Skalpell

 

Skalpell

Gefühl von heute
konservendosengerechte zehn Zentimeter
homogenisiert, pasteurisiert, ionisiert,
irritiert,
auf Mikrowelle wartend,
schnell konsumierend:
die Distanz zwischen gestern und heute
unterscheidet Welten
vom ICH.

Diskussion: Was wäre diese Gesellschaft bestehend aus vorkonfektionierten Typen; gentechnische Forschung lässt diese Entwicklung zu

So geht es mir, das heißt, was ich hier schreibe, ist niemals allgemeingültig [Anmerkung: für eine allgemeingültige Aussage müsste jemand ein Überwesen, Gott, sein, das in der Lage ist unbekannte Erfahrungs- und Wissensebenen zu erkennen und zu analysieren; so sind selbst die bedeutendsten Theorien, gleich welchen Bereichs, nur relativ allgemeingültig – besser gesagt: sie sind nur unter bestimmten Rahmenbedingungen gültig].

Wie oft ist es mir ergangen, dass ich mir nahe kommenden Mitmenschen quasi seziere, um sie in ihren Eigenschaften zu erkennen. Naiv könnte ich entschuldigend oder erklärend sagen, ich interessiere mich für Menschen und mitmenschliche Eigenschaften. Wenn ich aber an einem weinseligen Abend tiefer mich hinterfrage, dann muss ich mir eingestehen: ich analysiere, ich seziere, weil ich nicht wieder enttäuscht oder betrogen werden will. Habe ich in meinem Leben nicht gelernt, mit Niederlagen, mit Verlusten, mit Selbstbeschädigungen umzugehen? Klar, Niederlagen, Verluste, Selbstbeschädigungen sind vordergründig niemals ein Genuss, sie eröffnen jedoch eine Chance, nämlich das Erkennen von Verbesserungspotenzialen; diese können jedoch nur dann erreicht werden, wenn wir uns von dem Gefühl einer Verletzung befreien.

Schreib einen Kommentar