du – bewusst

du – bewusst

gelebt in Lourdes
erfahren durch Lourdes

du

geliebte aller geliebten

                                                            Tochter

                                                            dieser Welt

voller ICH
voller lebendiger Freude
voller Emotionen
voller Klugheit

im wachsenden ICH.

Welche Gnade dieser Welt
dass es dich gibt

Diskussion: Das behinderte Kind wird von anfänglich als Last angenommener Verpflichtung zur eigenen Vervollständigung der inneren Werte und zur Lebensfreude.

Eine Anne schreibt in einem Leser- Forum unendlich ergreifend (Link): „Immer hatte ich das Gefühl, dass mit diesem Baby etwas nicht stimmt. Zu ihr konnte ich nur ganz schwer einen Kontakt in den Bauch aufbauen. Lukas habe ich immer vorgesungen oder mit ihm gesprochen, er hat dann immer reagiert. An Leonie kam ich einfach nicht ran. Und dann waren da immer wieder diese Gedanken. Ich konnte diese Gefühle nie konkretisieren und mein Mann meinte immer nur: „mach dir nicht so viele Gedanken!“ Unsere Leonie wurde mit Down Syndrom geboren.“

Als Elternteil bricht zunächst die Welt zusammen: ‚Gott, warum hast du uns bestraft?‘ Tränen, Wut und Gerechtigkeitszweifel zeigen den Schmerz der vermeintlichen Entwicklung über alles hinaus. ‚Dieses Kind wird mich immer brauchen‘, diese Befürchtung, die zur Gewissheit wird, lähmt, um dann in die Überlegung zu kommen, wie helfe ich zur Selbsthilfe.

Wallfahrtsort Lourdes (2000)
Relief im Wallfahrtsort Lourdes (2000)

Es braucht Zeit und kühle Geduld. Dann spürt man die Liebe zu genau diesem Kind. Dann wird eine Hilfe, eine Verpflichtung nicht mehr zur Aufgabe, dann wird das Zusammenleben zur Normalität UND das eigene Leben erhält einen neuen Sinn und Wert. Das, was wirklich wichtig ist, das relativiert sich. Und du spürst, dass durch dieses Kind dein ethisches Gerüst komplexer und wertvoller geworden ist. Dein Kind gab dir eine Lebenserfüllung. Die Bedürfnisebenen

bekommen hinsichtlich der immateriellen Bedürfnisse eine ungeahnte Tiefe. Du erkennst, dass unsere oberste Instanz, das höchste Imaginäre, Gott, nahe ist.

Und genau dieses Kind, nun bald erwachsen, verdammt klug, gibt dir deine Liebe zurück, wird unabhängiger und zeigt dir durch die relative Unabhängigkeit seine Liebe zu dir. Und du sagst: ich hatte einen Traum: dich. Mein Traum wurde wahr: du. Deinen Rolli nehme ich nicht wahr, deine wertvolle Persönlichkeit ist mein Glück. Deine Zukunft meine Verpflichtung.

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