Der Dimension anderes Gesicht

Der Dimension anderes Gesicht

Spielregeln verletzend,
nicht ausscheidend,
achtungserfahren – theoretisch:
dank für Vertrauen

Metaspielregel befolgend,
Positionen besetzend,
dominierend – theoretisch:
dank für Fairness

Urwissen erfahrend,
Raumexistenz bejahrend,
vorsichtsbehaftet – praktisch:
Fluchttür noch geöffnet,
sprungbereit ungewisser Richtung,
Abwehr basisstrukturhalber,
bedingte Nähe zulassend,
verlusterfahren,
( sag’ nicht, Du suchst mich nicht )
das Subrad immer schneller drehend,
Gedankenkomplexen gehorchend,
Metaspielregel erweitern wollend,
hybrisdominiert,
wieder abwehrbereit
den Raum durchhetzend,
Tür nie aus dem Blick.
Noch bleibst du-ich.
Entkräftet sage ich:
Dank für diese Liebe

Unsere virtuellen Orchesterkollegen spielen nur für uns,
die Labilität der Balkenwaage wird unterbunden,
Fundamente gemeinsam errichtet,
wir wertedurchwoben,
gemeinsam

und gerade deswegen fortwährend suchend.

Diskussion: Der Dimension anderes Gesicht beschreibt die hektische, fast verzweifelte Suche nach dem kongruenten Partner mit immer wieder erlebten Enttäuschungen trotzdem, dass Achtungsgerechtigkeit ausgeschaltet wurde. Entkräftet sage ich: Dank für diese Liebe.

Wir haben Spielregeln des Miteinanders. Das sind die Regeln, die wir persönlich formulieren: „ich würde mir wünschen, dass …“. Daneben gibt es jedoch auch darüber stehende Spielregeln des Miteinanders, zum Beispiel Menschenrechte oder entsprechende Gesetze, hier genannt als Metaspielregeln. In vielen Situationen des Zusammenlebens werden solche Regeln bewusst gemacht, neue individuelle erstellt und vereinbart. Eine solche Vereinbarung ist zudem Ausdruck der Achtung der Persönlichkeit des Partners. Ziel solcher Vereinbarungen ist, eine Beziehung „kalkulierbarer“, sicherer zu machen.

Warum werden solche Spielregeln eigentlich erstellt? Weil wir der Überzeugung sind, dass das Befolgen von Verabredungen ein Grundbestandteil ethischen Miteinanders ist und somit das Leben sicher leiten können. Vanberg schreibt (Link): „Natürlich wird ein Mensch nicht mit dem Instinkt geboren, seine Versprechen zu halten; dieses Verhalten wird erlernt und anerzogen, und durch die Verinnerlichung erhält es einen Wert.“

Oft genug jedoch stellen wir fest, dass solche Vereinbarungen gebrochen werden. Wie praktisch ist es: wir haben aus unserer Erfahrung gelernt, wir brauchen eine Fluchttür, diese Fluchttür ist noch geöffnet und wir sind sprungbereit zu ungewisser Richtung oder Zukunft, weil wir nicht wieder eine Verletzung unserer Persönlichkeit erfahren wollen. Diese Erfahrung, Verletzung unserer Persönlichkeit zu erhalten, bewirkt, dass nur bedingte Nähe zugelassen wird, dass wir uns abschirmen gegen Verletzungen, dass der Vertrauensvorschuss, den man jemandem offenbart, im Laufe des Lebens immer kleiner wird. Das Folgende „Gedankenkomplexen gehorchend, Metaspielregel erweitern wollend, hybrisdominiert, wieder abwehrbereit den Raum durchhetzend, Tür nie aus dem Blick“ ist in einer grausamen Hektik ausgestoßen, die Verletzungen sehe ich schon, ich bin abwehrbereit, indem bekannte Gedankenkomplexe sich wieder in den Vordergrund stellen. Eigentlich hätte man schon zu dem Zeitpunkt sich verabschieden können.

Was können wir in dem Falle Positives daraus gewinnen?

Es wäre schädlich, würden wir die Selbstbestätigung gewinnen, ‚ich wusste doch, die Schlechtigkeit der Menschen bewirkt, dass Vereinbarungen nicht eingehalten werden‘; eine solche Erkenntnis vertieft die Gräben zu anderen und führt letztlich zur Isolation.

Der positive Aspekt ist, dass ich mit meiner Persönlichkeit wieder die Chance hatte, dass ich wieder als so attraktiv angesehen wurde, dass Nähe hätte entstehen können.

Der positive Aspekt ist auch, dass ich mit meiner klaren Art zu Vereinbarungen auf der Basis von inneren Werten stolz auf mich sein kann. Ich muss nur eine solche Person finden, wertedurchwoben und gerade deswegen fortwährend suchend, die ähnlich denkt.

Wir schaffen es! (Nein, das ist kein Merkel- Zitat)

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