Einführung in Zyklus 1 – Im Bogen des Seins

Im Bogen des Seins

Was ist das Sein?
Alleinstehend in den Ichs der Welt, ziellos?
Sein eine philosophische Heißluft?

Wir sind nicht nur ein ICH sondern tragen eine Vielzahl ICHs in uns: das der Eltern, das der Freunde, das der eigenen Erkenntnisse. Leben mit diesen ICHs, Leben in einer bewußt wahrgenommenen Umgebung heißt, einen ständigen Dialog aller ICHs in uns und darüber hinaus.

Aktives Leben ist somit bewußt wahrgenommes Leben zwischen Dipolen, dem, was von außen kommend teils unwillkürlich aufgenommen wird und dem, was in uns fest verankert scheint; Spannungen erzeugen und nach innerer Schlüssigkeit, Harmonie sucht, gleich einem Bogen, dessen Seite – ICH -, ein Ziel hat: Suche nach der Harmonie und Zufriedenheit im Sein.

Diskussion: Leben ist das Anerkennen der vielen Seiten des ICHs im Dialog mit den vielen Seiten anderer ICHs

Wie können wir uns das vorstellen, die „vielen Seiten des ICHs“?

Leben ist Handeln (Tun); Nichthandeln ist eine Sonderform des Handelns. Wir handeln immer! Eine erste Kategorisierung für das Handeln findet sich durch die Betrachtung der Handlungsebenen

  1. wir denken, handeln aus unserer Gefühlswelt (Dimension)
  2. wir denken, handeln aus unserer Sachwelt (Dimension)
  3. wir denken, handeln aus unserer Willenswelt (Dimension)
  4. wir denken, handeln aus unserer Ethikwelt (Dimension).

Sie werden erstaunt sein, dass Sie alles, was Ihnen im Leben vorkommt, mit zumindest einer dieser Handlungsebenen verknüpfen. Lassen Sie uns einen Begriff

Auto

betrachten (es ist mir sehr wichtig, dass diese Systematik des Gehirns verstanden wird); die folgenden Zuordnungen sind nur Beispiele und jeder wird inhaltlich seine eigenen Zuordnungen haben:

Das Auto hilft mir, meinen Bewegungsdrang im Alter zu erfüllen; dadurch kann ich noch viele befriedigende Dinge erleben.

Das Auto, das ich fahre, ist ein ästhetisch gestyltes Fahrzeug, das für mich Harmonie der Sinne verkörpert.

Das Auto zerstört die Umwelt, teilweise.

Das Auto ist für mich Ausdruck der freien Beweglichkeit.

Das Auto ist ein Transportmittel, ohne das unsere heutige Gesellschaft nicht das heutige Lebensniveau hätte.

Das Auto ist Statussymbol; ich fühle mich anerkannt!

Mit meinem Auto zeige ich anderen, dass ich schneller bin als die!

Mit meinem Auto habe ich ein Carsharing mit meinen Freunden aufgebaut.

Selbstlosigkeit im Leben praktiziere ich mit meinem Auto, indem ich immer Anhalter mitnehme.

Sie sehen, für eine Sache in unserem Gehirn, hier: Auto, können wir unterschiedliche Bewertungen finden, die teilweise sogar widersprüchlich sein können (Umweltschutz versus nicht darauf verzichten können). Unser Gehirn kann solche Widersprüche dadurch ertragen, dass jeder Zuordnung eine individuelle Gewichtung gegeben wird. Für jede dieser Zuordnungsebenen (Werteebenen, Handlungsebenen, …) gibt es im Gehirn besondere Regionen:

das limbische System (Link)

die Großhirnrinde (Link)

der Frontallappen oder Stirnlappen (Lobus frontalis) (Link)

(ein Bereich im limbischen System?)

Und wenn nun ein Sachbegriff in unserem Gehirn mehrere Assoziationen hat, zum Beispiel 10, und sich in unserem Gehirn Assoziationsketten aufbauen, die teilweise der Logik entsprechende Rahmenbedingungen (wenn nicht, oder, wenn …) aufweisen, dann können wir uns vorstellen, dass diese 86 Milliarden Nerven-/Gehirnzellen (Link) Höchstleistungen zu jeder Sekunde unseres Lebens autark und von außen getriggert vollbringen (Link).

Aktives Leben ist somit bewußt wahrgenommes Leben zwischen Dipolen.

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