insbesondere die der SPD), Frauen in Führungspositionen … sind mehr als schwach. Der wirkliche Kampf findet in einem für die Öffentlichkeit unsichtbaren Bereich, in dem Privatleben, statt. Es gibt nicht wenige Männer, die sagen, es müsse bald die Bewegung ‚Menslib‘ ausgerufen werden.

Was wir in der Gesellschaft verloren haben ist die Freiheit, beginnend mit der Freiheit des Denkens und Empfindens. Als erhöhte Stufe eines anderen Werteraums ist der zwischenmenschliche Respekt:

„Wenn nämlich die Ehefrau und der Ehemann sich gegenseitig respektieren, dann wird ihr Glück des Zusammenlebens und ihre Beziehung von Dauer sein, sie fühlen sich in Sicherheit und Geborgenheit und ihr Leben ist stabil. Hingegen wenn der Ehemann seine Frau dauernd erniedrigt und die Frau ihren Mann verachtet, dann verabscheuen sie letzten Endes ihre Situation, ihr Leben, ihre Familie und ihre Beziehung, und manchmal wirkt dieser Hass sich auch auf ihre Kinder aus. Aus diesem Grund ist der gegenseitige Respekt und die Achtung sehr wichtig“ Sie werden sich über den Link wundern. Das Wort „Respekt“ taucht in der christlichen „Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments“ auf 2435 Seiten nicht auf!

Nochmals zitieren: „Respekt ein Zeichen der Achtung der Würde des anderen. Jeder Mensch möchte geachtet und gewürdigt zu werden, um sich und das eigene Leben als sinnvoll wahrzunehmen , was wesentlich zu einem guten Selbstgefühl beiträgt.“

Warum hast du nie gelernt mich zu akzeptieren?

Akzeptanz verlangt Respekt, das sollte man bei der letzten Zeile berücksichtigen! Diese letzte Zeile ist auch nichts anderes als die Kapitulation einer nicht geratenen Beziehung zweier Menschen!

mein schandfleck

mein schandfleck

Wurde entkleidet
10 Kinderaugen
vergewaltigten mein ICH
das höhnische Lachen höre ich heute noch

wieder

ausgestreckte Zeigefinger töten

empfinden

dachte, wehrlos, dann vergiss
dachte später Zeit heilt Wunden

65 Jahre später sehe ich immer noch
den
mit Klebeband umwickelten
schandfleck

Diskussion: Die Brutalität unter Kindern kann unendlich verletzen, lebenslang.

„Worte können ein Kind genauso verletzen wie Schläge – das ist wissenschaftlich erwiesen„, Huffingtonpost (Link) und erwähnt 15 elterliche Totschlagsätze. Elterliche. Aber was ist mit jenen Sätzen, die durch Kinder zugefügt werden? Aber was ist mit jenen Erniedrigungen, die durch Kinder zugefügt werden? Jene hyperkluge Internetseite schreibt (Link) „Immer wieder sind Eltern und Pädagogen in Kindertageseinrichtungen oder Schulen von Situationen verunsichert, in denen Kinder ein sexuelles Verhalten zeigen, das über eine altersgerechte körperliche Entdeckungsreise wie beispielsweise Doktorspiele hinausgeht“ und veröffentlicht diesen Unsinn: „Kindliche sexuelle Handlungen haben etwas mit dem Entdecken des Körpers und mit dem Suchen und Erleben des körperlichen Genusses zu tun, die sich je nach Alter unterschiedlich äußern.“

Die in dem obigen Text beschriebene Situation hatte nichts, rein gar nichts mit Entdecken zu tun; es ging um die Hackordnung in einer Kindergruppe. Regelrecht hasse ich diesen Satz auf der zuletzt beschriebenen Seite: „Die anderen Kinder müssen dieses Nein akzeptieren“, als würden Kinder so handeln wie Erwachsene nicht einmal handeln würden!

Und wissen Sie, was ein solches Kind empfindet? SCHAM, unendlich SCHAM! Lebenslang SCHAM! Was abgearbeitet glaubte, wird nach Jahrzehnten vom Grund des ICHs hochgespült; da ist es wieder, dem Untergang nahe. Und wissen Sie, was ein solches Kind empfindet? Scham, die den Mund schweigen lässt! Scham, die die Emotion schweigen lässt! Scham, die nur noch töten könnte!

Unser Kampf

Unser Kampf

Ist deine Analyse
gegen
meine Selbstbestimmung

Ist deine Überheblichkeit
gegen
meine Machtlosigkeit

Ist deine Gewalt
gegen
mein ICH

Ist unsere Blindheit
gegen
unsere Akzeptanz

darum ging ich

Diskussion: Die möglichen Irrtümer der Verständigung führen letztlich zu einem Kampf um Positionen. Dieser Kampf kann als ultima ratio zum Bruch führen.

Unser Kampf

Ist deine Analyse
gegen
meine Selbstbestimmung

Unser Kampf

Ist deine Überheblichkeit
gegen
meine Machtlosigkeit

heißt es.

Analyse versus Selbstbestimmung: Warum führt Analyse zum Verlust der Selbstbestimmung? Ist es ein fehlendes Selbstbewusstsein durch fehlende oder durch das Gehirnsieb gefallene positive Erlebnisse entstanden?

Überheblichkeit versus Machtlosigkeit: Warum führt Überheblichkeit zur  Machtlosigkeit? Schüchtert Überheblichkeit so sehr ein, dass Machtlosigkeit übrig bleibt? Auch hier die Frage: Ist es ein fehlendes Selbstbewusstsein durch fehlende oder durch das Gehirnsieb gefallene positive Erlebnisse entstanden?

Ist deine Gewalt
gegen
mein ICH

Ist unsere Blindheit
gegen
unsere Akzeptanz

Klar ist, es wurde Überheblichkeit durch Analyse als persönlichen und wahrscheinlich schmerzliche Gewalt empfunden, weil Akzeptanz fehlte, weil man blind war, um die Position Akzeptanz (der Persönlichkeit) anzunehmen.

Die Konsequenz ist eindeutig und absehbar:

darum ging ich

Muss es jedoch so weit kommen? Warum fehlt das gegenseitige Verstehen? Meine Lebenserfahrung sagt mir: weil die Persönlichkeitsstrukturen nicht passten:

denken, handeln aus unserer Gefühlswelt Person A
denken, handeln aus unserer Sachwelt Person A
denken, handeln aus unserer Willenswelt Person A
denken, handeln aus unserer Ethikwelt Person A

versus

denken, handeln aus unserer Gefühlswelt Person B
denken, handeln aus unserer Sachwelt Person B
denken, handeln aus unserer Willenswelt Person B
denken, handeln aus unserer Ethikwelt Person B

und wenn Person A völlig andere Schwerpunkte des Denkens und Handelns hat als Person B, wie wollen diese beiden Persönlichkeiten zueinander finden? Für eine gelingende Partnerschaft habe ich folgendes Vorgehen entwickelt:

  1. lerne dich kennen, wer bist du, was willst du?
  2. beschreibe dich mit Worten
  3. bringe diese beschriebenen Worte in eine (Gewichtungs-)Reihenfolge
  4. Nehme die ersten 8 wichtigsten Merkmale
  5. und formuliere eine seriöse Partnerschaftsanzeige

Dann werden immer noch kleine Kämpfe ausgetragen aber diese finden auf dem stabilen gemeinsamen Fundament der 8 Worte (Lebensinhalte) statt.

Formen zum Ich

Formen zum Ich

erkenntnisbehaftet
Mut zum Ich
elementeweiser Abtrag
zum Kern
in unendlichen Weiten
in
n- dimensionalen Räumen
Suche
und
Vergleich

erkenntnisbehaftet
beende Vergleich
anerkenne
Einzigartigkeit, wie gelungen auch immer

erkenntnisbehaftet
habe Lebenslust
Goldsucher zu sein

Diskussion: Ein Glas ist halb voll oder halb leer. Ein Ereignis ist schlecht oder gut. Wir sollten lernen, auch aus Niederlagen oder ungünstig erscheinenden Ereignissen das Gute zu suchen: „Was lerne ich daraus“? Dann wird das Leben wieder freudvoll (aber sicherlich auch lästig) sein!

Ja, es ist schwierig, zu seinem eigenen Kern zu kommen; oft gelingt es, wie jetzt gerade, erst nach etlichen Jahrzehnten. Wir verweigern uns gern dieser Reise und der Infragestellung von inneren Positionen. Jede Infragestellung kann als ein Angriff auf die Jahrzehnte gewachsene Persönlichkeit gewertet werden. Wir reißen einen Teil unserer Persönlichkeit ein, auch, wenn sie sich in unzähligen Situationen bewährt hat.

habe Lebenslust Goldsucher zu sein

Aber gibt es etwas Schöneres, als das Gold in sich zu finden, diese Stelle der Persönlichkeit zu öffnen und als neue Erkenntnisse nutzbar für das tägliche Leben zu machen?

Finden zum WirIch

Finden zum WirIch

50 Jahre Suche
50 Jahre Fragen
50 Jahre
elementare
Instabilitäten der Vieldimensionalität

aufgelöst

es ist, als sei man angekommen
ruhevoll
gesichert
lebensgesichert
überlebensgesichert

stabil

50 Jahre Unrast
mutieren
gemeinsam
zur endlos erscheinenden Sicherheit.

Danke – wem auch immer

Diskussion: Sei stolz über 50 Jahre Suche, 50 Jahre Fragen, 50 Jahre elementare Instabilitäten der Vieldimensionalität, sei stolz über 50 Jahre Unrast – das ist Leben, Dr. Hajo N., der du Freundschaft schworst, die unterschriebene Flasche habe ich noch

Es ist wirklich verrückt, was ich erlebte: (heute lache ich über diese ethische Prinzipienlosigkeit) fühltest dich unwohl und fandest einen „Freund“, der dir zuhörte, der für dich da war, von Freund zu „Freund“.

Freundschaft ist relativ, sie kann in Sekunden zerbrechen, obwohl es so lange gebraucht hat sie aufzubauen

(Link). Nach meiner heutigen Lebenserfahrung sage ich: Freundschaft ist relativ, sie kann in Sekunden zerbrechen, wenn du nicht mehr gebraucht wirst.

erkenne mich

erkenne mich

atomistisch
immer zu wenig
scheibchenweise seziert
weitersuchend
mikroskopiert
verbund forschend
ICH
konstruktionen verwerfend
Homogenitäten
partiell
findend

Bin bereit
zur Einordnung
zur Liebe
zur Negation
zum Verzeihen.

Abgrund

verzeiht

Diskussion: Objektive Selbsterkenntnis durch äußeren Anstoß ist oft nur ansatzweise möglich.

„In der Psychologie ist Selbsterkenntnis das Verstehen der eigenen Fähigkeiten, der eigenen Gefühle und Motive“ schreibt wiki.yoga-vidya.de (Link). Ich muss nochmals Wikipedia zitieren: „Verstehen ist das inhaltliche Begreifen eines Sachverhalts, das nicht nur in der bloßen Kenntnisnahme besteht, sondern auch und vor allem in der intellektuellen Erfassung des Zusammenhangs, in dem der Sachverhalt steht. Verstehen bedeutet nach Wilhelm Dilthey, aus äußerlich gegebenen, sinnlich wahrnehmbaren Zeichen ein „Inneres“, Psychisches zu erkennen.“ Ich füge hinzu: Verstehen ist das inhaltliche Begreifen eines Sachverhalts in einem Erfahrungsraum (in der Beschreibung Deutungsrahmen genannt) …

Warum in einem Erfahrungsraum? Weil das Verstehen auf angeeigneten Wissensstrukturen, auf die Prozesse des Verstehens aufbauen, beruht. Das ist nun wichtig: wenn wir mit Sachverhalten zu tun haben, die außerhalb der angeeigneten Wissensstrukturen liegen, dann endet das Verstehen. Ein Beispiel für viele von uns:

die Wurzel aus -1 = i. Das Wurzelziehen (Radizieren), nicht beim Zahnarzt, kennen sicherlich viele Mitleser. Aber das Verstehen hört bei der Wurzel aus -1 auf. Wir haben in der Schule gelernt, die imaginäre Einheit i hatte Leonhard Euler erstmals definiert (ob das wirklich so ist, das ist ungeklärt). Jedenfalls geht es hier um das Verstehen des imaginären Raums. Was ist „imaginär“? Imaginär ist etwas, das es nicht in der Wirklichkeit, sondern nur in der Vorstellung existiert; wir reden hier also über etwas, das außerhalb unseres Erfahrungsraums ist. Können wir etwas verstehen, was außerhalb unseres Erfahrungsraums ist? Nein, wir können es nur als etwas Definiertes lernen, mehr nicht.

Zurückzukommen auf „In der Psychologie ist Selbsterkenntnis das Verstehen der eigenen Fähigkeiten, der eigenen Gefühle und Motive“ unter der Voraussetzung, dass wir nur das verstehen können, was innerhalb unseres Erfahrungsraums oder Denkmusters ist: Selbsterkenntnis außerhalb unseres Erfahrungsraums oder Denkmusters ist nur deduktiv (Link) möglich.

Ich „liebe“ solche Headlines

Wie du mit einem einfachen Trick Selbsterkenntnis erlangst (Link)

Norman Brenner versucht den Trick zu beschreiben … versucht. „Selbsterkenntnis setzt damit eine gewisse Objektivität der Selbstbeobachtung und des Selbstbildes voraus, das heißt die „richtige Beurteilung der Eigenschaften, Dispositionen, Kräfte, Werte des Selbst, geschöpft aus der Vergleichung der Betätigungen und Reaktionen des Ich im Leben, in der sozialen Gemeinschaft“ (nochmals Wiki, eigene Hervorhebung) und damit wird der deduktive Selbstlernprozess sehr gut beschrieben.

Tania Konnerth hat auf ihrer Internetseite (Link) eine ganz brauchbare Methodik beschrieben, genannt „Finde deinen Kompass“, die zur Selbsterkenntnis führt.

Wenn es in meinem Text heißt

Homogenitäten
partiell
findend

dann bedeutet dieser Hinweis, dass es bei der Selbsterkenntnis nicht um solitäre Einzelbetrachtung geht, dass auch jede Einzelbetrachtung in einem Ganzen sich homogen einfügen muss. Das wiederum hat mit dem Mobile zu tun, das unter anderem hier

Einführung in Zyklus 2 – Begegnungen des Ich

beschrieben ist.

Deine Freude ( Breitmaulfrosch I )


Deine Freude ( Breitmaulfrosch I )

Halbvolle Gläser
Sonne hinter Wolken,
Ruhe zwischen Streßspitzen,
Prinzip Ausblendung:
think positive
mein Breitmaulfrosch!

Ausgeblendet,
eingefühlt zum Wohlgefühl,
innen
erfahren,
angenommen,
fokussiert
ichumfassend
wird Mimik gewinnend
mein Breitmaulfrosch!

Lächeln siegt,
Trübheit verfliegt,
Freude zwischen Streßspitzen,
Prinzip Verstärkung:
vollerlebte Gläser
mein fröhlicher Breitmaulfrosch!

Diskussion: Ich weiß nicht, warum ich sie „Breitmaulfrosch“ genannt hatte. Aber: mit dem richtigen Partner verfliegt Stress, verfliegt Trübheit, verfliegen Sorgen, ist das Glas meist halb voll.

„Aktuelle Studien bestätigen, dass eine ähnliche soziale Herkunft und ähnliche Wertvorstellungen, sowie gleiche Interessen oder Hobbies die Beziehung positiv beeinflussen … Diese Aktivitäten schütten nämlich jede Menge Bindungshormone aus“, schreibt diese recht interessante Internetseite (Link). Eine Seite, die über glückliche Beziehungen sinniert (Link), schreibt „Glückliche Paare haben ein ähnliches Bildungsniveau“. Wenn wir uns nochmals den Maslow anschauen

dann können wir erkennen, worauf es bei einer glücklichen Partnerschaft ankommt: auf die gemeinsame Erfüllung materieller und immaterieller Bedürfnisse auf der Basis einer auf diesen Seiten schon öfters besprochenen gemeinsamen Wertewelt, die das Fundament des Hauses Beziehung ausmacht:

  • Vertrauen
  • Zuversicht
  • Zuverlässigkeit – Gewissheit
  • Wahrheit
  • Güte, Nachsicht, Großmut, Herzlichkeit
  • Milde, Nächstenliebe, Selbstlosigkeit, Humanität, Mitmenschlichkeit, Nächstenliebe, Wohltätigkeit, Menschenfreundlichkeit
  • Aufmerksamkeit
  • Anstand, Höflichkeit, Selbstlosigkeit, Toleranz, Respekt

das (und viel mehr) sind Elemente (unseres inneren Mobiles) Wertewelt.

Und was ist die Auswirkung einer glücklichen Beziehung? Psychisches und physisches Wohlbefinden. Gibt es etwas Schöneres zu empfinden als dieses

Lächeln siegt,
Trübheit verfliegt,
Freude zwischen Streßspitzen,
Prinzip Verstärkung:
vollerlebte Gläser
mein fröhlicher Breitmaulfrosch!

Begegnung

Begegnung 1

Wenige Schritte sind
Welten,
wenn zu durchschreiten
zu überwinden
meine eigene Überwindung
aussichtslos erscheint.
Daher nimm meine Freude
und genieße den Augenblick
der Flüchtigkeit und Tiefe.

Begegnung 2

Wenige Worte sind
Höhen,
die mutig begangen,
selbst überwunden,
innere Freude mitschwingen läßt
sich erhebt:
dein Klang!

Daher nimm meine Freude
und genieße den Augenblick

wir!

Diskussion: Um eine Beziehung zu beginnen, braucht es Mut. Um Mut zu haben, braucht es Selbstbewusstsein. Um Selbstbewusstsein zu haben, braucht es Selbstliebe.

Wenige Schritte sind
Welten,
wenn zu durchschreiten
zu überwinden
meine eigene Überwindung
aussichtslos erscheint.

Wenn diese, ich nenne sie Prozesskette, Beziehung beginnen – Mut – Selbstbewusstsein – Selbstliebe als schwierig empfunden wird, dann ist innerhalb der Prozesskette ein Bruch. Es scheinen Welten zu sein, die man überwinden muss und man steht vor einem riesigen Berg ungelösten ICHs. Und es ist fatal, dieses Gefühl, dass eine eigene Überwindung aussichtslos erscheint. Ehrlicherweise verstecken wir uns oft vor der brutalen Ehrlichkeit dieser Prozesskette und behaupten (schutzsuchend) es liege an inneren oder äußeren Unpässlichkeiten. Solche und ähnliche Schutzargumente helfen, diese Prozesskette nicht zu hinterfragen: wer hinterfragt schon seine gesamte Persönlichkeit, wer stellt seine Lebenspersönlichkeit schon auf den Prüfstand?

Daher nimm meine Freude
und genieße den Augenblick
der Flüchtigkeit und Tiefe.

Ein hoffnungsloser, devoter Wunsch, erwartend, dass aus dem Nichts Tiefe erkannt wird. Psss! Erwartend, dass für andere Flüchtigkeit attraktiv ist. Fast unverschämt ist, dass von dem Gegenüber erwartet wird: genieße den Augenblick.

Wie offen sollte wir uns zeigen, um attraktiv für andere zu sein, damit nicht der Weg in die hölzerne Unendlichkeit begangen wird?

Ich bin zwei

Ich bin zwei

Bin ich ICH, bin ICH ich,
was meinst du, wen du magst?
Nur den einen?
Was machst du mit auch mir?
Unterdrücken? Negieren? Umerziehen?

Ich bin ICH und auch ICH,
was meinst du, magst du zwei?
nur den einen?
Dann entscheide dich:
zwei oder keinen!

Diskussion: Partnerschaft, Ehe, Beziehung (beruflich oder privat), wir gehen nicht mit der Person um, deren Figur wir sehen! Wir würden wahrscheinlich erstaunt sein, wüssten wir, welche Vielschichtigkeit, sympathisch oder nicht, uns gegenüber steht.

Ich bitte den Verfasser, Ralf Hahner, des folgenden Textes (Link) um Nachsicht des langen Zitates: „In der heutigen Konsumgesellschaft sind Spaß und ständige Unterhaltung, eine übertrieben positive Lebenseinstellung und energetische Jugendlichkeit das Maß aller Dinge. Für Momente, die von schwermütigen Gedanken und tiefer Traurigkeit dominiert sind, scheint kein Platz zu sein. Diese unter dem Begriff der Melancholie zusammengefassten Emotionen werden daher von vielen Menschen vorschnell mit seelischen Verstimmungen und Depressionen in Verbindung gebracht.“

Wer kennt heute noch „Kleider machen Leute“ von Gottfried Keller, etwa 1847 geschrieben? Es ging dort um einen Schneider, der sich verarmt auf Wanderschaft machte, jedoch in der Lage war, sich bestens zu kleiden. (Unbewusst) täuschte er seine Umgebung, man hielt ihn für einen Grafen und er begann eine standesgemäße Liebschaft. Das ist als Analogie zu „In der heutigen Konsumgesellschaft sind Spaß und ständige Unterhaltung, eine übertrieben positive Lebenseinstellung und energetische Jugendlichkeit das Maß aller Dinge“ zu verstehen. Aus der Sicht von Psychologen stammt folgendes Zitat: „Dabei soll erneut die Komplexität allein des Persönlichkeitsbegriffes und die Fülle der Daten (und damit Persönlichkeits-Charakteristika) mit dem Hinweis verdeutlicht werden, dass es früher über 1.000 Begriffe zum Thema Persönlichkeit und Persönlichkeitszüge gab. Das hat sich inzwischen zwar geändert, beginnt sich aber wieder heimlich auszuweiten. Nichts ist offenbar so vielschichtig wie Persönlichkeit, Charakter, Temperament, Intellekt und die zugrunde liegenden körperlichen und neuro-endokrinen Aspekte des Zentralen Nervensystems.“ Diesen Fakt jedoch dem Fachbegriff Psychopathie zuzuordnen ist mehr als fraglich.

Ralf Hahner hat den heutigen Normalzustand sehr gut beschrieben. Die Gesellschaft erwartet von uns ein bestimmtes Rollenverhalten, wer dieses nicht erfüllen kann, ist out of the race. Dass aber jeder Mensch seine ureigene Färbung hat

hier zum Beispiel der Entscheidungsdominante, der wenig mit Gefühlsaufnahmen zu tun hat, und wissend, dass jede der ureigenen Färbungen unterschiedliche Denk- und Verhaltensweisen mit sich bringen, ist, tief genug geschaut, die Vielschichtigkeit ein Normalzustand, der aus dem Erfahrungskomplex des Lebens kommt.

Ich bin ICH und auch ICH,
was meinst du, magst du zwei?
nur den einen?
Dann entscheide dich:
zwei oder keinen!

Und genau das macht Nähe aus: Respekt, Anstand, Höflichkeit, Selbstlosigkeit, Toleranz. Die andere Frage lautet: können oder wollen wir lebenslang in einem Kompromiss leben?

Vergleichen Sie bitte auch:

Du bist mein … deshalb

diametral

diametral

ich bin
ich bin
ich bin

geboren
aufgewachsen
gereift
erfahren

logikabsichernd
liebegewährend
wertegesichert

und

ebenenüberschneidend

diskonform

ließen wir uns fallen
und wurden von aufregender sanftheit geweckt
und wollten wieder
und wieder

in kongruenter gesellschaftsdiskonformer Liebe

Diskussion: Was heißt „diametral“? Wenn etwas einander genau entgegengesetzt ist, dann ist es diametral. Diametral gegenüber der Gesellschaft, diametral im eigenen ICH. Spannungen gewiss!

Wie schon im Beitrag

Ich bin zwei

geschrieben, ist kaum ein Mensch nur die Person, die wir meinen zu sehen, die wir meinen in einer bestimmten Situation zu erleben. Wer hat nicht im Berufsleben erlebt, dass dieselbe Person machtbewusst ihre Interessen durchsetzte aber gleichzeitig Sozialkompetenz forderte. Es hat den Anschein, als würden wir in einem System leben, das dadurch gekennzeichnet ist, dass Falschheit triumphiert.

Wir verhalten uns

logikabsichernd
liebegewährend
wertegesichert
ebenenüberschneidend

und dennoch diametral – intern (innen). Es ist das Leben im eigenen Widerspruch. Wissenschaftlich scheint erwiesen (Link): „Oliver Schultheiss untersuchte zusammen mit Joachim Brunstein (Uni Gießen) in aufwendigen Studien das emotionale Wohlbefinden von Probanden sowie deren bewusste Ziele und unbewusste Motive. Je besser die beiden Letzteren übereinstimmten, desto besser ging es den Leuten. Menschen, die Ziele verfolgen, die nicht zu ihren Motiven passen, wiesen sogar depressive Symptome auf.“ Unser auf Harmonie getrimmter Geist ist grandios, innere Widersprüche durch „wenn … dann“ oder „wenn nicht … dann nicht“ zu erklären!

Prof. Kurt Völkl und Dr. Heinz Peter Wallner vertreten die These (Link): „Wir erleben unser Leben gegensätzlich und diesen Gegensatz nennen wir Polarität … sie lässt uns nie ausruhen und fordert uns ständig … Widersprüche machen lebendig“ – wer bewusst lebt, möchte ich hinzufügen. Man könnte sogar sich dahin entwickeln zu sagen: „Widersprüche machen lebenstauglich, sind Bestandteil des wahrgenommenen aktiven Lebens“ (vice versa – übrigens). Dieser Artikel weist insbesondere darauf hin „Polaritäten ziehen sich durch unser gesamtes Leben als ein Spiel von Licht und Schatten. Geburt und Tod, Mann und Frau, Werden und Sein sind Gegensätze des Lebens. Kein Mensch entkommt ihnen. Manchmal erleben wir Stabilität im Leben.“

„Manchmal erleben wir Stabilität im Leben“ – ich bin davon überzeugt, dass wir meist Stabilität im Leben erleben, weil unser ICH innere Ruhe und Stabilität sucht. Das ist das Thema „Waage“, das schon mehrfach hier angesprochen wurde.

Für alles, was uns im Leben begegnet können wir die Bewertungen in den Lebensräumen

  • wir denken, handeln aus unserer Gefühlswelt (Dimension)
  • wir denken, handeln aus unserer Sachwelt (Dimension)
  • wir denken, handeln aus unserer Willenswelt (Dimension)
  • wir denken, handeln aus unserer Ethikwelt (Dimension)

finden. Beispiel: denken Sie an Atomkraft

Wenn in uns (persönlichkeitsabhängig) die Gewichtung auf der inneren Ethikwelt steht und wir zu Atomkraft gesagt haben „verantwortungslos“, dann ist auf der Willenswelt „Widerstand“ nur zu konsequent, auch wenn dieses Verfahren als preisgünstig gewertet wird (das ist kein wirklicher Widerspruch, könnte sich jedoch zu einem Widerspruch entwickeln).

Wenn es in dem Ausgangstext hieß

in kongruenter gesellschaftsdiskonformer Liebe

dann wird auch hier deutlich, wir leben in Widersprüchen; wenn wir in unserer Ethik- und Gefühlswelt der gesellschaftsdiskonformen Liebe eine hohe Gewichtung einräumen, dann stehen wir insgesamt, trotz möglichem Widerspruch, dazu!