ich, virtuell 2

ich, virtuell 2

als ich dich sah
mit deinen buchstaben
auf flimmerndem bildschirm

was nutzt dir denn die schönste Phantasie,
wenn du sie nicht LEBEN kannst ?

nichts !

Diskussion: während virtuell 1 das Thema, dass wir zunehmend virtuell leben, verallgemeinernd betrachtet, zeigt virtuell 2 auf, dass wir beginnen, auch menschlichste Bedürfnisse nur noch virtuell zu leben

Anzeigen werden geschaltet, von elektronischen Zeitungen, Kontakte werden geknüpft, in entsprechenden Foren, der Austausch erster Gedanken findet statt über PNs, Chats und E-Mails. Vorgestanzte Fragen von gestern werden mittels Copy & Paste auf die neue Virtualität übertragen. Aus einem 45 jährigen Mann wird („irrtümlich“, „Schreibfehler“) ein 40 Jähriger. Manche gehen sogar so weit, dass sie Selbstbilder aus dem Internet suchen.

Spezielle Partnerschafts- Findungsseiten haben virtuelle Frauen eingestellt, die keine andere Aufgabe haben, männliche Kunden anzuschreiben, sich mit denen virtuell maximal anreizend zu „unterhalten“. Alles gelogen!

Es gibt Internetseiten, die die einzige Aufgabe haben, eine möglichst schnelle Befriedigung zu erreichen. Filme, Bilder, Themen aller Art, das Abartigste ist im virtuellen Internetraum Realität.

Selbst die Politik geht zunehmend auf solche gesellschaftlichen Tendenzen ein: mit Bürgern „unterhält“ man sich über das Internet. Virtuelle Bedürfnisbefriedigung und politische Bürger“nähe“ ist lebendige Realität.

Und auch diese Internetseite erfüllt – Selbstkritik – die Bedürfnisse nach vertiefter Information und Kritik. Ich kann mir vorstellen, dass der eine oder andere Leser nun denkt, diese Internetseite hat ein ewig Gestriger geschrieben. Diese Internetseite schreibt jemand, der Unternehmer war und täglich mit hunderten Mitarbeitern zu tun hatte, also nicht in virtuellen Räumen lebte. Es sei zugegeben, das Internet eröffnet das Undenkbare zum Denkbaren, gibt jedem eine Chance die persönlichen Neigungen auszuleben, virtuell. Will heißen, das Positive und Negative liegen auch hier dicht beieinander.

Wir sollten uns vergegenwärtigen, dass das wirkliche Leben real, das heißt hautnah, ist. Wie häufig bei Innovationen: ist die Nutzung des Internets in diesen Zeiten natürlich extensiv und schwingt zurück, wenn uns bewusst wird, dass die Virtualität (virtus, lateinisch Tugend, Tapferkeit, Tüchtigkeit, Kraft, Männlichkeit – beinhaltet im Kern „vir“, der Mann) das Leben nicht löst?

Hoch lebe „Soylent Green“ !

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