Ich hatt einen Kameraden

Nein, nicht das Soldatenlied

ich hat einen Kameraden

ich kannte dich
dichmich

geliebte Einheit

in respektierter Zweisamkeit

gestern distanz null

heute unendlich

leere bleibt

sehen wir uns?

Bitte triff mich nochmals

Diskussion: Abschied in Liebe und Zuneigung oder Respekt ist der schwerste Moment im Leben. Loslassenkönnen (orthographisch falsch) in der Erinnerung schönster Zeiten, ob an einen Menschen oder ob an eine Sache. Nun verstehe ich meine Mutter.

Egal, ob

  • jemand die Beziehung beendet oder
  • jemand verstirbt oder
  • ein besonderer Moment, wie lang auch immer vorübergeht,
  • egal, ob Abschied selbst gewählt oder fremd bestimmt wurde,

Abschied in Liebe und Zuneigung ist der schwerste Moment, weil das Zurückblicken auf erfüllte Gemeinsamkeiten das Gefühl hinterlässt, es kommt so erfüllend nie wieder, weil die Erinnerung an Ereignisse, Highlight im Leben, nie aus dem Gedächtnis verschwindet.

Zentrale Ursache für das nicht Loslassen können ist, nach meiner Erfahrung, glauben, dass in dem Ereignis, das uns so sehr belastet, etwas Einmaliges, niemals Wiederkehrendes liegt:

derartige einmaligen Lebensereignisse gibt es viele, die uns teilweise viele Jahre rückblickend belasten können. Für sensible Menschen reicht auch eine potenzielle Entwicklung aus, um dieses Gefühl „Abschied“ schmerzhaft zu erleben.

Worin liegt die Wurzel dieses nicht Loslassenkönnens? Unser Selbstbewusstsein wirft uns in einen fürchterlichen psychischen und schmerzhaften Abgrund:

  • eine solche Partnerschaft werde ich nie mehr bekommen,
  • eine solche Berufschance werde ich nie mehr bekommen,
  • eine solches Haustier werde ich nie mehr bekommen,
  • eine solche Wohnumgebung werde ich nie mehr bekommen,
  • einen solchen Urlaub werde ich nie mehr bekommen,

so denken wir, weil wir der Überzeugung sind, gemischt manchmal mit dem Gefühl, einen entscheidenden Fehler gemacht zu haben, mit meiner Persönlichkeit, mit meinen Fähigkeiten niemals mehr im Leben dieses Glück erleben zu können.

Schaut man sich Synonyme an, dann wird der hoch emotionalen Betrachtung eine neue Ebene zugefügt:

  • sich festbeißen
  • sich fixieren auf
  • sich verbeißen in
  • sich verbohren
  • sich verrennen in
  • sich versteifen auf
  • sich verrennen
  • weiter mit sich herumschleppen
  • weiter mit sich herumtragen.

Hier wird eine zweite Ebene neben dem Verlustgefühl deutlich: das sich zwanghafte Fixieren auf das, was so schön war. Ich behaupte, je mehr eine Person davon überzeugt ist, durch etwas niemals mehr im Leben dieses Glück erleben zu können, je versteifter ist diese Persönlichkeit bezüglich der Vergangenheit.

Solche Tipps wie, heule Rotz und Wasser, solche Tipps helfen nicht weiter. Eva-Maria Zurhorst: „Immer wenn wir glauben, dass wir etwas brauchen, sagen wir indirekt, dass wir schwach und unvollkommen sind. Jedes Mal wenn wir entdecken, dass wir etwas nicht mehr brauchen, wachsen unser Selbstwertgefühl und unsere Liebesfähigkeit, entsteht paradoxerweise Fülle. Das heißt, alles – von der Mutterbrust angefangen – was wir loslassen können, macht uns sicherer, wohlhabender und freier. Wachstum heißt, dass wir Stück um Stück unsere Bedürftigkeit loslassen können und nicht, dass wir ständig Neues bekommen.“ Ich stimme Frau Zurhorst zu: es ist, wie zuvor gesagt, unser Selbstbewusstsein.

Aber es kommt manchmal ein weiterer Aspekt hinzu; Gedankenwelt.de schreibt (Link): „Eine Vergangenheit voller negativer Erfahrungen kann einem sehr zu schaffen machen. Anstatt von diesen Erfahrungen zu profitieren, aus ihnen schlauer zu werden, um Fehler in Zukunft nicht erneut geschehen zu lassen und aus ihnen etwas für das Leben zu lernen, begehen viele Menschen den Fehler und schließen mit ihrer Vergangenheit nicht ab. Es wird zunehmend schwerer, nach vorn zu schauen. Einige Personen tragen diese Last sogar ihr Leben lang auf ihren Schultern und kommen in emotionaler Hinsicht nicht vom Fleck.“
„Eine Vergangenheit voller negativer Erfahrungen“ würde ich umformulieren in „Eine Vergangenheit mit negativen Erfahrungen“, weil allein eine Erfahrung ausreicht, um eine Belastung im gesamten Leben zu sein. Es geht jedenfalls bei Gedankenwelt.de um das Abschließen, das emotionale oder logische Beenden, das aus der Situation die Erkenntnis gewinnen.

Helfen folgende Fragen bei der Lösung nicht weiter?

  1. welche Situationen werden mir bewusst, in denen ich gute Lösungen zeigte?
  2. welche Alternativen werden mir bewusst, die zufrieden machten?
  3. was hilft es heute, das unabänderliche Vorgestrige aufzuarbeiten?

und

“Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden”

 

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