gott

gott

bin

ich

grad

wieder

so schön

geil

ich

könnte

alles

machen

Was mach ich nun damit ?

Diskussion: Es gibt Situationen, in der Begehren, Begierde, Trieb irritierend schön erscheinen und zügellose Maßlosigkeit eine Lebensquelle darstellen.

Maßlosigkeit ist nach katholischer Lehre die fünfte der sieben Todsünden – wie schön, dass ich sie erleben darf – Gott, ich danke dir! Die Perversion der Perversion: die katholische Lehre definiert Todsünden für das ungedämpfte ICH, für die reine Freude, für die Lebensquelle des Menschseins: „gott bin ich grad wieder so schön geil“.

[In der ernsthaften Literatur spricht man nur hinter vorgehaltener Hand und mit puterroten Wangen das Wort „geil“ aus. Stellen Sie sich einmal vor, Sie würden ihrem Vater oder Ihrer Mutter gegenüber sagen Sie wären „geil“ – UNDENKBAR! Selbst unter gewissen Eheleuten ist „geil“ ein „böses“ Wort! Unter Freunden ist dieses Wort zumeist ein Unwort, weil es dem, der dieses Wort verwendet, niederste – die Skandalpresse würde ‚billigste‘ titeln – Instinkte zuschreibt. Das hat die Institution Kirche mit dem, was wir gesellschaftliche Moral nennen, mit etwas gemacht, das existiert: Lustempfinden:

„10. Da sprach er: Ich will wieder zu dir kommen, so ich lebe, siehe, so soll Sara, dein Weib, einen Sohn haben. Das hörete Sara hinter ihm, hinter der Tür der Hütte.

11. Und sie waren beide, Abraham und Sara, alt und wohl betagt, also dass es Sara nicht mehr ging nach der Weiber Weise.

12. Darum lachte sie bei sich selbst und sprach: Nun ich alt bin, soll ich noch Wollust pflegen, und mein Herr auch alt ist!“

„soll ich noch Wollust pflegen“ – fast jedes Wort der Institution Kirche ist grausam: Lustempfinden (Wollust) ist nicht, was sich einfach ergibt, zum Beispiel aus einer Situation, für die Institution Kirche wird von „soll“ gesprochen, als wäre dahinter die führende Hand, die alles leitet, als wäre dahinter eine Art Zwang. „Wollust pflegen“ ist die Perversion der Perversion: etwas zu pflegen beschreibt einen bewussten und vom Willen gesteuerten Vorgang. Zugegeben, man pflegt nur das, was für einen wertvoll ist, das wäre in diesem Satzteil das Positive. Aber dieses wird dadurch zerstört, dass Wollust nur jungen Menschen vorbehalten zu sein scheint.]

Welch eine Ironie: „ich könnte alles machen Was mach ich nun damit?“, wird doch hier genau die Lust nach Zügellosigkeit beschrieben, die aber, mangels der Umstände, nicht erlebt werden kann.

Wohl dem/der, der aus freien Stücken sagen kann „gott bin ich grad wieder so schön geil“ und das in jedem Moment des Lebens.

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