häng an dir

häng an dir

jetzt kenn ich
dichmich
einstellungsvoll
inhaltsbeladen
abwägend
nicht nur sympathisch
häng ich an dir

jetzt kenn ich
dich mich
zutiefst
tiefst
entschieden

häng ich an dir

ich Klotz

Diskussion: Manchmal, eigentlich selten, finden wir die Kongruenz. Der schlimmste Fehler: kletten, an irgendjemanden, an irgendetwas

Was ist das für ein erhebendes Gefühl, zu spüren, dass diese, genau diese Entscheidung, richtig war. Es ist oft ein Glücksgefühl, das uns das Leben in seinem Wert, in seinem Optimismus, nur noch in rosa Wolken erscheinen lässt. In dieser Situation wollen wir alles tun, um nicht nur die Anfangszeit zu erleben, wir wollen oft alles tun, dieses Glücksgefühl so lange wie möglich zu erleben.

Nein, wir formulieren nicht intern, dass wir uns X Jahre zusätzlich vorstellen, wir würden ad infinitum dieses Glück erleben wollen. Dieses Gefühl wird um so intensiver wahrgenommen, je mehr kritische Situationen und damit Niederlagen jemand erlebt hat. Aus dem Geschäftsleben kennen wir den Status-quo-Effekt, dass für Mitarbeiter unvorstellbar ist, eine andere Aufgabe anzunehmen.

Lassen wir einmal über Niederlagen sprechen: ja, es wird gern vermieden über Niederlagen zu sprechen! Es ist idiotisch, dass in unserer Gesellschaft Niederlagen höchst negativ betrachtet werden. Die Zeitung „DIE ZEIT“ schrieb einen beeindruckenden Artikel „Die Kunst des Scheiterns“ (Link) und stellt als Kernsatz fest: „Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der Menschen an ihren Erfolgen gemessen und für ihre Niederlagen verurteilt werden“. Seit frühester Kindheit wird von den Eltern immer wieder vorgebetet „mach dieses oder jenes … du willst doch Erfolg haben“. Die Wirkung: Niederlagen speichern wir als Lern- und Erfahrungsereignisse ab, ist ganz besonders schlimm. Und die Konsequenz ist: erleben wir nicht schlimm empfundene Niederlagen, dann bleiben wir gern in der jeweiligen Situation, bei dem jeweiligen Partner oder Mitmenschen. Nochmals „DIE ZEIT“ zitieren: „Damit wir an Niederlagen wachsen können, müssen wir richtig mit ihnen umgehen. Wir brauchen ein neues Bewusstsein für unsere Schwächen“.

In Beziehungen erleben wir oft kaum etwas anderes: wenn wir uns bei einem Partner wohlfühlen – warum sollte man wechseln, warum aus der Wohlfühlsituation ausscheren? Dann jedoch, wenn partiell in einer Wohlfühlsituation Bedürfnisse fehlen, dann beginnt diese Wohlfühlsituation Risse zu bekommen. Aber auch damit müssen wir im Leben auskommen:

Stellen wir uns doch einfach aus unserer Historie vor: wir haben schon etliche Situationen als Niederlage empfunden und positiv geschafft.