Sei stark

Sei stark

Gott weiß, ich lieb Dich,
als Lebensliebe
nie vergessend
inhaltgebend
trotz Stärke

vieles nicht
bekommendistanzbehaftet
Offenheit umgehend
dichachtend
nie unzufrieden

scheide
zwiespältig – ha –

ich
sei nicht böse
sei stark

lebe
in deiner Verantwortung
frag nicht – warum –

wir sehen uns

Diskussion: Leben ist Trennung, weil es nicht gepasst hat; Trennung sollte stark machen

Oft müssen wir erst einmal in die Ferne schauen, müssen uns voneinander, auch von uns selber, distanzieren, um überhaupt Sachverhalte oder Emotionen richtig bewerten zu können. Wir sind gefangen in unserer eigenen Weltbewertung und fragen uns selbstverständlich nicht nach Korrektheit dieser Bewertung; wir können ja auch nicht fragen, weil täglich hunderte Fragen sonst zu lösen wären. Also leben wir in einem Automatismus der Unkritik.

Manchmal ist Liebe schwierig. Liebe setzt Vertrauen voraus. Das Vertrauen ist das Fundament des Hauses Liebe. Vertrauen ist das Fundament jeglichen mitmenschlichen Miteinanders, nicht nur der Liebe. Vertrauen ist das Fundament des eigenen Glücksempfindens. Vertrauen ist das Fundament von Frieden, Frieden zwischen Liebenden, Frieden zwischen Kontrahenden, Frieden mit sich und der Welt.

Vertrauen ist immer auch ein Risiko: betrogen zu werden, verletzt zu werden, missbraucht zu werden. Warum jedoch ist das Risiko so negativ behaftet? Weil wir befürchten, weil wir Angst haben, keine Lösung für den Betrug, für die Verletzung, für den Missbrauch zu haben. Würden wir die Gewissheit in uns tragen, wir schaffen eine jede Herausforderung des Lebens, die Angst vor dem Risiko wäre deutlich kleiner!

Werden wir uns doch einfach einmal klar, was Herausforderung des Lebens im Grunde wirklich heißt: das Leben ist nicht anspruchslos. Das Leben ist vergleichbar mit der Besteigung eines Berges und dem Gang über Klippen und Abgründe. Würde Angst uns lähmen, es gäbe niemals eine Bergbesteigung. Nur der, der das Selbstvertrauen mitbringt, Situationen meistern zu können, der wird in der Lage sein, eine Bergbesteigung durchführen zu können, das Leben meistern zu können. Aber auch das reicht nicht, um die Besteigung eines Berges schadlos zu meistern: kreative Selbstkritik, also solche Selbstkritik, die ergebnisoffen nach Alternativen für Fragen oder Lösungen sucht, ist im Sturm des Lebens die Grundvoraussetzung für das Bestehen im eben, für das Überleben. Was uns das Bergsteigen deutlich macht, ist, dass wir kritisches Selbstvertrauen, im Unterschied zu blindem Selbstvertrauen, im Leben brauchen.

Es gibt viele Menschen, die meinen, Vertrauen sich erkaufen zu können; sie geben, um etwas Wichtiges zu erhalten: Vertrauen. Aber genau betrachtet ist dieses Geben nicht auf der Basis eines Ethikgerüstes sondern berechnende Strategie. Diese berechnende Strategie wurde vor mehr als 2000 Jahren geboren: „Do ut des“, ich gebe, damit (!) du gibst. Sozialkompetentes Miteinander benötigt keine egoistische Strategie sondern erfordert Altruismus (Selbstlosigkeit oder Uneigennützigkeit). Genau genommen sind wir auch an dieser Stelle wieder bei der inneren Waage, die Geben und Nehmen balanciert. Was könnte in einer Liebesbeziehung jemals stärker sein als das ehrliche Geben im Unterschied zu „bekommendistanzbehaftet“ in vorgeblicher Liebe, siehe obigen Text?

Oh ja, das zerstörende Gegenargument ist, warum forderst du das Geben als Erwartungshaltung und nennst das Liebe?

Und was bedeutet Fairness in der Liebe?

Ich sage: in Liebe trägt jeder ein Stück Verantwortung mit. Verantwortung für das Glück mit sich, Verantwortung für das Glück des/der Geliebten. Ich denke daran: ich habe nur dieses einzige Leben!

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