diametral

diametral

ich bin
ich bin
ich bin

geboren
aufgewachsen
gereift
erfahren

logikabsichernd
liebegewährend
wertegesichert

und

ebenenüberschneidend

diskonform

ließen wir uns fallen
und wurden von aufregender sanftheit geweckt
und wollten wieder
und wieder

in kongruenter gesellschaftsdiskonformer Liebe

Diskussion: Was heißt „diametral“? Wenn etwas einander genau entgegengesetzt ist, dann ist es diametral. Diametral gegenüber der Gesellschaft, diametral im eigenen ICH. Spannungen gewiss!

Wie schon im Beitrag

Ich bin zwei

geschrieben, ist kaum ein Mensch nur die Person, die wir meinen zu sehen, die wir meinen in einer bestimmten Situation zu erleben. Wer hat nicht im Berufsleben erlebt, dass dieselbe Person machtbewusst ihre Interessen durchsetzte aber gleichzeitig Sozialkompetenz forderte. Es hat den Anschein, als würden wir in einem System leben, das dadurch gekennzeichnet ist, dass Falschheit triumphiert.

Wir verhalten uns

logikabsichernd
liebegewährend
wertegesichert
ebenenüberschneidend

und dennoch diametral – intern (innen). Es ist das Leben im eigenen Widerspruch. Wissenschaftlich scheint erwiesen (Link): „Oliver Schultheiss untersuchte zusammen mit Joachim Brunstein (Uni Gießen) in aufwendigen Studien das emotionale Wohlbefinden von Probanden sowie deren bewusste Ziele und unbewusste Motive. Je besser die beiden Letzteren übereinstimmten, desto besser ging es den Leuten. Menschen, die Ziele verfolgen, die nicht zu ihren Motiven passen, wiesen sogar depressive Symptome auf.“ Unser auf Harmonie getrimmter Geist ist grandios, innere Widersprüche durch „wenn … dann“ oder „wenn nicht … dann nicht“ zu erklären!

Prof. Kurt Völkl und Dr. Heinz Peter Wallner vertreten die These (Link): „Wir erleben unser Leben gegensätzlich und diesen Gegensatz nennen wir Polarität … sie lässt uns nie ausruhen und fordert uns ständig … Widersprüche machen lebendig“ – wer bewusst lebt, möchte ich hinzufügen. Man könnte sogar sich dahin entwickeln zu sagen: „Widersprüche machen lebenstauglich, sind Bestandteil des wahrgenommenen aktiven Lebens“ (vice versa – übrigens). Dieser Artikel weist insbesondere darauf hin „Polaritäten ziehen sich durch unser gesamtes Leben als ein Spiel von Licht und Schatten. Geburt und Tod, Mann und Frau, Werden und Sein sind Gegensätze des Lebens. Kein Mensch entkommt ihnen. Manchmal erleben wir Stabilität im Leben.“

„Manchmal erleben wir Stabilität im Leben“ – ich bin davon überzeugt, dass wir meist Stabilität im Leben erleben, weil unser ICH innere Ruhe und Stabilität sucht. Das ist das Thema „Waage“, das schon mehrfach hier angesprochen wurde.

Für alles, was uns im Leben begegnet können wir die Bewertungen in den Lebensräumen

  • wir denken, handeln aus unserer Gefühlswelt (Dimension)
  • wir denken, handeln aus unserer Sachwelt (Dimension)
  • wir denken, handeln aus unserer Willenswelt (Dimension)
  • wir denken, handeln aus unserer Ethikwelt (Dimension)

finden. Beispiel: denken Sie an Atomkraft

Wenn in uns (persönlichkeitsabhängig) die Gewichtung auf der inneren Ethikwelt steht und wir zu Atomkraft gesagt haben „verantwortungslos“, dann ist auf der Willenswelt „Widerstand“ nur zu konsequent, auch wenn dieses Verfahren als preisgünstig gewertet wird (das ist kein wirklicher Widerspruch, könnte sich jedoch zu einem Widerspruch entwickeln).

Wenn es in dem Ausgangstext hieß

in kongruenter gesellschaftsdiskonformer Liebe

dann wird auch hier deutlich, wir leben in Widersprüchen; wenn wir in unserer Ethik- und Gefühlswelt der gesellschaftsdiskonformen Liebe eine hohe Gewichtung einräumen, dann stehen wir insgesamt, trotz möglichem Widerspruch, dazu!

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