meine gekannte lust

Polyamorie

meine gekannte lust

warum betrogst du mich nicht?

der Liebe halber
die vom Betrug

sich vermehrt

weil

Tiefen durch Verlust sich vertiefen.

warum betrogst du mich nicht
und
betrogst mich um
unstillbare Lust der Erkenntnistiefe
nach deiner Liebe?

Du konntest nicht? Weil?

Das schrieb eine Frau:Die Frauen spüren das auch, und viele träumen davon, mal von einem Fremden gefickt zu werden, sie geben es oft nur nicht zu, weil ihre Erziehung sie abhält. Niemals wäre mir bei meiner Erziehung eingefallen, einen anderen Mann zu begehren. Der Augenblick der Fremdheit, der zu überwinden gilt, der Augenblick des Mutes, der gereift ist, die Freude der Lust, das sind Elemente, die mich erfasst haben! Ich las, wenn erst einmal eine Hürde übersprungen ist, wenn das ICH ja gesagt hat, dann bist du bereits befreit! Es hatte recht: wenn Du deine Sperre der Erziehung einmal überwunden hast, wirst Du es nicht mehr missen mögen, dieses Gefühl, auch von einem anderen Mann die begehrenswerten Gefühle zu spüren. Ich habe mein frauliches Selbstbewusstsein gefunden. Durch Offenheit in unserer Ehe haben wir unsere tiefen Neigungen zueinander wirklich gefunden – Nähe durch Loslassen!“

Diskussion: Es gibt bei vielen Ehemännern die Vorstellung von einer offenen Ehe, einer Ehe, die nicht auf eine reine Zweisamkeit begrenzt ist, die vielleicht sogar polyamourös, die Liebe mehrerer Personen untereinander, ist.

Eine Frau schreibt in einem Forum: „Nicht jede Frau ist begeistert wenn der Mann sie teilen möchte.“ Eine andere assistiert: „Eine Frau kann dabei aber auch Zweifel bekommen, ob ihr Mann sie wirklich liebt. Auch wenn sie genau weiß, dass es etwas rein sexuelles ist! “

Was ist das, Liebe (wieder diese Frage)? Was ist das Sexualität, Lustempfinden, Gier, Geilheit? Der Deutschlandfunk schreibt (Link): „Nie war unsere Gesellschaft freizügiger als heute – ein offener Umgang mit Sexualität ist alltäglich. Findet also eine fortschreitende Enthemmung statt? Oder wächst mit der Freizügigkeit auch die Scham?“

  • „Feuchtgebiete“
  • „Generation Porno“
  • Schamgrenzenüberschreitung
  • Wandel der Gefühlskultur
  • Verfall der Sitten
  • Angst vor der ungewollten Schwangerschaft
  • Strafen für Abtreibungen und Kuppelei
  • florierender Erotikmarkt
  • Schmuddelzeitschriften
  • „Schamvernichtungskampagne“

das sind dann die Themenbereiche der moralisierenden Mainstreampresse.

Geilheit wird bildungsbürgerartig distanziert als „Intimitätsbedürfnisse“ bezeichnet. Welche Ehefrau hatte ihrem Ehemann nicht davon berichtet, dass die Eltern gegenüber der Tochter Verbote aussprachen, wenn diese nach deren Geschmack zu freizügig herumliefen oder gar offensichtlich wurde, dass „Intimitätsbedürfnisse“ vorhanden waren; welche Eltern haben ihre Tochter als 15 Jährige mit „Intimitätsbedürfnissen“ wahrgenommen?

Jungs hingegen haben Freiräume gehabt: die sollen sich die Hörner abstoßen (hat man das falsche Substantiv verwendet?). So kommt es, dass es in Foren heißt: „Meine Ablehnung kam sicher wegen meiner Erziehung und ich war ein Mauerblümchen aber jetzt möchte ich es nicht mehr missen. Mein Mann hat mich dazu gebracht und heute habe ich einen schönen fixen Hausfreund und Liebhaber der mich sexuell zu unbekannten Höhepunkten fickt.“ Diese Frau nennt ihre „Intimitätsbedürfnisse“ beim Namen, total wenig bildungsbürgerartig distanziert. Abseits einer jeglichen kirchlichen Moral. Aber natürlich! Das genau unterscheidet uns Menschen von anderen Lebewesen, dass wir uns erlauben, nicht allein die „Intimitätsbedürfnisse“ als Fortpflanzungsfunktion zu sehen! Unser Menschsein wird durch eine zusätzliche Bewusstseinsebene erweitert: Lust und Lustgefühle, die sein dürfen.

Wie ist denn diese Zeile zu verstehen

weil Tiefen durch Verlust sich vertiefen

Hier wird von den Tiefen der Liebe gesprochen. Und wenn ein Paar sich entscheidet, eine offenere Ehe zu führen, dann ist diese Art auch gleichzeitig der Verlust des „Alleinbesitzes“ des Partners (welch fürchterlicher Gedanke, der hier auch schon diskutiert wurde). Welcher Mann fühlt bei dieser Art Ehe nicht die wirkliche und vollkommene Tiefe der Liebesbeziehung?

Bei allen „seriösen“ Veröffentlichungen wird eine offenere Ehe immer als Verrat an der Liebe angesehen, ganz im Sinne der kirchlichen Moral. Dass aber Liebe und körperliche Lustempfindungen nur wenig miteinander zu tun haben, das wird nicht erwähnt. Kernfrage: welche Partnerin gönnt sich nicht ab und zu die Selbstbefriedigung, also die Erfüllung der körperlichen Lustempfindungen ohne den Partner? Was haben diese Lustempfindungen mit Liebe zum Partner zu tun?

 

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