erkenntnis II

erkenntnis II

schrei(b)

Diskussion: manchmal ist für Personen, die ihre Gedanken aufschreiben, jeder Satz ein Schrei ihrer Persönlichkeit

Es kommt ganz darauf an, wie nahe ein Text zu den Untiefen der Persönlichkeit steht, Schreiben ist eine Äußerungsform und jede Äußerungsform will dem Nächsten etwas vermitteln. Manchmal sind es unscheinbar erscheinende Nebensächlichkeiten, die aber in dem Moment eine gravierende Bedeutung haben. Und diese Bedeutung, die manchmal lebensschwer sein kann, wollen wir mitteilen – jeder auf seine Weise – hier durch das Schreiben.

Aus der Distanz eines älteren Mannes gesagt, Nebensächlichkeiten, die aber in dem Moment eine gravierende Bedeutung haben, sind und bleiben Nebensächlichkeiten. Erst im Alter können wir Gravitäten beginnen besser einzuschätzen:

“Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden”

Würde die Menschheit diese Fähigkeit, Wichtiges von Unwichtigem differenzieren zu können, von Kindheit an trainiert haben, wie viel Leid wäre der Menschheit erspart geblieben? Andererseits ist die Frage, für ein Kind ist es eine Gabe, zunächst einmal alles als wichtig anzusehen, weil, würde man schon frühzeitig differenzieren, man das Unwichtig Erscheinende gar nicht abspeichert. Das ist auch die Gefahr dieses Satzes von Niebuhr, dass Dritte einem vorgeben, was wichtig zu sein hat.

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