Der ungeschriebene Brief

Der ungeschriebene Brief

Worte wollt‘ ich sagen,
hörbare,
empfindbare,
empfangene;
aus spröd gewordenen Lippen,
erinnerungsbehaftet,
schmunzelt hoffnungsfroh
ein ungehörtes Wort:
morgen,
das lieber heute hieß.

Worte wollt‘ ich sagen,
filigrane,
empfindsame,
ausgewogene;
ein klanggewohntes Ohr,
erinnerungsbehaftet,
vernimmt

Worte wollt‘ ich sagen,
und fand
‚ Softies, Euer Gefühl tut gut,
Eure Ziellosigkeit schmerzt ‚.

Worte wollt‘ ich sagen,

Diskussion: die Umkehrung des normalerweise negativ angesehenen Persönlichkeitsverhaltens führt zur Stärkung des Selbstbewusstseins

Wie sehr bemüht sich jemand im Privatleben, möglichst vorsichtig mit anderen umzugehen, um den Angesprochenen / die Angesprochene nicht zu verletzen. Es ist dabei eine reine Imagination, dieses Gefühl zu verletzen:

  • ist das, was ich sage oder schreibe verletzlich formuliert?
  • kann das, was ich sage oder schreibe auf die andere Persönlichkeit verletzlich wirken?

Wie wunderbar, wenn jemand so denkt – nicht wahr? Und voller Achtung schleichen wir wie die berühmte Katze um den heißen Brei und kommen nicht zum Punkt: die klare Aussage, was nun passt oder nicht passt, was man will oder was man nicht will. Ich fand folgende Headline (Link): „Verletzlichkeit macht auch hochsensible und hochsensitive Menschen stark  … In einer Welt, die von leistungsorientierten Maßstäben beherrscht wird, erscheint Verletzlichkeit jedoch oft als Schwäche“;  Es ist wie fast jede Negativäußerung auf dieser Seite, die das Leben schreibt:

Verletzlichkeit ist eine Chance

wenn der sich verletzt Fühlende seiner Verletzung auf den Grund geht: warum fühle ich mich verletzt? Im Unterschied zu der in dem Artikel genannten Brené Brown plädiere ich nicht dazu, Schutzmechanismen aufzugeben, sondern über die Erklärung der Verletzung Argumente des verstärkten Selbstbewusstseins zu finden. In einem speziellen Fall: ‚ich fühle mich verletzt, weil ich sensibel bin‘, so jemand aus der persönlichen Umgebung. Und er gewann an Stärke und Selbstbewusstsein, weil er für sich erkannte, dass diese Sensibilität der Schlüssel zu seiner Sozialkompetenz (emotionale Intelligenz) war.

Verstehen Sie? Es geht immer darum, emotionale oder logische Begründungen für ein normalerweise negativ angesehenes Persönlichkeitsverhalten zu finden und es für sich so aufzuarbeiten, dass der-/diejenige dann stolz und freudig sagt: JA! JA! JA!

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